Weltrekord für Carla Accardi in der Auktion für zeitgenössische Kunst bei Dorothem


Die Auktion vom 20. Mai 2026 im Dorotheum in Wien verzeichnete eine starke internationale Beteiligung und einen neuen Rekord für Carla Accardi: eines ihrer Werke wurde für 520.000 € verkauft. Auch das Interesse des Marktes an Künstlerinnen nahm zu, mit bedeutenden Ergebnissen für Martha Jungwirth und Miriam Cahn.

Große internationale Beteiligung und hervorragende Ergebnisse bei der vom Dorotheum am 20. Mai 2026 in Wien veranstalteten Auktion zeitgenössischer Kunst , die vor allem dank des neuen Weltrekords von Carla Accardi (Trapani, 1924 - Rom, 2014), einer zentralen Figur der italienischen Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und einer führenden Persönlichkeit der europäischen abstrakten Avantgarde, die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich zog. Jahrhunderts und einer der führenden Vertreter der europäischen abstrakten Avantgarde. Spitzenreiter der Auktion war das Werk Fonda notte - Pieno giorno, das für 520.000 Euro an einen Telefonbieter verkauft wurde und damit den bisher höchsten Auktionspreis für den Künstler erzielte. Das Ergebnis stellt einen bedeutenden Schritt in der internationalen Anerkennung des Werks von Accardi dar, der seit langem als eine der maßgeblichen Stimmen der italienischen Nachkriegskunst gilt.

Die Künstlerin, die mehrmals an der Biennale von Venedig teilgenommen hat, hat im Laufe ihrer Karriere eine auf Zeichen, Farbe und abstrakte Experimente ausgerichtete Forschung entwickelt und entscheidend zur Erneuerung der italienischen Bildsprache in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beigetragen. Ihre Werke befinden sich heute in bedeutenden internationalen Sammlungen und sind in führenden Museumsinstitutionen vertreten, darunter das Museum of Modern Art und die Fondazione Prada.

Carla Accardi, Fonda notte (Seite A) - Full day (Seite B) (1986; dreiteilige Holzleinwand, Vinyl auf Holz, 170 × 180 cm)
Carla Accardi, Fonda notte (Seite A) - Full day (Seite B) (1986; dreiteilige Holzleinwand, Vinyl auf Holz, 170 × 180 cm)

Das Ergebnis von Fonda notte - Pieno giorno bestätigt das wachsende Interesse des internationalen Marktes an der historischen Produktion der Künstlerin und generell an den weiblichen Protagonistinnen der zeitgenössischen europäischen Kunst, einem Segment, das in den letzten Jahren sowohl auf der Ebene der Kritiker als auch auf der Ebene der Sammler eine bedeutende Expansion erfahren hat.

Die Versteigerung im Dorotheum zeigte in der Tat eine starke Nachfrage nach Werken von Künstlerinnen, mit besonders wettbewerbsfähigen Ergebnissen. Dazu gehörte Martha Jungwirths 2012 entstandenes Ölgemälde aus der Serie Fruchtfleisch, das für 429.000 Euro verkauft wurde. Die österreichische Künstlerin, die für ihre gestische und stark materielle Malerei bekannt ist, festigt damit weiter ihre Position auf dem internationalen Markt. Wichtig war auch das Ergebnis, das Miriam Cahn mit ihrem Gemälde Unklar aus dem Jahr 1996 erzielte, das bis zu 195.000 Euro einbrachte. Das Werk bestätigt das wachsende Interesse an der Produktion der Schweizer Künstlerin, die sich seit Jahren mit Themen rund um den Körper, die Verletzlichkeit und die politische Dimension des Bildes beschäftigt.

Unter den Künstlern des Katalogs war auch Helena Vieira da Silva, eine der historischen Figuren der europäischen Abstraktion des 20. Jahrhunderts, deren jüngste monografische Ausstellung in der Peggy Guggenheim Collection in Venedig ein Highlight war. Eines ihrer Werke wurde für 104.000 Euro verkauft und trug zum guten Gesamtergebnis des der internationalen Kunst gewidmeten Teils bei.

Auch für Künstler aus Mitteleuropa und dem deutschen Raum gab es wichtige Ergebnisse. Besonders stark war der Wettbewerb für Werke von Mikuláš Medek, einem Referenzautor der tschechischen Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg, der mit zwei Preisen in Höhe von 546 000 bzw. 338 000 Euro ausgezeichnet wurde. Hervorragende Ergebnisse erzielte auch Günther Uecker, dessen berühmtes Nagelbild, eine der ikonischen Nagelkompositionen, die sein Schaffen kennzeichnen, für 455.000 Euro verkauft wurde. Das Werk bestätigt den anhaltenden Fokus des Marktes auf historische Künstler, die mit den kinetischen und monochromen Experimenten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa verbunden sind. Zum Spitzenlos der Auktion gehörte auch die Bronzeskulptur Vater Staat von Thomas Schütte, die ebenfalls für 520.000 Euro verkauft wurde. Schütte, der als einer der führenden deutschen zeitgenössischen Künstler gilt, erzielt mit seinem Werk, das Skulptur, Installation und politische Reflexion miteinander verbindet, immer wieder bedeutende Ergebnisse auf internationalen Auktionen.

Die Auktion vom 20. Mai bestätigte die Rolle des Dorotheums als wichtiger europäischer Akteur im Bereich der modernen und zeitgenössischen Kunst, der in der Lage ist, internationale Sammler anzuziehen und neue Markttrends aufzuspüren. Insbesondere das Rekordergebnis von Carla Accardi ist ein deutliches Zeichen für die wachsende Wertschätzung italienischer Nachkriegskünstler, die in den Sammlungen der Museen und in den Katalogen der großen internationalen Auktionshäuser immer stärker vertreten sind. Das Ergebnis von Fonda notte - Pieno giorno ist in der Tat Teil eines umfassenderen Prozesses der Wiederentdeckung und kritischen Konsolidierung des Werks von Carla Accardi, deren Arbeiten weiterhin Gegenstand von Studien, Ausstellungen und Ankäufen durch bedeutende Kultureinrichtungen sind. Die Zunahme ihrer Zitate spiegelt nicht nur ein kommerzielles Interesse wider, sondern auch eine umfassendere Neudefinition der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts, in der der Beitrag von Künstlerinnen eine immer zentralere Rolle einnimmt.

Weltrekord für Carla Accardi in der Auktion für zeitgenössische Kunst bei Dorothem
Weltrekord für Carla Accardi in der Auktion für zeitgenössische Kunst bei Dorothem



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