In Frankreich wird demnächst ein neues Instrument zur Aufwertung und zum Schutz des kulturellen Erbes eingeführt. Ab September nächsten Jahres wird der Pass Patrimoine erhältlich sein, eine von der Fondation du Patrimoine geförderte Initiative, die ihren Inhabern ein Jahr lang Zugang zu rund 500 über das ganze Land verteilten Stätten wie Denkmälern, Museen, Schlössern und Gärten gewährt. Die Ankündigung erfolgte durch die Kulturministerin Catherine Pégard anlässlich der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Fondation du Patrimoine am vergangenen Donnerstag, dem 11. Juni, in Versailles. Der neue Pass wird anlässlich der Europäischen Tage des Kulturerbes, die am 19. und 20. September 2026 stattfinden und zu den beliebtesten kulturellen Veranstaltungen des Landes zählen, offiziell eingeführt.
Mit der Initiative werden zwei Ziele verfolgt: Zum einen soll die Bevölkerung zum Besuch von Kulturstätten angeregt und das Wissen über das historische Erbe Frankreichs vertieft werden. Zum anderen sollen neue wirtschaftliche Ressourcen für die betreffenden Stätten generiert werden, die zu ihrer Instandhaltung, Erhaltung und Aufwertung beitragen. Nach Angaben der Fondation du Patrimoine wird der Pass ungefähr 100 Euro kosten, der endgültige Preis wird jedoch im September anlässlich des offiziellen Starts des Projekts bekannt gegeben. Im Gegenzug können die Inhaber des Patrimoine-Passes zwölf Monate lang rund 500 kulturelle Stätten besuchen, darunter historische Monumente, Museen, Schlösser, Gärten und Residenzen von künstlerischem Interesse. Ein besonders umfangreiches Netz, das einige der renommiertesten Stätten des französischen Kulturerbes umfasst, aber auch weniger bekannte, aber aus historischer und kultureller Sicht ebenso bedeutende Orte. Zu den Stätten, die sich bereits dem Projekt angeschlossen haben, gehören einige der wichtigsten kulturellen Ziele Frankreichs, wie das Schloss von Versailles, das Schloss von Chambord, das Schloss von Fontainebleau, das Schloss von Chantilly, das Schloss von Vincennes und das Schloss von Azay-le-Rideau, die Villa Cavrois und die Villa Ephrussi de Rothschild.
Die Fondation du Patrimoine unterstreicht, dass der Pass ab dem Zeitpunkt seiner Einführung den Besuch dieser Hunderte von Stätten ermöglicht und ein konkreter Beitrag zu ihrer Erhaltung ist: Jeder Besuch, der über den Rundgang erfolgt, trägt dazu bei, zusätzliche Mittel für die teilnehmenden Strukturen zu generieren. Einer der wichtigsten Aspekte der Initiative ist der Wunsch, nicht nur die großen nationalen Denkmäler aufzuwerten, sondern auch Orte, die der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt sind. Das Projekt wurde nämlich mit der Absicht ins Leben gerufen, die touristischen und kulturellen Ströme breiter zu streuen und so die Entdeckung von Stätten zu fördern, die oft am Rande der traditionellen Reiserouten liegen. Dazu gehören zum Beispiel das Maison Rozier, das Maison de Colette, La Devinière - Musée Rabelais und die Four des Casseaux, Orte, die verschiedene Aspekte der französischen Kulturgeschichte erzählen und die durch ihre Aufnahme in den nationalen Rundgang eine größere Sichtbarkeit erhalten.
Nach Angaben der Fondation du Patrimoine zielt der neue Pass darauf ab, “das Kulturerbe durch eine Vervielfachung der Besucherzahlen lebendig werden zu lassen” und “den Partnerstätten zusätzliche Einnahmen zu verschaffen”. Diese Strategie zielt darauf ab, kulturelle Förderung und wirtschaftliche Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden und ein Modell anzubieten, bei dem die Teilnahme der Besucher direkt zum Schutz des Kulturerbes beiträgt.
Der Pass Patrimoine wurde durch ein Netzwerk von Partnerschaften entwickelt, an dem zahlreiche institutionelle Akteure beteiligt sind. So werden das Centre des monuments nationaux, die Association des Petites Cités de Caractère de France und die Fédération des Conservatoires d’espaces naturels an der Definition und Förderung des Programms mitwirken. Die Fondation du Patrimoine ist seit fast 30 Jahren einer der wichtigsten Akteure auf dem Gebiet des französischen Denkmalschutzes. Die 1996 gegründete Organisation hat nach eigenen Angaben zur Wiederherstellung, Erhaltung und Weitergabe von mehr als 46 487 Projekten im gesamten französischen Mutterland und in den Überseegebieten beigetragen. Im Laufe der Jahre ist die Stiftung auch durch öffentlichkeitswirksame Initiativen wie das berühmte Loto du Patrimoine bekannt geworden, ein Programm, das durch eine nationale Lotterie Mittel für die Restaurierung von Denkmälern und historischen Stätten sammelt. Der neue Pass ist nach Ansicht der Stiftung ein weiteres Instrument zur Konsolidierung dieses Modells einer breiten Unterstützung des kulturellen Erbes.
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| Der Pass Patrimoine wird in Frankreich eingeführt: ein Jahr zwischen mehr als 500 Schlössern, Museen und Gärten |
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