„Celeste nostalgia“ sang Riccardo Cocciante im Jahr 1982. Und mit dem Ende des Sommers, wenn sich die Badeorte allmählich leeren, die Sonnenschirme eingeklappt werden und die Urlaubssaison schon weit zurückzuliegen scheint, kehrt auch eine gewisse Nostalgie nach einem anderen Sommer zurück – dem Sommer der Malwettbewerbe. Insbesondere in den 1950er- und 1960er-Jahren fanden in zahlreichen italienischen Orten Wettbewerbe und Veranstaltungen rund um die Malerei statt, die Künstler, Werke und Publikum aus den traditionellen Kunstzentren herausholten und Gelegenheiten zum Austausch, zur Sichtbarkeit und zur Begegnung schufen. Es war eine Zeit, in der – noch vor den sozialen Medien und der Verbreitung des Internets – die Preise auch eines der wichtigsten Mittel darstellten, mit denen Künstler ihre Werke und ihren Namen bekannt machen konnten.
Dies gilt für eine Reihe von Preisen, die heute größtenteils in Vergessenheit geraten sind: vom Nationalen Malereipreis „Golfo della Spezia“ über den „Pineta di Linguaglossa“ in Linguaglossa (Catania), vom Nationalen Zeichenpreis „Diomira“ in Mailand bis zum Nationalen Landschaftspreis „Autostrada del Sole“, über den „Astuti“ in Alessandria, den „Città di Fiesole“, den „Lorenzo Viani“ in Lido di Camaiore, den „Luigi Lanzi“ in Corridonia (Macerata), den „Enrico Toti“ in Rom und den Nationalen Malereipreis „Provincia di Frosinone“.
Zu dieser Geografie gehört auch der Nationale Malereipreis „La Triglia d’Oro“ in Marina di Carrara, der insbesondere aufgrund seiner Verbindung zu einer Stadt – Carrara – von besonderer Bedeutung ist, deren kulturelle und wirtschaftliche Identität historisch eng mit Marmor und Bildhauerei verbunden ist. Der Preis wurde vom Bildhauer Arturo Dazzi und von Ceccardo Roccatagliata Ceccardi ins Leben gerufen und fügte sich in ein Umfeld ein, in dem die Tradition der Bildhauerei und der Malerei mit einem lebhaften kulturellen Leben einhergingen. In einem Italien ohne soziale Netzwerke und vor der Verbreitung des Internets stellten die Preise für die Künstler daher eine großartige Gelegenheit dar, ihre Arbeiten zu präsentieren, Sichtbarkeit zu erlangen, sich mit anderen Künstlern auszutauschen und ein breites Publikum zu erreichen. Die Veranstaltungen waren zudem Begegnungsorte, an denen künstlerisches Schaffen mit den jeweiligen Regionen in Verbindung gebracht werden konnte.
Heute ist die Geschichte der „Triglia d’Oro“ Gegenstand der Forschungen und Studien der Wissenschaftlerin Maria Mattei, die sie 2020 ausgingend von der Teilnahme Antonio Ligabues an der Ausgabe von 1964 begann, die zur Feier des zehnjährigen Bestehens des Preises organisiert worden war. An dieser Ausgabe nahmen unter anderem Pietro Annigoni, Carlo Carrà, Mino Maccari, Ardengo Soffici, Ernesto Treccani, Umberto Vittorini, Felice Carena und Giovanni Colacicchi teil. Bei dieser Gelegenheit wurde die „Triglia d’Oro“, die der Bildhauer Bino Bini zur Hommage an das Meer und seine Geschöpfe geschaffen hatte, gerade an Ligabue verliehen.
Im Zuge seiner Recherchen hat Mattei zudem einige Gemälde wiedergefunden, die an den verschiedenen Ausgaben teilgenommen hatten, darunter Werke von Umberto Vittorini, Renato Santini und Pietro Pelliccia. Einige der Gemälde sind noch nicht katalogisiert und befinden sich nach wie vor in einem prekären Zustand. Im Jahr 2024 berichtete ein Artikel in der Zeitung „Il Tirreno“ über die Recherchen, während im Stadtrat von Carrara ein Antrag gestellt wurde, um mit der Katalogisierung zu beginnen, die auch die Skulptur von Angiolo Vannetti umfasst. Bis heute dauern die Rekonstruktionsarbeiten der Historikerin Mattei noch an und werden in einer kleinen Publikation münden, die der Geschichte eines Preises gewidmet ist, der in Carrara zumindest bis zu seinem zehnjährigen Jubiläum im Jahr 1964 eine gewisse Bekanntheit genoss, bevor er nach und nach in Vergessenheit geriet.
Die Geschichte der „Triglia d’Oro“ heute zu rekonstruieren bedeutet daher, auf die Spuren einer Zeit zurückzukehren, in der Preise Teil des kulturellen Lebens der Regionen waren und zur Verbreitung der Werke und Namen der Künstler beitrugen. Die noch andauernden Forschungen von Maria Mattei zielen darauf ab, verstreute Dokumente, Werke und Zeugnisse wieder zusammenzufügen und so eine Veranstaltung, die die Zeit nach und nach ausgelöscht hatte, wieder ins Gedächtnis von Marina di Carrara zu rufen. Eine Geschichte, die – wie viele andere im Zusammenhang mit Malereipreisen der Vergangenheit – gerade jetzt wieder auftaucht, wo dieser Sommer nun endgültig vorbei zu sein scheint.
| Der Malereipreis „Triglia d’Oro“ von Marina di Carrara lebt in den Studien der Forscherin Maria Mattei wieder auf |
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