Das Konzept des Ausstellungspavillons wird radikal neu definiert, indem es vom physischen Raum auf die häusliche Dimension übertragen wird. Kurz gesagt: Der beste Pavillon auf der Biennale von Venedig ist Ihr Zuhause. Dies ist der Vorschlag von In Home Pavilion, einem Projekt des Kollektivs Luca Rossi, das nach seiner ersten Aktivierung während der Biennale Venedig 2024 für die Biennale 2026 zurückkehrt, um das Modell der großen internationalen Ausstellungen in Frage zu stellen und eine Alternative vorzuschlagen, die den Betrachter und seinen Alltagsraum in den Mittelpunkt stellt.
Der Initiative liegt eine Reflexion über die heutige Rolle des Museums zugrunde, das nicht mehr als physischer Ort, sondern als Kapazität verstanden wird. Eine Fähigkeit, die sich in der Möglichkeit ausdrückt, einen kritischen und bewussten Blick auf die Welt zu entwickeln und neue Beobachtungs- und Interpretationsweisen zu trainieren (“training new eyes”, nach dem Slogan von Luca Rossi). In dieser Perspektive kann das Museum also überall existieren und findet in der Wohnung eines jeden von uns eine seiner radikalsten und zugänglichsten Formen.
Das Projekt fügt sich in einen globalen Kontext ein, der von geopolitischer Instabilität, Energiekrisen und wachsender ökologischer Dringlichkeit geprägt ist. In diesem Szenario schlägt In Home Pavilion eine Reflexion über die ökologische Bedeutung großer kultureller Veranstaltungen vor. Schätzungen zufolge werden bei jeder Ausgabe der Biennale von Venedig mehr als 100.000 Tonnen CO2 ausgestoßen, was dem Verbrauch von Tausenden von Autos entspricht. Nach Angaben der Biennale selbst wurden bei der letzten Ausgabe insgesamt 154.961,18 Tonnen CO2-Emissionen verursacht. Man bedenke, dass ein durchschnittliches Auto, das etwa 10.000 km im Jahr fährt, 2 Tonnen CO2 produziert. Eine Zahl, die uns dazu zwingt, nicht nur einzelne Teilnahmen, sondern das gesamte Ausstellungssystem zu überdenken.
Die Idee des Projekts besteht darin, einen Pavillon zu identifizieren, der bereits existiert, aber unsichtbar ist, weil er noch nicht aktiviert ist: der Raum des Zuschauers zu Hause. Der Zugang erfolgt über ein digitales Ticket im PDF-Format, das den Benutzer durch eine Reihe von Aktionen und Aktivierungen in seinem eigenen Zuhause führt, das vorübergehend in einen Ausstellungsraum verwandelt wird.
Auf diese Weise tritt das Publikum in eine Beziehung zu den Hidden Works von Luca Rossi, die von einer Auswahl von dreißig der wichtigsten Künstler der modernen und zeitgenössischen Szene flankiert werden. Die Erfahrung ist diffus, persönlich und umweltschonend gestaltet, frei von der traditionellen Logik des Museumsbesuchs.
Das Projekt schlägt somit eine Neudefinition der Beziehung zwischen Kunst und Publikum vor, indem es die physische und institutionelle Distanz aufhebt, die für große Ausstellungen oft charakteristisch ist. Der Betrachter wird zu einem aktiven Teil des Prozesses und ist aufgefordert, direkt mit den Werken zu interagieren und seinen eigenen Interpretationsweg zu finden. In dieser Vision nimmt die zeitgenössische Kunst eine zentrale Rolle als Instrument zur Erweiterung der Wahrnehmung ein. Sie ist nicht mehr nur eine Erfahrung, die in speziellen Kontexten genossen werden kann, sondern eine Praxis, die Teil des täglichen Lebens werden kann und die Art und Weise verändert, wie der Raum beobachtet und erlebt wird.
In Home Pavilion ist daher ein Vorschlag, der theoretische Überlegungen und praktische Experimente miteinander verbindet und Fragen zur Zukunft von Kultureinrichtungen und zur Art des Zugangs zur Kunst aufwirft. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Zugänglichkeit zentrale Themen sind, schlägt das Projekt ein alternatives Modell vor, das die Umweltbelastung reduziert und die Möglichkeiten der Beteiligung erweitert.
Die Idee des “Hauspavillons” wird so zu einem kritischen Instrument, das in der Lage ist, etablierte Konventionen in Frage zu stellen und neue Perspektiven auf die Rolle der Kunst in der heutigen Gesellschaft zu eröffnen. Es geht nicht nur darum, das Ausstellungserlebnis in einen privaten Raum zu verlegen, sondern es radikal neu zu denken und jedes Zuhause in einen potenziellen Ort der kulturellen Produktion zu verwandeln. Damit fügt sich das Projekt in die breitere Debatte über die Umgestaltung von Kunstinstitutionen und ihre Beziehung zur Öffentlichkeit ein und schlägt eine Vision vor, in der Kunst nicht mehr auf bestimmte Räume beschränkt ist, sondern zu einem integralen Bestandteil der täglichen Erfahrung wird.
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| Der beste Pavillon auf der Biennale von Venedig? Es ist dein Haus! Der Vorschlag von Luca Rossi |
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