Seltene Kopfstudie von Hans Süss von Kulmbach entdeckt: Versteigerung bei Giquello für €200,00


Eine seltene, neu entdeckte Studie eines Frauenkopfes von Hans Süss von Kulmbach, einem Zeitgenossen Albrecht Dürers, wird am 31. März 2026 bei Giquello mit einem Schätzwert zwischen 200.000 und 300.000 Euro versteigert.

Eine seltene Studie eines Frauenkopfes von Hans Süss von Kulmbach (Kulmbach, um 1480 - Nürnberg, 1522), einem Zeitgenossen Albrecht Dürers, wurde entdeckt und wird am 31. März 2026 von Giquello im Pariser Hôtel Drouot versteigert, wobei der Schätzpreis zwischen 200.000 und 300.000 Euro liegt. Das Werk, ein auf Karton aufgetragenes Blatt Papier (wahrscheinlich Pergament) mit den Maßen 14,4 x 10,5 cm, wurde vom Cabinet Turquin identifiziert, das seine Echtheit und seinen historischen Wert bestätigte.

Hans Süss von Kulmbach wurde um 1480 in Kulmbach, Oberfranken, geboren. Seine Ausbildung bleibt teilweise im Dunkeln, aber vor 1503 scheint er im Kreis von Lucas Cranach dem Älteren verkehrt zu haben. Wie viele junge Künstler aus Nebenstädten zog es Kulmbach bald nach Nürnberg, dem damals herausragenden künstlerischen Zentrum des Reiches, wo die kulturelle und wirtschaftliche Vitalität das Aufkommen neuer Talente begünstigte. Um 1500 war Nürnberg eine freie Reichsstadt, politisch, rechtlich und wirtschaftlich autonom und ein strategischer Knotenpunkt an den Handelswegen zwischen Norditalien, den Niederlanden und Mitteleuropa. Diese Lage trug zu einem reichhaltigen und kultivierten Umfeld bei, in dem Goldschmiede, Hüttenleute, Kupferstecher, Kartographen und Maler nebeneinander existierten und ein lebhaftes künstlerisches und intellektuelles Leben entfachten. Das Auftauchen von Albrecht Dürer, der in der Stadt geboren wurde, festigte Nürnbergs Rolle als kulturelles Referenzzentrum in Norddeutschland weiter.

Hans Süss von Kulmbach, Studie eines Frauenkopfes (Papier auf Karton, 144 x 105 mm)
Hans Süss von Kulmbach, Studie eines Frauenkopfes (Papier auf Karton aufgetragen, 144 x 105 mm)

Beeinflusst von seinen Italienreisen und der deutschen Handwerkstradition führte Dürer die Prinzipien der Perspektive, der Proportion und der wissenschaftlichen Untersuchung des menschlichen Körpers in Nürnberg ein und machte seine Werkstatt zu einem Zentrum der künstlerischen Verbreitung mit europäischer Ausrichtung. Unter seiner Leitung entwickelte Nürnberg eine originelle Synthese aus spätgotischer Tradition und italienischen Innovationen der Renaissance und wurde zu einer Kulturwerkstatt, in der sich Kunst, Wissenschaft und Technik verbanden.

Süss von Kulmbach trat vermutlich um 1507, nach der zweiten Venedigreise Dürers, in dessen Atelier ein und wurde von Joachim von Sandrart als einer seiner Hauptschüler betrachtet. Zusammen mit Hans Léonard Schaufelein und Hans Baldung Grien wurde Kulmbach zu einem der wichtigsten Mitarbeiter Dürers und erlernte die Techniken der Tafelmalerei, des Retabelschmucks und der Porträtmalerei. Im Jahr 1511 nahm er den Namen Hans Süss an und eröffnete wahrscheinlich sein eigenes Atelier. Als die Zahl der direkten Aufträge an Dürer abnahm, strebte Kulmbach nach eigenem Ruhm und führte große Projekte in Eigenregie durch. Er fertigte gemalte und geschnitzte Altäre an, manchmal nach Zeichnungen des Meisters. Zu seinen wichtigsten Werken gehören das Triptychon für Lorenz Tucher in der Nürnberger Sebaldikirche (1513) und mehrere Aufträge für Krakau zwischen 1511 und 1516.

Um 1517 erreichte Kulmbach den Höhepunkt der Glasmalerei, als er mit Dürer an den Glasfenstern des Kaisers und des Markgrafen in derselben Kirche St. Sebald zusammenarbeitete. Es ist daher möglich, dass das Motiv dieser Studie eines Frauenkopfes als Vorlage für die Jungfrau mit Kind diente. Die Zusammenarbeit mit Dürer spiegelte das kollektive Modell des Renaissance-Ateliers wider, in dem der Meister Kompositionen entwarf und Assistenten bestimmte Teile ausführten, darunter Studien von Köpfen und Händen.

Die Versteigerung dieser Studie bietet Sammlern und Liebhabern die seltene Gelegenheit, ein Werk zu erwerben, das nicht nur von Kulmbachs Talent, sondern auch von der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Dürer und dem künstlerischen Umfeld im Nürnberg des frühen 16. Jahrhunderts zeugt. Das Werk verkörpert die Synthese von deutscher Handwerkskunst und italienischen Renaissanceeinflüssen und bietet einen wertvollen Einblick in die Ausbildung der großen nordischen Meister und ihre Herangehensweise an das weibliche Porträt. Die Studie wird daher der Protagonist der Giquello-Auktion bei Drouot am 31. März 2026 sein und dem internationalen Markt die Gelegenheit bieten, ein seltenes Meisterwerk zu sehen, das mit der deutschen Kunsttradition und dem großen Erbe Albrecht Dürers verbunden ist und ein Stück nordeuropäischer Kunstgeschichte von außerordentlichem ästhetischem und kulturellem Wert darstellt.

Seltene Kopfstudie von Hans Süss von Kulmbach entdeckt: Versteigerung bei Giquello für €200,00
Seltene Kopfstudie von Hans Süss von Kulmbach entdeckt: Versteigerung bei Giquello für €200,00



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