Die elfte Ausgrabungskampagne im hellenistisch-römischen Stadtviertel von Agrigent ist zu Ende gegangen. Sie ist das Ergebnis der 2016 begonnenen Zusammenarbeit zwischen dem Campus Ravenna der Universität Bologna und dem Archäologischen und Landschaftspark des Tals der Tempel. Die Untersuchungen lieferten neue Erkenntnisse, die zur Rekonstruktion der Entwicklung des antiken Agrigentum zwischen der Spätantike und dem Frühmittelalter beitragen.
Die Untersuchungen konzentrierten sich auf den vierten Block des archäologischen Areals des Parks des Tals der Tempel, in der Nähe eines weitläufigen Thermenkomplexes. Hier haben die Archäologen ein Gebäude freigelegt, das etwa acht Jahrhunderte lang, vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis mindestens ins 5. Jahrhundert n. Chr., genutzt wurde und somit von der langen Kontinuität des Lebens in diesem Stadtviertel zeugt. Die Analyse der verschiedenen, übereinanderliegenden Bodenbeläge ermöglichte es, die wichtigsten Umbauphasen des Gebäudes zu rekonstruieren. Auf den ältesten Bodenbelag aus gelbem Kalksandstein folgte ein Cocciopesto-Bodenbelag aus der Zeit der Republik mit roten Farbspuren, während die letzte Phase durch ein raffiniertes, vielfarbiges geometrisches Mosaik aus der Spätantike repräsentiert wird, das bereits gereinigt und gesichert wurde.
Die bedeutendste Entdeckung betrifft jedoch einige Fundstücke, die offenbar die Ausbreitung des Christentums in Sizilien zwischen dem 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. belegen. In einem viereckigen Becken wurden nämlich Münzen, Überreste kleiner Tiere, die vermutlich von rituellen Banketten stammen, sowie einige Amphorenverschlüsse gefunden. Auf einem davon ist ein christliches Monogramm eingraviert – ein Detail, das auf eine mögliche Verbindung zu der nahegelegenen Kultstätte hindeutet, die in früherer Zeit in einer Zisterne der Thermen eingerichtet worden war.
Die Forschungsarbeiten werden nun mit der Untersuchung der Fundstücke und der Bestattungskontexte fortgesetzt, um die städtebaulichen und religiösen Veränderungen der antiken Stadt genauer rekonstruieren zu können. Die Ausgrabungskampagne wurde von Professor Giuseppe Lepore von der Universität Bologna und der Archäologin des Parks, Maria Serena Rizzo, geleitet. Die Arbeiten wurden durch kontinuierliche Konservierungs- und Sicherungsmaßnahmen begleitet, die von der Restauratorin Marilanda Rizzo Pinna koordiniert wurden und es ermöglichten, die bei der Ausgrabung zutage geförderten Fundstücke zu erhalten.
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| Neue Entdeckungen in Agrigent: Ausgrabungen bringen ein Gebäude ans Licht, das acht Jahrhunderte lang genutzt wurde, sowie ein vielfarbiges Mosaik |
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