Vom 1. Oktober 2026 bis zum 4. Januar 2027 präsentiert das Van-Gogh-Museum in Amsterdam „Yoshitoshi. Der Meister des Mondes“, eine Ausstellung, die einem der bedeutendsten japanischen Kupferstecher des 19. Jahrhunderts gewidmet ist. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die berühmte Serie „Hundert Ansichten des Mondes“ von Tsukioka Yoshitoshi, die dank einer großzügigen Schenkung kürzlich in den Bestand des Museums aufgenommen wurde und nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird.
Tsukioka Yoshitoshi, geboren 1839 und gestorben 1892, lebte in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen für Japan. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, nach fast zwei Jahrhunderten nahezu vollständiger Isolation, begann sich das Land nämlich zunehmend für ausländische Einflüsse zu öffnen und leitete damit einen raschen Modernisierungsprozess ein. Yoshitoshi beobachtete mit Sorge das fortschreitende Verschwinden der Traditionen und der Kultur des alten Japans. Gerade aus diesem Bedürfnis, die Erinnerung zu bewahren, entstand die Serie „Hundert Ansichten des Mondes“, die zwischen 1885 und 1892 entstand. Mit Hilfe der hundert Holzschnitte schuf der Künstler ein umfangreiches Repertoire an Erzählungen und Bildern, die mit der japanischen und chinesischen Kultur verbunden sind. Die Protagonisten sind Figuren und Episoden aus Geschichte, Mythologie und Folklore, die durch ein wiederkehrendes Element vereint sind: den Mond.
In Yoshitoshis Serie nimmt der Mond eine symbolische Rolle ein und wird zum roten Faden von Bildern, die tief mit Kontemplation und Nostalgie verbunden sind. In einigen Kompositionen ist die Mondscheibe deutlich sichtbar und nimmt eine zentrale Rolle in der Szene ein; in anderen hingegen wird ihre Anwesenheit lediglich durch das Licht angedeutet, das Figuren und Landschaften erhellt. Diese Vielfalt an Darstellungen ermöglicht es Yoshitoshi, eine atmosphärisch reichhaltige visuelle Erzählung zu schaffen, in der der Mond auch zu einem Mittel wird, eine traditionelle Welt heraufzubeschwören, die der Künstler als zunehmend von der Modernisierung bedroht empfand.
Yoshitoshi blieb den Prinzipien des japanischen Holzschnitts treu, wusste sich aber gleichzeitig mit den Neuerungen aus dem Westen auseinanderzusetzen. In seinen Werken lassen sich tatsächlich Einflüsse erkennen, die mit der Perspektive und einer stärkeren Ausrichtung auf den Realismus zusammenhängen. Das Ergebnis ist eine innovative Bildsprache, die sich durch eindrucksvolle Kompositionen, einen raffinierten Umgang mit Farbe und originelle formale Lösungen auszeichnet. Aufgrund dieser Merkmale gilt Yoshitoshi alsder letzte große Meister und als einer der bedeutendsten Erneuerer der japanischen Druckkunst, insbesonderedes Ukiyo-e.
Der Ausstellungsparcours knüpft auch an die Figur von Vincent van Gogh an, der eine tiefe Bewunderung für japanische Farbholzschnitte hegte. Ab 1885 begann Van Gogh, Hunderte japanischer Drucke zu sammeln, und besaß schließlich sogar fünf Werke von Yoshitoshi. Einige materielle Details lassen auch heute noch erkennen, wie aufmerksam der niederländische Künstler diese Bilder betrachtete und studierte: Die Nadellöcher an den Ecken der Blätter deuten nämlich darauf hin, dass die Drucke an den Wänden aufgehängt wurden. Die großzügigen Farbflächen, die klaren Konturen und die unerwarteten Kompositionen der japanischen Drucke spielten eine bedeutende Rolle in Van Goghs künstlerischer Entwicklung und trugen zu seiner Suche nach neuen Wegen der Bildgestaltung bei.
Die nun erstmals im Museum präsentierte Serie ist aufgrund ihrer Vollständigkeit und ihres hervorragenden Erhaltungszustands von besonderer Bedeutung. Die hundert Drucke stammen aus der Sammlung von Elise Wessels (1943–2023), Kunstsammlerin und Gründungsdirektorin des Museums Nihon no hanga. Wessels beschloss, ihre Sammlung verschiedenen niederländischen Institutionen zu vermachen, um sie auch künftigen Generationen zugänglich zu machen.
Dank des niederländischen Erbschaftssteuersystems gingen 141 japanische Holzschnitte aus ihrer Sammlung, darunter die vollständige Serie „Hundert Ansichten des Mondes“, an den niederländischen Staat über und wurden zur Aufbewahrung an das Van-Gogh-Museum übergeben. Die Dokumentationsausstellung „Yoshitoshi. Der Meister des Mondes bietet somit die erste Gelegenheit, die berühmte Serie des japanischen Künstlers vollständig im Museum zu bewundern und gleichzeitig die Verbindung zwischen der japanischen Kunst und dem Schaffen von Vincent van Gogh näher zu beleuchten.
![]() |
| Das Van-Gogh-Museum in Amsterdam präsentiert erstmals „Die hundert Ansichten des Mondes“ von Tsukioka Yoshitoshi |
Achtung: Die Übersetzung des italienischen Originalartikels ins Deutsche wurde mit Hilfe automatischer Tools erstellt. Wir verpflichten uns, alle Artikel zu überprüfen, aber wir garantieren nicht die völlige Abwesenheit von Ungenauigkeiten in der Übersetzung aufgrund des Programms. Sie können das Original finden, indem Sie auf die ITA-Schaltfläche klicken. Wenn Sie einen Fehler finden, kontaktieren Sie uns bitte.