Erwin Wurm im Museum Fortuny in Venedig: eine Ausstellung, die den Körper in eine lebendige Skulptur verwandelt


Vom 6. Mai bis zum 22. November 2026 zeigt das Museum Fortuny in Venedig "Dreamers", eine umfassende monografische Ausstellung über Erwin Wurm. Die Ausstellung untersucht die Beziehung zwischen Körper, Objekt und Identität anhand von Werken, die den Begriff der Skulptur neu definieren und das Publikum direkt einbeziehen.

Vom 6. Mai bis zum 22. November 2026 präsentiert das Museum Fortuny in Venedig Dreamers, eine umfassende monografische Ausstellung, die Erwin Wurm (Bruck an der Mur, Österreich, 1954) gewidmet ist, einer der wichtigsten Figuren der zeitgenössischen Kunstszene. Die von Elisabetta Barisoni und Cristina Da Roit kuratierte Ausstellung konzentriert sich auf eine Forschung, die im Laufe der Jahrzehnte die Grenzen der Skulptur neu definiert hat, indem sie ihre traditionellen Parameter erweitert und Kategorien wie Zeit, Masse, Oberfläche, Abstraktion und Repräsentation in Frage stellt.

Wurms Werk basiert auf einer Reflexion, die den menschlichen Körper und Alltagsgegenstände miteinander verwebt und beide in den Mittelpunkt einer Praxis stellt, die zwischen Kunst und Leben liegt. Die Ironie, ein strukturelles Element seiner Produktion, wird zu einem Mittel, um philosophische und soziale Fragen anzusprechen. Die Werke inszenieren die für die zeitgenössische Welt typischen Spannungen zwischen wirtschaftlichen Zwängen und Identitätskonstruktionen, indem sie sich in einem Zwischenraum zwischen der monumentalen Dimension und der Banalität des Alltagslebens ansiedeln.

Die Einbeziehung der Ausstellung in die Räume des Fortuny-Museums bringt eine doppelte Spannung mit sich. Einerseits die physische, die mit der Schwerkraft und dem Umgang mit Volumen und Masse zusammenhängt, und andererseits die historische, die von der kulturellen Schichtung eines Gebäudes bestimmt wird, das tief im venezianischen Gedächtnis verwurzelt ist. In diesem Kontext nimmt die Präsenz der Werke von Wurm die Form eines Elements der Einmischung und des Dialogs an.

“Das Gewöhnliche”, sagt Erwin Wurm, “ist uns so nahe und so vertraut, dass wir geneigt sind, es zu übersehen. Wenn wir das Gewöhnliche aus der Perspektive des Absurden und Paradoxen betrachten, haben wir die Möglichkeit, etwas anderes, vielleicht Interessanteres zu sehen”.

Erwin Wurm, Zwang (2008; Metall, Kleidung, Polyurethanschaum, 138 x 70 x 75 cm) © Erwin Wurm, Bildrecht, Wien 2026. Foto: Markus Gradwohl
Erwin Wurm, Zwang (2008; Metall, Kleidung, Polyurethanschaum, 138 x 70 x 75 cm) © Erwin Wurm, Bildrecht, Wien 2026. Foto: Markus Gradwohl

Ein wichtiger Teil der Ausstellung ist den berühmten One Minute Sculptures (1996-97) gewidmet, die den internationalen Ruhm des Künstlers begründeten. Diese im zweiten Stock des Museums installierten Werke beziehen das Publikum direkt mit ein, das aufgefordert wird, mit Alltagsgegenständen wie Stühlen, Flaschen, Büchern oder Kleidungsstücken Aktionen auszuführen oder Posen einzunehmen. Die Skulptur wird hier als temporäres Ereignis konfiguriert: Sie existiert in der Geste und in ihrer kurzen Dauer, um dann in der fotografischen Dokumentation weiterzuleben, die oft mit Polaroids realisiert wird, die als Formen der unmittelbaren Aufzeichnung der Aktion gedacht sind.

Neben diesen Erfahrungen präsentiert die Ausstellung Werke, in denen gewöhnliche Gegenstände anthropomorphe Züge annehmen. In der Serie Dreamers nehmen Elemente wie überdimensionale Kissen, die von menschlichen Gliedmaßen getragen werden, Gestalt an und bilden instabile und manchmal groteske Konfigurationen. Diese Arbeiten spielen auf die Traumdimension an und setzen den physischen Körper mit der psychologischen Sphäre des Unbewussten in Beziehung, wodurch ein Spannungszustand zwischen materieller Präsenz und geistiger Wahrnehmung hervorgehoben wird.

Ein weiterer thematischer Kern betrifft die Beziehung zwischen Körper und Kleid, verstanden als skulpturale Erweiterung. In der Serie Substitutes stellt Wurm Kleidungsstücke ohne menschliche Figur aus, die als Spuren oder Hüllen die Erinnerung an eine abwesende Präsenz bewahren sollen. Insbesondere der Dialog zwischen dem Knossos-Schal und der Skulptur Yikes zeigt, wie scheinbar einfache Formen durch die Interaktion mit dem Körper Bedeutung erlangen. Während sich das Tuch als eine offene Struktur präsentiert, die ein aktives Eingreifen erfordert, um Gestalt anzunehmen, gibt Yikes einen kristallisierten Moment wieder, der zwischen Aktion und Auflösung schwebt.

Erwin Wurm, Shadow - Substitutes Series (2024; Bronze, Patina, 220 x 47 x 50 cm) © Erwin Wurm, Bildrecht, Wien 2026. Foto: Markus Gradwohl
Erwin Wurm, Serie Shadow - Substitutes (2024; Bronze, Patina, 220 x 47 x 50 cm) © Erwin Wurm, Bildrecht, Wien 2026. Foto: Markus Gradwohl

Die Verbindung mit der Figur von Mariano Fortuny hilft, den Kontext der Ausstellung weiter zu definieren. Als vielseitiger Künstler, der als Bühnenbildner, Erfinder, Maler und Designer tätig war, verwandelte Fortuny den Palazzo Pesaro degli Orfei in einen Raum für totale Experimente. Das heutige Fortuny-Museum ist ein komplexes Umfeld, in dem sich Materialien, Sprachen und Erinnerungen überschneiden und interagieren. Innerhalb dieser Struktur werden Wurms Werke als Elemente eingefügt, die in der Lage sind, das Gleichgewicht zu verändern und neue Lesarten zu aktivieren.

Das Ausstellungserlebnis entwickelt sich so in einem Raum, der als dynamischer Organismus konzipiert ist, in dem sich Behälter und Inhalt gegenseitig beeinflussen. Die Skulpturen, die sich durch Verformungen, Ausdehnungen und Kontraktionen auszeichnen, führen eine Dimension der Instabilität ein, die sich durch den gesamten Ausstellungsparcours zieht. Das Museum wird so zu einem Ort, an dem die Transformationen der zeitgenössischen Identität in Kontinuität mit den Schichtungen der Vergangenheit beobachtet werden können. Im Dialog zwischen Dauerhaftigkeit und Unsicherheit entsteht so eine Reflexion über die Rolle des Individuums in einer Gesellschaft, die ständig verlangt, bestimmte Formen anzunehmen.

Erwin Wurm im Museum Fortuny in Venedig: eine Ausstellung, die den Körper in eine lebendige Skulptur verwandelt
Erwin Wurm im Museum Fortuny in Venedig: eine Ausstellung, die den Körper in eine lebendige Skulptur verwandelt



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