Im Nivola-Museum führen Costantino Nivola und Gianni Colombo einen Dialog, um das Thema Raum zu erörtern


Vom 24. Juli bis zum 25. Oktober 2026 widmet sich das Nivola-Museum in Orani dem Thema „Raum“ anhand der Werke von Costantino Nivola und Gianni Colombo. In drei unterschiedlichen Ausstellungsräumen sind die Besucher eingeladen, ein immersives Erlebnis zwischen Kunstwerken, Licht, Raum und Erinnerung zu erleben.

Vom 24. Juli bis zum 25. Oktober 2026 präsentiert das Museo Nivola in Orani die Ausstellung „Nivola, Colombo und der Raum dazwischen“, die Teil des neuen Programms „Nivola vis-à-vis“ ist, das darauf abzielt, das Werk von Costantino Nivola mit dem von bedeutenden Vertretern der Kunst des 20. Jahrhunderts in Beziehung zu setzen. Die von Chiara Gatti und Anna Pirisi in Zusammenarbeit mitdem Archiv Gianni Colombo in Mailand kuratierte Ausstellung bildet den Mittelpunkt von „STANZE“, dem ersten Kapitel eines dreiteiligen Projekts, das das Programm des Museums zwischen Sommer und Herbst 2026 begleiten wird. Die Ausstellung möchte eine Reflexion über das Konzept des Raums und die Spracheder Umgebung als Ort der Beziehung zwischen Körper, Architektur und Wahrnehmung anregen. In drei unterschiedlichen Räumen wird der Besucher zu einer immersiven Erfahrung eingeladen, die Werke, Licht, Volumen und Erinnerung in einen Dialog bringt.

Der Rundgang gliedert sich in drei Abschnitte: den „Raum der Träume“, der Costantino Nivola gewidmet ist, den „Elastischen Raum“ von Gianni Colombo und einen „Raum der Erinnerung“, der als Ort der Teilhabe und des Austauschs konzipiert ist. Wie die Abschnitte einer einzigen Erzählung begleiten diese drei Räume das Publikum auf einer Reise, die von der individuellen Erfahrung ausgeht und sich der kollektiven Dimension öffnet. Dem Projekt liegt zudem ein bedeutender historischer Zufall zugrunde. Im Jahr 1968 schuf Nivola das „Modell für das Denkmal für Antonio Gramsci“, seine erste Raumsituation, genau in demselben Jahr, in dem Gianni Colombo auf der Biennale von Venedig den berühmten „Spazio elastico“ präsentierte. Zwei parallele Forschungsansätze, die sich zwar in unterschiedlichen Ausdrucksformen entwickeln, jedoch eine tiefgreifende Reflexion über den Raum als zu durchlebende Erfahrung teilen.

In den 1960er Jahren experimentierte Nivola nämlich mit einer neuen Idee des Denkmals, das als Ort zum Erleben und Durchschreiten konzipiert war. Projekte wie das für die Piazza Satta zeugen von diesem Bestreben, die Skulptur in einen Raum zu verwandeln, der für Interaktion offen ist, in dem Licht, Proportionen und Architektur eine direkte Beziehung zu den Passanten herstellen. In der Poetik des Künstlers erhält der Raum eine Bedeutung, die über seine architektonische Funktion hinausgeht. Er wird zu einem grundlegenden Maßstab des bewohnten Raums, zu einem Umfeld, das um die Präsenz des Menschen und seine alltägliche Erfahrung herum gestaltet ist. Diese Konzeption spiegelt sich auch in den berühmten „Teatrini“ wider, kleinen skulpturalen Architekturen, die auf modularen Gleichgewichten und geometrischen Beziehungen basieren und Stimmungen hervorrufen können, die zwischen Realität und Vorstellungskraft schweben. Die sogenannten „Traumkästen“ verwandeln den Betrachter so in den stillen Protagonisten einer essentiellen Szene, in der das Licht die Wahrnehmung von Raum und Zeit ständig verändert.

Lichtspiele im Haus von Springs, 1950er Jahre. Foto: Costantino Nivola. Mit freundlicher Genehmigung der Fondazione Nivola
Lichtspiele im Haus in Springs, 1950er Jahre. Foto: Costantino Nivola. Mit freundlicher Genehmigung der Fondazione Nivola
Ein Licht, das durch das Fenster fällt, um die hartnäckige Dunkelheit aus meinem Tempel und Gefängnis der Intimität sowie aus meinen Tagträumen zu vertreiben (1978; Tempera und Bleistift auf Papier, 21 x 27,9 cm; Orani, Museo Nivola)
Ein Licht, das durch das Fenster eindringt, um die hartnäckige Dunkelheit aus meinem Tempel und Gefängnis der Intimität sowie aus meinen Tagträumen zu vertreiben (1978; Tempera und Bleistift auf Papier, 21 x 27,9 cm; Orani, Museo Nivola)
Das Licht, das einen Raum umhüllt, weckt Tagträume (1978; bemaltes Holz und Glas, 40,8 x 40,8 x 40,8 cm; im Inneren: halbfeuerfester Ton mit Baumwollkordel, 17 x 20,4 x 5 cm; Orani, Museo Nivola)
Das Licht, das einen Raum umarmt, lässt Tagträume entstehen (1978; bemaltes Holz und Glas, 40,8 x 40,8 x 40,8 cm; im Inneren: halbfeuerfester Ton mit Baumwollkordel, 17 x 20,4 x 5 cm; Orani, Museo Nivola)
„Spazio elastico“ (1967; fluoreszierende Gummibänder, Elektromotoren, Wood-Lampe, 400 × 400 × 400 cm; Rekonstruktion für die Nationale Galerie für moderne und zeitgenössische Kunst in Rom, 2005). Foto: Giorgio Pizzagalli, Archiv Gianni Colombo, Mailand
Elastischer Raum (1967; fluoreszierende Gummibänder, Elektromotoren, Wood-Lampe, 400 × 400 × 400 cm; Rekonstruktion für die Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea in Rom 2005). Foto: Giorgio Pizzagalli, Archiv Gianni Colombo, Mailand
„Elastischer Raum“ (1967; fluoreszierende Gummibänder, Elektromotoren, Wood-Lampe, 400 × 400 × 400 cm; Neue Galerie am Landesmuseum Johanneum, Graz, 1967; Mailand, Archiv Gianni Colombo)
„Spazio elastico“ (1967; fluoreszierende Gummibänder, Elektromotoren, Wood-Lampe, 400 x 400 x 400 cm; Neue Galerie am Landesmuseum Johanneum, Graz, 1967; Mailand, Archiv Gianni Colombo)

Der Dialog mit Gianni Colombo vertieft diese Reflexion noch weiter. Die originalgetreue Rekonstruktion der „Stanza dei sogni“ wird in Beziehung zum „Spazio elastico“ gesetzt, einem der berühmtesten Werke des Mailänder Künstlers, wodurch eine auf sinnlicher Erfahrung basierende Gegenüberstellung entsteht. Der Besucher ist aufgefordert, sich mit instabilen Perspektiven, optischen Täuschungen und sich ständig verändernden Wahrnehmungskoordinaten auseinanderzusetzen.

Der Rundgang endet im „Raum der Erinnerung“, einem Raum, der dazu gedacht ist, Zeugnisse, Bilder, Worte und Erinnerungen der Besucher zu sammeln. Durch eine partizipative Geste lädt das Museum das Publikum ein, zum Aufbau eines kollektiven Archivs beizutragen, das Teil des Bestands der Institution werden soll. Das „Lavatoio“ wird so zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs, an dem sich Kunst, Erinnerung und Gemeinschaft zu einem gemeinsamen Erlebnis verflechten.

Neben der Ausstellung widmet das Museo Nivola Grazia Deledda anlässlich des hundertsten Jahrestags der Verleihung des Nobelpreises für Literatur eine Hommage. Vom 24. Juli bis zum 20. September wird in den Räumen der Dauerausstellung eine Bronzeskulptur zu sehen sein, die Costantino Nivola in den 1970er Jahren geschaffen und der großen sardischen Schriftstellerin gewidmet hat. Das Werk, eine Leihgabe der Banco di Sardegna, wird im neuen Raum des Oberlichts ausgestellt.

Im Nivola-Museum führen Costantino Nivola und Gianni Colombo einen Dialog, um das Thema Raum zu erörtern
Im Nivola-Museum führen Costantino Nivola und Gianni Colombo einen Dialog, um das Thema Raum zu erörtern



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