„Die Schlacht der Nackten“ von Pollaiolo wird bei Christie’s versteigert: Es handelt sich um den ersten signierten Stich in der Geschichte der italienischen Kunst


Am 7. Juli wird Christie’s „Die Schlacht der Nackten“ von Antonio del Pollaiolo versteigern, den ersten signierten Stich der italienischen Kunstgeschichte und den einzigen Stich, der dem Künstler mit Sicherheit zugeschrieben werden kann.

Am kommenden 7. Juli wird im Rahmen der von Christie’s organisierten Auktion „Old Master Prints“ Antonio del Pollaiolos „La Battaglia dei Nudi“ versteigert, das als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Stiche des italienischen 15. Jahrhunderts gilt und um 1470–1475 entstanden ist.

Das Werk, das aus einer Privatsammlung stammt und auf einen Wert zwischen 250.000 und 350.000 Pfund geschätzt wird, zeigt zehn völlig nackte Männer in einem heftigen Kampf, der in einer Landschaft voller Schilf, Bäume und Weinreben spielt. Sie bekämpfen sich mit Schwertern, Dolchen, Äxten, Bögen und Pfeilen, während ihre Körper in einer außergewöhnlichen Vielfalt an Posen dargestellt sind: von vorne, im Profil, von hinten, stehend, hockend oder auf dem Boden liegend. Die sorgfältige anatomische Darstellung, die durch einen gekonnten Einsatz von Schattierungen erreicht wird, hebt die Muskelspannung und die Dramatik der Gesichtsausdrücke hervor. Links ist eine an einem Baum hängende Tafel mit der Inschrift „OPVS ANTONII POLLAIOLI FLORENTINI“ zu sehen – eine Signatur, die dieses Werk zum ersten signierten Stich in der Geschichte der italienischen Kunst macht.

Antonio Pollaiolo, Schüler von Lorenzo Ghiberti und eine der führenden Persönlichkeiten der florentinischen Renaissance, war Maler, Bildhauer, Goldschmied, Zeichner und Kupferstecher. Trotz des umfangreichen Schaffens ist nur ein begrenzter Teil seiner Werke bis in unsere Zeit erhalten geblieben. Auch wenn ihm im Laufe der Zeit einige weitere Blätter zugeschrieben wurden, bleibt „Die Schlacht der Nackten“ der einzige Stich, der dem Künstler mit Sicherheit zugeschrieben werden kann.

Der auf die 70er Jahre des 15. Jahrhunderts datierbare Stich stellt einen entscheidenden Meilenstein bei der Wiederentdeckung des menschlichen Körpers dar, inspiriert von den Vorbildern der klassischen Antike. Seine innovative Formensprache nahm viele Entwicklungen der Hochrenaissance vorweg und beeinflusste italienische und europäische Künstler tiefgreifend. Seine Einflüsse lassen sich beispielsweise in den „Ignudi“ in der Sixtinischen Kapelle von Michelangelo und in dem berühmten Stich „Adam und Eva“ von Albrecht Dürer erkennen, der einige von Pollaiuolo entworfene Figuren direkt aufgriff, darunter den Bogenschützen oben links in der Komposition. Im Laufe der Jahrhunderte wurdendie Figuren der „Schlacht der Nackten“von zahlreichen Künstlern kopiert, neu interpretiert und überarbeitet, sowohl als einzelne anatomische Studien als auch als Vorlagen für Schlachtszenen.

Antonio Pollaiuolo, „Schlacht der Nackten“ (um 1470–75, Radierung, Blatt 425 × 605 mm)
Antonio del Pollaiolo, „Schlacht der Nackten“ (um 1470–75, Radierung, Blatt 425 × 605 mm)

Die Bedeutung des Werks sorgt auch heute noch für Diskussionen unter Wissenschaftlern. Da die Komposition keine expliziten Bezüge zur Mythologie oder zur antiken Geschichte aufweist, wurde sie als Studie der menschlichen Figur und der Bewegung interpretiert sowie als Reflexion über die Gegenüberstellung von Malerei, Radierung und Skulptur. Der bewusst komprimierte Raum und die Vegetation, die den Hintergrund umrahmt, erinnern in der Tat an die Reliefs römischer Sarkophage, mit denen Pollaiolo bestens vertraut war.

Besonders überraschend ist die Entscheidung des Künstlers, für alle zehn Kämpfer dasselbe Modell zu verwenden. Das gleiche Gesicht und derselbe Körperbau wiederholen sich in jeder Figur, variiert in den Posen und Mimiken. Diese Lösung lässt vermuten, dass der Stich auch als außergewöhnliche Übung zur Erforschung von Anatomie und Bewegung konzipiert war, ebenso wie als didaktisches Hilfsmittel für Künstler und Handwerker.

Über seine praktische Funktion hinaus stellt „Die Schlacht der Nackten“ ein außergewöhnliches Bekenntnis zu künstlerischem Ehrgeiz dar. Die Größe der Platte, die Komplexität der Komposition, die außergewöhnliche technische Qualität und die Entscheidung, das eigene Werk offen zu signieren, zeugen von Pollaiuolos Bestreben, den Stich in den Rang der hohen Künste zu erheben.

Von dem Stich sind zwei verschiedene Zustände bekannt. Der erste ist in einem einzigen Exemplar erhalten geblieben, das im Cleveland Museum of Art aufbewahrt wird, auch wenn bereits Ende des 15. Jahrhunderts angefertigte Kopien belegen, dass mehrere Exemplare gedruckt wurden. Später wurde die Matrize überarbeitet, wahrscheinlich von Pollaiuolo selbst oder seiner Werkstatt, wobei neue Schattierungen hinzugefügt und einige Details verstärkt wurden, um eine größere Auflage zu ermöglichen. Von der zweiten Fassung sind heute 49 Exemplare erfasst, von denen drei im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden oder verloren gingen. Nur vier befinden sich noch in Privatsammlungen: Dazu gehören das Exemplar aus der Sammlung des Herzogs von Devonshire in Chatsworth, das Exemplar aus der Sammlung von Sam Josefowitz, das 2023 bei Christie’s für 693.000 Pfund verkauft wurde, sowie das nun zur Versteigerung stehende Exemplar, das zwischen 1955 und 1967 im Besitz des Art Institute of Chicago war, bevor es als Duplikat verkauft wurde.

„Die Schlacht der Nackten“ von Pollaiolo wird bei Christie’s versteigert: Es handelt sich um den ersten signierten Stich in der Geschichte der italienischen Kunst
„Die Schlacht der Nackten“ von Pollaiolo wird bei Christie’s versteigert: Es handelt sich um den ersten signierten Stich in der Geschichte der italienischen Kunst



Achtung: Die Übersetzung des italienischen Originalartikels ins Deutsche wurde mit Hilfe automatischer Tools erstellt. Wir verpflichten uns, alle Artikel zu überprüfen, aber wir garantieren nicht die völlige Abwesenheit von Ungenauigkeiten in der Übersetzung aufgrund des Programms. Sie können das Original finden, indem Sie auf die ITA-Schaltfläche klicken. Wenn Sie einen Fehler finden, kontaktieren Sie uns bitte.