Ein Werbeplakat für eine Veranstaltung wurde zu einem angeblichen fotografischen Beweis umgedeutet. Dies geschah in den sozialen Medien nach der Veröffentlichung der Veranstaltung „Grafica Pride“, die für Freitag, den 19. Juni 2026, von 20 bis 23 Uhrvom Istituto Centrale per la Grafica in Rom im Palazzo della Fontana di Trevi organisiert wurde.
Das Plakat zeigte eine Darstellung des Trevi-Brunnens in den Regenbogenfarben, dem Symbol des Pride – eine grafische Gestaltung, die im Einklang mit dem Titel der Veranstaltung und den Themen Inklusion und LGBTQ+-Identitäten stand, die im Laufe des Abends behandelt werden sollten. Auf dem Programm standen nämlich die Präsentation des Buches „Musei, genere e queerness“ mit Fabio De Chirico, Viviana Gravano und Annalisa Sacchi, das sich genau mit dem Verhältnis zwischen Museen, Geschlecht und Queerness befasste, Beiträge von Stimmen aus der queeren Welt („Die Liebe, die ihren Namen nicht zu nennen wagt“ mit Ilithyia Gothier und Céline Esprit) sowie ein Live-DJ-Set und einen „Blick auf den Trevi-Brunnen“, wie es in dem vom Istituto Centrale per la Grafica in den sozialen Medien veröffentlichten Ankündigungsbeitrag heißt, sowie die abendliche Öffnung des Museums mit Kunst, Musik und Getränken. Das Istituto beabsichtigte somit „einen Abend im Zeichen der Inklusion, des kulturellen Dialogs und der Stimmen der queeren Welt“. Weder im Beitrag noch auf dem Plakat wird eine Lichtinstallation oder eine Intervention am berühmten römischen Brunnen erwähnt.
In den Stunden nach der Veröffentlichung des Plakats kam es jedoch zu zahlreichen Kommentaren und Kontroversen, da das Bild auf dem Veranstaltungsplakat fälschlicherweise für das echte Bild des Trevi-Brunnens gehalten wurde, der anlässlich der Pride in den Farben des Regenbogens beleuchtet war. Eine Fake News also: keine Regenbogenbeleuchtung für den Brunnen. Nichtsdestotrotz sorgte die Veranstaltung am Institut für Aufsehen.
Die Fake News scheint gerade aus der Überlagerung von symbolischem Bild und Realität entstanden zu sein. Aus dem werblichen Kontext herausgelöst, wurde die Grafik als Foto eines realen Ereignisses interpretiert. Das Plakat war echt, die Veranstaltung war echt, aber die Beleuchtung des Trevi-Brunnens existierte nur in der Grafik, die zur Werbung dafür verwendet wurde.
Auch der Direktor des Instituts, Fabio De Chirico, bestätigte die Falschmeldung. Als Antwort auf einen Beitrag zu der kursierenden Nachricht schrieb er: „Eine Klarstellung: Es war keine Beleuchtung vorgesehen, die ich ohne die Zustimmung aller Institutionen niemals hätte durchführen können, aber ich weiß nicht, warum das Veranstaltungsplakat so interpretiert wurde. Dann [...] kursierte im Internet alles Mögliche. Jedenfalls haben der Respekt und die Sorgfalt gegenüber dem Publikum bei einer rein kulturellen Veranstaltung oberste Priorität.“
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| Der Trevi-Brunnen für die Pride beleuchtet? Nein, es war nur das Bild auf einem Plakat |
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