Das Projekt zur Erweiterung der Galleria Borghese war in den letzten Wochen Gegenstand zahlreicher Debatten. Im Januar dieses Jahres hat das Museum einen Vorschlag für ein technisches Projekt zur Erweiterung des Museumskomplexes offiziell angenommen. Der von der Firma Proger unterbreitete Vorschlag sieht die Errichtung eines neuen Gebäudes in einem an den derzeitigen Standort der Galerie angrenzenden Bereich vor.
Auch ICOM Italien, das die Projekthypothese aufmerksam verfolgt, hat sich mit einer langen Pressemitteilung zur vorgeschlagenen Erweiterung der Galleria Borghese in die Debatte eingemischt und einige Gedanken geäußert. ICOM Italien erkennt zwar an, dass es sich um eine vorläufige und unverbindliche Hypothese handelt, wie von der Museumsleitung angegeben, betont aber, dass das Thema wichtige Fragen in Bezug auf den Schutz des Kulturerbes, die Beziehung zur historischen Landschaft und die zeitgenössischen Modelle der Museumsnutzung aufwirft.
Im Folgenden geben wir das Kommuniqué von ICOM Italien vollständig wieder.
ICOM Italien verfolgt aufmerksam die in den letzten Wochen aufgekommene Debatte über die Hypothese einer Erweiterung der Galleria Borghese durch den Bau neuer architektonischer Volumen - ober- oder unterirdisch - in einem an das historische Gebäude angrenzenden Bereich. Wir nehmen die Klarstellungen der Museumsleitung bezüglich des vorläufigen und unverbindlichen Charakters der Initiative zur Kenntnis, halten es jedoch für unsere Pflicht, einige Überlegungen zu äußern, in der Überzeugung, dass allein die kulturelle Ausrichtung, die der Hypothese zugrunde liegt, Fragen von großer Relevanz über das Verhältnis zwischen Schutz, Landschaft und Modellen der Nutzung des Kulturerbes aufwirft.
Die Galleria Borghese ist nicht nur eines der bedeutendsten Museen Italiens: Sie ist ein einzigartiges Kompendium, in dem das Gleichgewicht zwischen Umwelt, Gebäude und Sammlung gemessen wird. Diese Beziehung ist das eigentliche Wesen des Ortes und nicht nur ein zusätzliches Attribut desselben. Jeder bauliche Eingriff, der dieses Gleichgewicht verändert, birgt ein nicht zu unterschätzendes, potenziell irreversibles Risiko der Beeinträchtigung, selbst wenn er architektonisch wertvoll ist.
Wir verstehen die Bedürfnisse, die die von der Verwaltung eingeleiteten Überlegungen motivieren: Verbesserung der Zugänglichkeit, Aufwertung der derzeit gelagerten Werke, Bereitstellung angemessener Dienstleistungen für ein vielfältiges Publikum. Dies sind legitime Forderungen, die ICOM Italien als Teil des zeitgenössischen Auftrags der Museen anerkennt. Die Konfrontation zwischen Erhaltung und Zugänglichkeit steht heute im Mittelpunkt der internationalen museologischen Debatte, und es gibt keine einfachen oder eindeutigen Antworten.
Andererseits schätzen wir, dass mögliche Lösungen im Anschluss an eine hochrangige Designuntersuchung entstehen, die öffentlichen Beweisverfahren anvertraut wird, die auf ein hohes Maß an nationaler und internationaler Expertise zurückgreifen können.
Wir möchten jedoch eine grundsätzliche Frage aufwerfen, die unserer Meinung nach jeder Gestaltungsentscheidung vorausgeht. Die Steigerung der Besucherzahlen kann nicht als gültiges Ziel für jedes Museum und in jedem Kontext angesehen werden. Für Einrichtungen wie die Galleria Borghese, deren Identität untrennbar mit der gesammelten Dimension und der Qualität des Besuchererlebnisses verbunden ist, sind die Kapazitätsgrenzen kein Hindernis, das es zu überwinden gilt, sondern eine strukturelle Bedingung für den Schutz sowohl der Werke als auch des Containers. Diese Grenzen entsprechen den dokumentierten konservatorischen Erfordernissen und einer präzisen Museumsphilosophie: einem Ort, der sorgfältig und langsam besucht wird, nicht im Transit. Die Größe ist kein Mangel des Museums: sie ist eine konstitutive Eigenschaft, nicht weniger als seine Geschichte und Einzigartigkeit.
Was die Alternativen betrifft, so ist ICOM Italien der Ansicht, dass der Kontext der Villa Borghese und ihrer unmittelbaren Umgebung bereits bedeutende historische Ressourcen bietet, die erforscht werden sollten, bevor neue Konstruktionen in Erwägung gezogen werden. Neben dem Villino Pincherle sollten auch andere Objekte wie die historischen Stallungen der Villa im Rahmen einer Gesamtbetrachtung der in der Umgebung verfügbaren Räume in Betracht gezogen werden. Ein Teil der derzeit gelagerten Werke könnte in diesen Gebäuden einen geeigneten Platz finden und so zum Aufbau einer stärker gegliederten und verteilten kulturellen Präsenz in dem Gebiet beitragen, ohne die Integrität des monumentalen Komplexes zu beeinträchtigen.
Aus diesen Gründen hoffen wir, dass jedem Projektvorschlag eine gründliche Bewertung der landschaftlichen und kulturellen Auswirkungen vorausgeht, dass die zuständigen Schutzorgane von Anfang an einbezogen werden, dass eine umfassende Konsultation der wissenschaftlichen Gemeinschaft, der Branchenverbände und der Bürger gefördert wird und dass jeder internationale Ideenwettbewerb Bewertungskriterien garantiert, die den Schutz des historischen Kontextes als nicht verhandelbare Bedingung festlegen.
ICOM Italien ist nicht von vornherein gegen die Idee, dass ein antikes Museum sich selbst erneuern kann. Es wendet sich gegen jede Logik, die das kulturelle Erbe hauptsächlich anhand quantitativer Indikatoren bewertet - Anzahl der Besucher, Ausstellungsfläche, Umfang des Angebots - und dabei das vernachlässigt, was nicht messbar ist, aber den Kern des Wertes eines Ortes ausmacht: seine Integrität, seine historische Kohärenz, seine Fähigkeit, Sinn zu vermitteln. Die Galleria Borghese ist ein Gemeingut von außergewöhnlichem Wert: Entscheidungen, die sie betreffen, müssen dieser Verantwortung gerecht werden.
Wir vertrauen darauf, dass die Leitung des Museums, die Stadt Rom und das Kulturministerium einen konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten führen wollen, und wir sind weiterhin bereit, mit unserem Fachwissen und unserer Perspektive zu diesem Prozess beizutragen.
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| Über die Hypothese der Erweiterung der Galleria Borghese: Überlegungen von ICOM Italien |
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