Ein Meisterwerk der italienischen Renaissance kehrt auf den internationalen Markt zurück. Im Mai wird ein außergewöhnliches Exemplar von Marcus Tullius Ciceros De Oratore, illuminiert und kalligraphiert von Bartolomeo Sanvito (Padua, 1433 - 1518), in der Mailänder Zentrale von Pandolfini versteigert. Es handelt sich um das letzte illustrierte Manuskript des berühmten Buchmalers, das sich noch in Privatbesitz befindet, ein Umstand, der die Versteigerung zu einem außerordentlich wichtigen Ereignis in der internationalen bibliophilen Szene macht. Die Schätzung liegt bei 200-300.000 Euro. Die Handschrift stammt aus dem Jahr 1499.
Die Versteigerung fällt mit der ersten Auktion für antike Bücher zusammen, die das Auktionshaus in seinen Mailänder Räumlichkeiten veranstaltet, ein bedeutender Schritt für einen Sektor, der weiterhin das Interesse von Sammlern und Institutionen auf sich zieht. Das Manuskript, datiert und mit den Initialen des Autors im Kolophon signiert, gilt als einer der Höhepunkte des Schaffens von Sanvito, einer zentralen Figur in der Geschichte der humanistischen Kalligraphie. Ausgebildet in Padua und tätig zwischen Rom, Mantua und Neapel, war Sanvito eine zentrale Figur des europäischen Humanismus und diente den bedeutendsten Mäzenen seiner Zeit wie Papst Sixtus IV, den Kardinälen Francesco Gonzaga, Raffaele Riario und Giovanni d’Aragona, König Matthias Corvinus von Ungarn, Giuliano und Lorenzo de’ Medici und Bernardo Bembo. Sein Werk verbindet Schrift, Miniatur und Epigraphik in einer Synthese von seltener formaler Perfektion, die die Typographie der Renaissance und den antiquarischen Geschmack der italienischen Höfe tiefgreifend beeinflusste. Das vorliegende Manuskript gehört zur höchsten Stufe seines Schaffens und wird einhellig zu den absoluten Höhepunkten der humanistischen Miniatur gezählt.
Der Codex wurde für den Mantuaner Mäzen Ludovico Andreasi angefertigt, der bereits in den Diensten des Hofes der Gonzaga stand. Er zeichnet sich nicht nur durch die Qualität der Schrift und der Miniaturen aus, sondern auch durch seinen Erhaltungszustand und den außergewöhnlich seltenen architektonischen Einband der Renaissance. Dieses Element, das zu den schönsten heute bekannten Exemplaren in Privatsammlungen gehört, wurde als Frontispiz im dritten Band des Werks La legatura artistica in Italia nei secoli XV e XVI von Tammaro De Marinis reproduziert, was seinen ikonischen Wert in der Geschichte der alten Bücher bestätigt.
Das De Oratore, ein grundlegender Text der klassischen Kultur und ein Pfeiler der humanistischen Bildung, findet in diesem Exemplar einen seiner höchsten materiellen Ausdrucksformen. Das Manuskript ist nicht nur ein historisches Dokument, sondern auch ein ästhetisches Objekt von außerordentlicher Komplexität, in dem kalligrafische Kunst, Buchmalerei und Buchbindekunst zusammenfließen.
Die Provenienz des Bandes trägt ebenfalls dazu bei, sein Prestige zu definieren. Nach dem Auftrag von Andreasi gelangte das Manuskript in die Sammlung von Baron Horace de Landau, dem Vertreter der Rothschild-Bank in Florenz, und ging dann an seine Nichte Hugo Finaly über. Dieser stellte es 1922 in der berühmten Ausstellung über künstlerische Buchbinderei im Palazzo Pitti aus und trug dazu bei, seinen Ruhm unter Gelehrten und Sammlern zu festigen.
Exemplare von solcher Bedeutung sind selten auf dem Markt, insbesondere in Italien, und ihre Verbreitung stellt einen entscheidenden Moment für das Kunst- und Sammlungssystem dar. Das Manuskript von Sanvito hat einen Wert, der über das rein antiquarische Interesse hinausgeht und eine kulturelle und museale Bedeutung erlangt. Das Auktionshaus Pandolfini ist stolz darauf, dieses außergewöhnliche Los im Rahmen seiner Mai-Auktion für antike Bücher zu präsentieren und damit seine Rolle als italienische Referenz in diesem Bereich zu bestätigen".
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| Versteigert wird das von Bartolomeo Sanvito illustrierte De Oratore, ein Meisterwerk der Buchmalerei der Renaissance |
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