Vasto, eine italische Nekropole, die bei Arbeiten an einer Photovoltaikanlage entdeckt wurde


Auf der Baustelle Punta Penna in Vasto wurde ein ausgedehnter vorrömischer Bestattungskontext aus dem 5. bis 4. Jahrhundert v. Chr. entdeckt. Die Entdeckung erfolgte bei präventiven archäologischen Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Bau einer Photovoltaikanlage in dem Industriegebiet.

Im Industriegebiet von Punta Penna, im nördlichen Teil der Gemeinde Vasto in der Provinz Chieti, wurde ein vorrömischer Bestattungsplatz entdeckt. Dies teilte die Soprintendenza Archeologia, Belle Arti e Paesaggio (Abteilung für Archäologie, Kunst und Landschaft) der Provinzen Chieti und Pescara mit, die die Entdeckung im Rahmen der vorbereitenden Arbeiten für den Bau einer Photovoltaikanlage bekannt gab.

Die Entdeckung erfolgte im Rahmen der nach den geltenden Vorschriften vorgeschriebenen präventiven archäologischen Untersuchungen, die unter der wissenschaftlichen Leitung der Oberaufsichtsbehörde durchgeführt wurden, die ständig vor Ort anwesend war. Die Arbeiten wurden von dem Unternehmen finanziert, das den Eingriff vorgeschlagen hatte. Die Ausgrabungen führten zur Identifizierung eines großen Grabkerns, der aus zahlreichen Bestattungen besteht, die vorläufig einer Zeitspanne zwischen dem 5. und 4.

Beispiel für eine Steinabdeckung eines Grabes, wie sie vom Boden aus zu erkennen ist. Die Gruben, deren Füllung fast vollständig aus Steinen besteht, können Ablagerungsebenen in sehr unterschiedlicher Höhe und gegenseitige Beeinflussung aufweisen, wie an den Schnitten der anderen im Bild sichtbaren Bestattungen zu erkennen ist. Foto: Ministerium für Kultur
Jh. v. Chr. zuzuordnen sind, sowie eine vom Boden aus erkennbare Steinabdeckung eines Grabes. Die Gruben, deren Füllung fast vollständig aus Steinen besteht, können sehr unterschiedliche Ablagerungsniveaus und gegenseitige Beeinflussungen aufweisen, wie aus den Schnitten der anderen im Bild sichtbaren Bestattungen hervorgeht. Foto: Ministerium für Kultur
Beispiel einer Bestattung im Zuge der Ausgrabung mit der Ablagerungsfläche in einem Fliesenbett. Einige Elemente der Grabbeigaben und die osteologischen Überreste des Individuums sind zu erkennen, ebenso wie die Steinreste der Grabverfüllung. Foto: Ministerium für Kultur
Beispiel einer Bestattung im Verlauf der Ausgrabung mit einem Ablagerungsplan in einem Fliesenbett. Einige Elemente der Grabbeigaben und die osteologischen Überreste des Individuums sind zu erkennen, ebenso wie die Steinreste der Grubenverfüllung. Foto: Ministerium für Kultur
Bestattung in einer Ziegelkiste mit Bronzegürtel. Foto: Ministerium für Kultur
Bestattung in einem Ziegelbett mit einem Bronzegürtel. Foto: Ministerium für Kultur

Im Zuge der Arbeiten wurde auch eine Struktur gefunden, deren Funktion und Chronologie noch nicht genau definiert werden konnte. Nach Angaben der Oberaufsichtsbehörde reichen die gesammelten Daten noch nicht aus, um endgültige Interpretationen zu formulieren. Das an der Oberfläche gefundene archäologische Material scheint jedoch darauf hinzudeuten, dass das Gebiet auch in hellenistisch-römischer Zeit frequentiert wurde.

Dank der kürzlich abgeschlossenen Ausgrabungs- und Dokumentationsarbeiten konnten Elemente erworben werden, die von besonderem wissenschaftlichen Interesse sind. Die Oberaufsichtsbehörde hat angekündigt, dass in naher Zukunft weitere Untersuchungskampagnen mit direkter Finanzierung durch das Ministerium für Kultur eingeleitet werden sollen. Ziel der Arbeiten ist es, den archäologischen Kontext zu erhalten und die Ausdehnung, die Chronologie und die Merkmale der Stätte genauer zu bestimmen. Parallel dazu sind bereits Restaurierungsarbeiten an den Grabbeigaben geplant, die in den Gräbern gefunden wurden. Die Arbeiten werden aus den ordentlichen Mitteln der Oberaufsichtsbehörde finanziert und stellen eine Vorphase für die anschließende Untersuchung und Katalogisierung der gefundenen Materialien dar.

Einfache Bestattung mit Grabbeigaben, bestehend aus Eisen- und Bronzeschmuck, einem Eisenspieß und zwei Keramikgefäßen. Foto: Ministerium für Kultur
Eine einfache Bestattung mit einer Reihe von Eisen- und Bronzeschmuck, einem Eisenspieß und zwei Keramikgefäßen. Foto: Ministerium für Kultur
Einfache Bestattung mit Beigaben, bestehend aus einem Eisenelement und mehreren Keramikgefäßen. Foto: Ministerium für Kultur
Einfaches Grubengrab mit einer Grabbeigabe, bestehend aus einem Eisenornament und mehreren Keramikgefäßen. Foto: Ministerium für Kultur

In dem Kommuniqué der Organisation wird auch betont, dass die bisher durchgeführten Arbeiten aus Gründen des Schutzes der archäologischen Stätte und der Artefakte vertraulich behandelt worden sind. Die Entscheidung, in der Anfangsphase der Untersuchung keine Informationen preiszugeben, ist auch durch Sicherheitserfordernisse begründet, da sich das von der Entdeckung betroffene Gebiet innerhalb einer Baustelle befindet, die noch aktiv ist und besonderen Betriebs- und Zugangsvorschriften unterliegt. Die Oberaufsichtsbehörde betont, dass die Nachrichten, die in den letzten Tagen über die Presse verbreitet wurden, die bisher getroffenen Vorsichtsmaßnahmen in Frage stellen könnten.

Der Pressemitteilung zufolge bestätigt die Entdeckung die archäologische Bedeutung des Gebiets von Vasto, das bereits für das Vorhandensein von Zeugnissen bekannt ist, die mit der antiken Besiedlung des Gebiets in Verbindung stehen. Der neue Grabkern wird als nützliches Element zur weiteren Untersuchung der Siedlungs- und Bestattungsdynamik der italischen Gemeinschaften in den südlichen Abruzzen angesehen. Eine Auswahl der wichtigsten Funde wird in dem neuen Museum, das derzeit im Palazzo d’Avalos in Vasto geplant wird, ausgestellt werden. Die Initiative ist Teil des Programms zur Aufwertung des lokalen archäologischen Erbes und zielt darauf ab, die Materialien in ihrem Ursprungsgebiet zu belassen. Schließlich hat die Oberaufsichtsbehörde angekündigt, dass die Öffentlichkeit und die wissenschaftliche Gemeinschaft über künftige öffentliche Initiativen und offizielle Mitteilungen auf dem Laufenden gehalten werden sollen, sobald die nächsten bereits geplanten Untersuchungs- und Studienphasen abgeschlossen sind.

Vasto, eine italische Nekropole, die bei Arbeiten an einer Photovoltaikanlage entdeckt wurde
Vasto, eine italische Nekropole, die bei Arbeiten an einer Photovoltaikanlage entdeckt wurde



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