Vom 28. März bis 12. Juli 2026 zeigt das Museo Nivola in Orani (Nuoro) Blue Blooded, die erste italienische Einzelausstellung der Künstlerin Hannah Levy (New York, 1991). Die von Giuliana Altea, Antonella Camarda und Luca Cheri kuratierte Ausstellung präsentiert einen Kern neuer Skulpturen, die vom Hufeisenkrebs oder Limulus inspiriert sind: einem uralten marinen Gliederfüßer, der seit Hunderten von Millionen Jahren überlebt hat und dessen blaues Blut heute bei Sicherheitstests für Impfstoffe und medizinische Geräte verwendet wird. Der Limulus ist ein Lebewesen aus der Urzeit und zugleich ein modernes Lebewesen, das oft als “lebendes Fossil” bezeichnet wird: Er ist seit der Trias nahezu unverändert und weist in seiner Form noch Spuren der Vorgeschichte auf. Sein tiefblaues Blut enthält Limulus-Amebozyten-Lysat (LAL), eine Schlüsselsubstanz zum Nachweis bakterieller Verunreinigungen in pharmazeutischen Produkten. Jedes Jahr werden Tausende von Exemplaren gefangen und ihres Blutes beraubt, um sie wieder ins Meer zu entlassen - eine Praxis, die zunehmend ethische und ökologische Fragen aufwirft. Obwohl dieses Verfahren in den Vereinigten Staaten immer noch weit verbreitet ist (während in Europa seit 2020 eine synthetische Alternative zugelassen ist), wirft es dringende Fragen zu den Grenzen der Ausbeutung natürlicher Ressourcen und der Verantwortung des Menschen gegenüber anderen Arten auf.
In den Werken des Künstlers werden Materialien wie poliertes Metall, Silizium und durchscheinendes Glas kombiniert, was zu fließenden und gewundenen Formen führt, die eine dem Surrealismus nahe stehende Bildsprache hervorrufen und an Tiere, Insekten und organische Strukturen erinnern, aber auch auf subtilere Weise auf die Eleganz des Jugendstils und des modernistischen Designs verweisen. Levy reiht sich in eine Reihe von Persönlichkeiten wie Meret Oppenheim, Louise Bourgeois und Robert Gober ein und kombiniert industrielle und natürliche Anklänge, um faszinierende und zugleich beunruhigende Erscheinungen zu schaffen.
Das Herzstück der Ausstellung ist eine große, sich ausbreitende Installation aus Edelstahl und Silikon, die einem leichten Baldachin ähnelt, der von langen, schlanken Beinen getragen wird. Ihre Proportionen stehen im Dialog mit dem Museumsraum, während ihre Form gleichzeitig auf eine Badebucht und ein versteinertes Skelett verweist. Die gespannte Oberfläche, die an eine stachelige Muschel erinnert, bildet zusammen mit den von Limulus inspirierten “Beinen” eine Art architektonischen Organismus.
Neben dieser Installation werden mehrere Glasskulpturen von scharfen Metallklauen gehalten. Die Formen erscheinen wie Körper in Verwandlung, irgendwo zwischen Fluidität und Festigkeit. Ein gläsernes, muschelartiges Element sitzt auf zarten Stützen wie ein Organismus, der sich an eine neue Umgebung anpasst. In diesen Arbeiten wird das Glas als Spur eines vergangenen Prozesses dargestellt: die Schmelzphase, geformt durch den Druck des Stahls, fixiert in einer bewegungslosen Zeit.
Eine andere Werkgruppe besteht aus Aluminiumschalen, die aus dem stacheligen Äußeren der Hufeisenkrabbe hergestellt wurden, wobei die langen skulpturalen Schwänze betont werden. In einem Fall ist die umgedrehte Schale mit blauem Glas gefüllt, das den Blick auf das Innere des Tieres freigibt. Die im Wachsausschmelzverfahren hergestellten Objekte verbinden traditionelle Handwerkspraktiken mit archaischer Symbolik. An den Wänden fungieren klauenartige Edelstahlelemente als organische Wandleuchten: Jedes Paar trägt unregelmäßige Kugeln aus blauem, geblasenem Glas und erzeugt eine visuelle Spannung zwischen Sinnlichkeit und Unruhe.
Die Hufeisenkrabbe bildet das symbolische Zentrum der gesamten Ausstellung, eine Präsenz, die alle Werke ausrichtet, auch wenn sie nicht unmittelbar sichtbar ist.
Das Ausstellungsprojekt entstand in engem Dialog mit der Architektur des Museums (dem ehemaligen Waschhaus in Orani) und mit der Figur von Costantino Nivola. Das lange, schmale Kirchenschiff, das Giebeldach mit freiliegenden Rippenbalken und die starke Identität des Raumes bildeten den Ausgangspunkt für die Recherchen des Künstlers. Dabei entdeckte Levy eine überraschende Affinität zu Nivola: Der Bildhauer experimentierte mit der Technik des Sandgusses, als er mit seinen Kindern am Strand von Springs, Long Island, spielte, demselben Ort, an dem Levy Limulus-Proben sammelte.
Blue Blooded soll Hannah Levys Fähigkeit hervorheben, skulpturale Universen zu erschaffen, in denen Technologie und Natur zutiefst miteinander verwoben sind, und uns dazu einladen, über die Zerbrechlichkeit der Gleichgewichte, die das heutige Leben erhalten, und die Notwendigkeit, unsere Beziehung zur lebenden Welt zu überdenken, nachzudenken.
Hannah Levy schafft Skulpturen und Installationen, die die Beziehungen zwischen Körper, Begehren und Materialität untersuchen. In ihrem Werk kombiniert sie industrielle Materialien, insbesondere poliertes Metall, mit Elementen wie Silikon und Glas, um Formen zu schaffen, die an die Anatomie von Tieren und Pflanzen sowie an Designobjekte erinnern. Er nahm an der 59. Internationalen Kunstausstellung der Biennale von Venedig, The Milk of Dreams (2022), teil und hat in wichtigen internationalen Institutionen und Galerien ausgestellt. Seine Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen und wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Blue Blooded - Sangue blu ist seine erste Einzelausstellung in einer italienischen Institution.
Öffnungszeiten: Täglich von 10.30 Uhr bis 19.30 Uhr. Mittwochs geschlossen.
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| Hannah Levys erste italienische Einzelausstellung im Museum Nivola: neue Skulpturen, inspiriert von der Hufeisenkrabbe |
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