Im Schloss Rivoli stehen die neuen Werke im Dialog mit den barocken Räumen


Vom 27. März bis zum 23. August 2026 präsentiert das Museo d'Arte Contemporanea Castello di Rivoli die zweite Ausgabe von Inserzioni, einem halbjährlichen Programm, das zeitgenössische Künstler dazu einlädt, sich mit den barocken Räumen auseinanderzusetzen und die ständige Sammlung in einen sich ständig weiterentwickelnden Rundgang zu verwandeln.

Vom 27. März bis zum 23. August 2026 veranstaltet das Museo d’Arte Contemporanea Castello di Rivoli die zweite Ausgabe von Inserzioni, einem halbjährlichen Programm mit künstlerischen Aufträgen, die im Dialog mit den Barockräumen des Museums konzipiert werden. Die von Francesco Manacorda kuratierte Initiative umfasst ortsspezifische Interventionen, die die Räume, die normalerweise der ständigen Sammlung gewidmet sind, in sich ständig verändernde Ausstellungselemente verwandeln und neue Beziehungen zwischen Werken, Architektur und Erinnerung schaffen. Die Kuratorin Linda Fossati begleitet die Intervention von Huda Takriti, während die Auswahl der Künstler Gabriel Chaile, Lonnie Holley und Takriti selbst umfasst.

Das Projekt zielt darauf ab, in die traditionelle Museumserzählung einzugreifen, indem es Künstler einlädt, sich mit der unvollendeten Architektur des Schlosses und der historischen und symbolischen Schichtung seiner Räume auseinanderzusetzen. Die konzipierten Werke definieren die Bedeutung des Raums neu und bieten neue kritische Perspektiven auf die vorherrschenden kulturellen und historischen Erzählungen. So zielen die Einfügungen darauf ab, den Kanon der westlichen Kunstgeschichte zu überdenken und Visionen und Traditionen zuzulassen, die das kollektive Gedächtnis und kulturelle Genealogien in Frage stellen.

Gabriel Chaile (San Miguel de Tucumán, Argentinien, 1985) schafft eine Intervention, die sich auf den mittelalterlichen Brunnen des Schlosses bezieht, ein Element, das das Gebäude mit dem Hügel verbindet, auf dem es steht. Der Künstler verwandelt den Raum in eine Umgebung, die zwischen einem historischen Diorama und einem Science-Fiction-Szenario angesiedelt ist, mit einer anthropomorphen Figur aus Ton, die mit skulpturalen Elementen interagiert, die an ein prekäres Lager erinnern und einen postapokalyptischen Zustand des Überlebens suggerieren. Chailes Forschung basiert auf dem Konzept der Genealogie der Form, demzufolge Strukturen kulturelle Schichtungen und Spuren individueller und kollektiver Erinnerungen enthalten. Die aus Ton, Erde und Lehm gefertigten Skulpturen sind von den handwerklichen Traditionen und indigenen Kosmologien im Nordwesten Argentiniens inspiriert und verweben die Erzählungen der Vorfahren mit den Prozessen der kulturellen Weitergabe. Der Dialog mit Fragmenten historischer Fresken im Raum reflektiert über Geschichte, Identität und Wandel und schafft eine Verflechtung von architektonischer Erinnerung und zeitgenössischer Imagination.

Huda Takriti, Clarity is the Closest Wound to the Sun (2023; Video, 4K, Farbe, Schwarz-Weiß, 14'35
Huda Takriti,Clarity is the Closest Wound to the Sun(2023; Video, 4K, Farbe, Schwarz-Weiß, 14’35"/14:35 min).Installationsansicht Anatomie einer endlosen Szene, MQFreiraum, Wien, 2025. Courtesy the artist / Foto: Simon Veres ©HUDATAKRITI, by SIAE

Lonnie Holley (Birmingham, Alabama, Vereinigte Staaten, 1950) präsentiert eine Gruppe neuer Skulpturen und Gemälde, die für die Halle der Kontinente konzipiert wurden, die im 18. Jahrhundert mit allegorischen Darstellungen im Zusammenhang mit der geopolitischen Vision der damaligen Zeit geschmückt war. Der Künstler, ein Vertreter der Black Art der Südstaaten, verwendet gefundene und wiederverwertete Materialien wie verbranntes Holz, Metall, Plastik und Alltagsgegenstände und verwandelt sie in Assemblagen, die eine den Materialien selbst innewohnende Erzählung vermitteln. Holleys Arbeiten behandeln Themen wie kollektive Erinnerung, soziale Ungleichheit, historische Gewalt und die Möglichkeit einer spirituellen und politischen Transformation. Im Kontext der historischen Räume des Schlosses stellen seine Werke eine kritische Spannung zu den Allegorien des 18. Jahrhunderts her und bieten alternative Perspektiven auf Macht und Erinnerung. Die Skulpturen und Quiltbilder evozieren kollektive Präsenzen und symbolische Genealogien und definieren die Wahrnehmung des Ausstellungsraums und die Beziehung zwischen Werk und historischem Kontext neu.

Huda Takriti (Damaskus, Syrien, 1990; lebt und arbeitet in Wien) entwickelt eine Praxis, die Archivrecherchen, Video und Performance miteinander verwebt und Installationen schafft, die bewegte Bilder und historische Materialien mit Architektur verbinden. Für Inserzioni präsentiert Takriti ein Projekt, das die Rolle von Bildern, Kino, Institutionen und Industrie bei der Konstruktion historischer Erzählungen nach dem Zweiten Weltkrieg analysiert. Das Werk umfasst das Video Clarity is the Closest Wound to the Sun (2023) und zwei neue Produktionen, darunter It Is Always Midnight In Their Minds (2026), die durch Recherchen in italienischen Archiven entstanden sind.

Die Arbeit untersucht die Verbindungen zwischen der Ente Nazionale Idrocarburi (ENI), den ehemaligen europäischen Kolonien, einschließlich derer in Italien, und den Gebieten, die in den 1950er und 1960er Jahren noch um ihre Befreiung kämpften, und untersucht die Überschneidungen zwischen wirtschaftlichen Interessen, politischer Unterstützung und Filmproduktion im Kontext der Dekolonisierungsprozesse. Neben den Videos schafft Takriti eine Vinyl-Installation, die als zeitgenössisches Fresko an den Wänden des Raums 29 konzipiert ist, mit den historischen Fresken in Dialog tritt und über die Art und Weise nachdenkt, wie historische Narrative konstruiert und übertragen werden.

Das Projekt wird mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wohnbau, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMKÖS), Sektion IV - Kunst und Kultur, realisiert und entsteht in Zusammenarbeit mit Phileas - Büro für zeitgenössische Kunst Österreich.

Im Schloss Rivoli stehen die neuen Werke im Dialog mit den barocken Räumen
Im Schloss Rivoli stehen die neuen Werke im Dialog mit den barocken Räumen



Achtung: Die Übersetzung des italienischen Originalartikels ins Deutsche wurde mit Hilfe automatischer Tools erstellt. Wir verpflichten uns, alle Artikel zu überprüfen, aber wir garantieren nicht die völlige Abwesenheit von Ungenauigkeiten in der Übersetzung aufgrund des Programms. Sie können das Original finden, indem Sie auf die ITA-Schaltfläche klicken. Wenn Sie einen Fehler finden, kontaktieren Sie uns bitte.