Das Castello Svevo in Trani eröffnet seinen neuen multimedialen und erlebnisorientierten Rundgang, der den Besuch eines der repräsentativsten Denkmäler Apuliens neu gestaltet. Das am 19. Juni 2026 vorgestellte Projekt ist das Ergebnis eines umfassenden Programms zur Aufwertung des historischen und künstlerischen Erbes des Komplexes, das auf Maßnahmen zur Erhaltung, Katalogisierung, Digitalisierung und Neugestaltung der Räumlichkeiten basiert. Die von der Architektin Anita Guarnieri konzipierte und koordinierte Initiative ist Teil einer umfassenderen Strategie zur kulturellen Aufwertung und hat zur Realisierung von drei neuen Dauerinstallationen geführt, die vom Mailänder Studio Dotdotdot entworfen wurden, das auf die Gestaltung narrativer Erlebnisse und interaktiver Umgebungen für Museen und Kulturstätten spezialisiert ist.
Finanziert wurde das Projekt mit rund 1,5 Millionen Euro aus Mitteln des PNRR „Verbesserung der Bedingungen und Standards für Angebot und Nutzung durch das digitale Erbe“ im Rahmen des Nationalen Operationellen Programms „Kultur und Entwicklung“ EFRE 2014–2020 sowie durch Mittel des Sondergesetzes 190/2014 für „Maßnahmen zur außerordentlichen Instandhaltung, zur Anpassung der Anlagen an gesetzliche Vorschriften und zur Planung der Ausstellungsgestaltung“ hat das Projekt nicht nur die Barrierefreiheit und die Qualität des Besuchs verbessert, sondern auch neue Interpretationsansätze für ein Denkmal eröffnet, das Jahrhunderte der Geschichte und ein reiches Erbe an mittelalterlichen Fundstücken bewahrt.
Die drei Installationen behandeln unterschiedliche Themen, die jedoch eng mit der Identität der Burg verbunden sind:die tausendjährigeArchitektur der Burg, das mittelalterliche Bestiarium und die Beziehung zwischen dem Denkmal und dem Meer. Jede Installation wurde unter Berücksichtigung der historischen und architektonischen Merkmale der Räumlichkeiten, in denen sie untergebracht ist, entwickelt, wobei Technologie in die Erzählung integriert wurde.
Der Rundgang beginnt in der nordöstlichen Bastion, wo die Besucher, begleitet von Mitarbeitern der DRMN Puglia, der SABAP BAT-FG und von Dotdotdot, die Burg durchein multisensorisches Erlebnis erkunden können, das Tastsinn, Bilder und Audioinhalte miteinander verbindet. Eine taktile Nachbildung des Modells der Festung aus dem 18. Jahrhundert ermöglicht es, deren Struktur zu entdecken, während ein interaktiver Tisch die virtuelle Erkundung der verschiedenen historischen Epochen und Räume des Komplexes ermöglicht. Darüber hinaus werden durch sechs im 3D-Druck hergestellte Nachbildungen audiovisuelle Inhalte aktiviert, die auf das Gewölbe des Turms projiziert und von der Stimme des Schauspielers und Synchronsprechers Fabrizio Vidale begleitet werden.
Im Manfredi-Saal findet das mittelalterliche Bestiarium Platz, wo Steinfragmente, die Drachen, Greifen, Löwen und andere Fabelwesen darstellen, mit einer großen Projektion in Dialog treten, die den symbolischen Tieren der mittelalterlichen Vorstellungswelt gewidmet ist. Die Installation bietet verschiedene Ebenen der Interpretation und Einbindung und gibt den Jüngsten die Möglichkeit, ihr eigenes Fabelwesen im Rahmen eines interaktiven Parcours zu erschaffen, der Worte, Bilder und Kreativität miteinander verbindet. Die von den Besuchern entworfenen Kreaturen werden digital generiert und im Ausstellungsraum projiziert, wodurch eine ideale Verbindung zu den Skulpturendekorationen im Schloss, in der Kathedrale und in anderen historischen Gebäuden der Region hergestellt wird.
Die letzte Installation befindet sich in den ehemaligen Stallungen, wo das Meer zum Mittelpunkt eines immersiven Erlebnisses wird. Eine große generative Projektion, die vollständig mithilfe von Algorithmen und Computercode realisiert wurde, verwandelt die Wand in eine sich ständig bewegende Meeresoberfläche. Begleitet von einer dreidimensionalen Klanglandschaft entwickelt sich die Erzählung von der Stille zum Sturm, bis schließlich eine digitale Rekonstruktion der Schlossfassade zu sehen ist, die nach und nach von den Wellen umspült wird. Ein Video-Mapping auf dem Boden bindet auch die ausgestellten Exponate in die Erzählung ein, ohne auf traditionelle didaktische Mittel zurückzugreifen.
Das Projekt führt zudem wichtige Neuerungen in der Raumgestaltung ein. Im Federico-II.-Saal ermöglicht ein System aus Ausstellungsrampen eine neue Betrachtung der Sammlungen und eröffnet bisher unbekannte Ausblicke auf das Meer. Ein neuer Metallsteg und die Wiedereröffnung der „Porta a mare“ ermöglichen hingegen den Zugang zu einer Empore mit Blick auf die Nordseite des Schlosses und bieten eine eindrucksvolle Aussicht auf das Mittelmeer und die berühmte Kathedrale von Trani.
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| Das Castello Svevo in Trani eröffnet einen neuen multimedialen Erlebnisparcours |
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