Ancona, eine monumentale römische Mauerstruktur, die im Herzen der Stadt entdeckt wurde


Eine bedeutende archäologische Entdeckung im Herzen des historischen Zentrums von Ancona: Es wurde eine monumentale Mauerstruktur entdeckt, die wahrscheinlich aus der Römerzeit stammt und in Bezug auf Größe und Bauqualität keinen direkten Vergleich im archäologischen Panorama der Stadt hat.

Bedeutende archäologische Entdeckung im Herzen des historischen Zentrums von Ancona: Wenige Schritte von der Kirche San Gregorio Illuminatore und der sogenannten Casa dei Fiorentini entfernt haben die am 30. März 2026 begonnenen Ausgrabungen eine monumentale Mauerstruktur ans Tageslicht gebracht, die wahrscheinlich aus römischer Zeit stammt und aufgrund ihrer Größe und Bauqualität keinen direkten Vergleich in der städtischen archäologischen Landschaft der Stadt hat.

Die Entdeckung erfolgte im Rahmen des Ausgrabungsversuchs C4, der zu den Sicherheitsarbeiten und archäologischen Untersuchungen gehört, die mit Mitteln aus Artikel 1, Absatz 140 des Gesetzes 232/2016 finanziert werden. Die identifizierte Struktur hat eine Nord-West/Süd-Ost-Ausrichtung und ist aus großen quadratischen Blöcken aus lokalem Stein mit Kalkanteil gebaut. Die Bautechnik besteht aus abwechselnden Orthostaten und regelmäßig versetzten Reihen, die durch Aufschüttungen aus opus caementicium und brekziösem Material nach dem für große römische öffentliche Bauwerke typischen “Sack”-Mauerwerkssystem ergänzt werden. Die dabei zutage getretenen Dimensionen sind besonders signifikant: Die Mauer ist etwa 4,5 m hoch, hat eine geschätzte Dicke von über 4 m und eine bereits untersuchte Länge von etwa 10 m, die über die derzeit untersuchten Grenzen hinausgeht. Auf der Südostseite wurden außerdem drei vorspringende Pfeiler gefunden, die in regelmäßigen Abständen angeordnet und mit großer Präzision aus Kalzarenit und Sandstein gefertigt sind. Nach Ansicht der Archäologen übertreffen die Strukturen an Eindruckskraft sogar die wichtigsten bisher bekannten römischen Überreste in Ancona, einschließlich derjenigen, die dem so genannten Venustempel im Bereich der Kathedrale von San Ciriaco zugeschrieben werden.

Die Entdeckung scheint auch durch historische Quellen bestätigt zu werden. Bereits 1811 beschrieb Abt Leoni in der gleichen Gegend ein Gebäude, das er als “Palazzo Imperiale” bezeichnete und das sich durch ein großes Mauerwerk aus quadratischen Blöcken, an die Fassade angelehnte Säulen und schräge Böden mit Wasserableitungssystemen auszeichnete. Die ans Tageslicht gebrachten Funde könnten genau den Strukturen entsprechen, die vor mehr als zwei Jahrhunderten identifiziert wurden, und bieten heute die Möglichkeit, sie durch moderne stratigrafische und technische Analysen zu untersuchen.

Foto: Ansa
Foto: Ansa

Auch die Lage des Komplexes trägt dazu bei, seine Bedeutung zu unterstreichen. Das Gebiet befindet sich nämlich in einem strategischen Sektor der römischen Stadt, in der Nähe des Amphitheaters und in direkter Verbindung mit der Küstenfront und dem Klippensystem. Entlang des Hangs sind noch weitere römische Mauerreste zu sehen, von denen einige infolge von Erosion und Rückzug des Hangs an die Oberfläche getreten sind. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Bauwerk Teil eines gegliederten monumentalen Stadtsystems war, das auf mehreren Ebenen entwickelt wurde, um die Beziehung zwischen der antiken Stadt und dem Meer landschaftlich aufzuwerten.

Die Entdeckung ist umso bedeutsamer, als Ancona kürzlich von der Jury einstimmig zur italienischen Kulturhauptstadt 2028 ernannt und mit einem staatlichen Zuschuss von einer Million Euro bedacht wurde. Das preisgekrönte Dossier, Ancona. This Now" wird die Kultur als zentrales Instrument für die städtische, soziale und wirtschaftliche Erneuerung der Stadt bezeichnet. In diesem Zusammenhang stellt die Entstehung eines monumentalen Bauwerks dieser Größenordnung ein neues und außergewöhnliches Zeugnis der tausendjährigen Geschichte von Ancona dar, einer Stadt, die von den Griechen gegründet wurde, eine Brücke zwischen Ost und West bildet und seit jeher eng mit dem Meer verbunden ist.

Die Oberaufsichtsbehörde für Archäologie, Kunst und Landschaft der Provinzen Ancona und Pesaro-Urbino beschloss, die Entdeckung erst nach Abschluss der ersten Untersuchungsphase bekannt zu geben, an der auch das Haus der Florentiner beteiligt war. Hier wurde eine orthogonale Wand entdeckt, die später als Wand dreier Räume wiederverwendet wurde und zu demselben Gebäudekomplex zu gehören scheint. Die Ausgrabungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen, und weitere Ergebnisse werden in den kommenden Monaten über die institutionellen Kanäle bekannt gegeben.

Ancona, eine monumentale römische Mauerstruktur, die im Herzen der Stadt entdeckt wurde
Ancona, eine monumentale römische Mauerstruktur, die im Herzen der Stadt entdeckt wurde



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