Nackt und am Strand des Lido von Venedig liegend: man hielt ihn für eine Leiche, dabei war er ein Künstler


Vor ein paar Tagen haben viele Leute darüber gesprochen: ein Mann lag am Strand des Lido von Venedig und war nicht ansprechbar. Diejenigen, die ihn fanden, hielten ihn für eine Leiche, doch dann stand der Mann auf und begann zu laufen. Es handelte sich um eine Performance des Künstlers Nicolò, die das Eingreifen der Polizei provozierte.

Am 28. März erregte ein ungewöhnlicher Vorfall am Lido di Venezia Aufsehen: Einige Passanten sahen einen nackten, weißen Mann am Strand liegen, der sich nicht bewegte. In der Annahme, es handele sich um eine Leiche, alarmierten sie die Polizei und den Rettungsdienst, doch der Mann stand auf und begann zu laufen. Es handelte sich, wie in den letzten Stunden erklärt wurde, um eine Intervention des Künstlers Nicolò. Die Aktion fand im Rahmen des vom Kollektiv Syncretika organisierten Kulturtages statt, der dem Experimentieren mit zeitgenössischen Kunstsprachen gewidmet ist. Der Künstler lag nackt und mit weißer Farbe bedeckt auf dem Bauch zwischen dem Ufer und dem Meer. Die eingenommene Haltung war fester Bestandteil der Geste und wurde bewusst beibehalten.

Nach Angaben des Künstlers und des Kollektivs war dieAktion als menschlicher Akt konzipiert, der mit vollem Bewusstsein und in Anwesenheit zweier medialer Unterstützungsfiguren entwickelt wurde. Letztere hatten die Aufgabe, den Passanten die Freiwilligkeit der Geste und den normalen Gesundheitszustand des Künstlers zu verdeutlichen. Einige der Anwesenden beurteilten die Situation jedoch als kritisch und forderten das Eingreifen der Behörden. Der Künstler wurde daraufhin auf die Polizeiwache gebracht, um eine Untersuchung einzuleiten.

Während der Aktion kam es zu keinem Verhalten, das als obszön zu bezeichnen wäre. Der entblößte Körper wurde erst in aufrechter Position öffentlich sichtbar, nachdem die Polizei den Künstler aufgefordert hatte, aufzustehen. Bei dieser Gelegenheit wurde er in nacktem Zustand in den öffentlichen Raum gebracht, ohne dass er sofort geschützt wurde. Die von Nicolò und dem Kollektiv Syncretika aufgeworfene Frage betrifft die Wahrnehmung von Kunst im öffentlichen Raum. Hätte die gleiche Aktion in einem institutionellen Raum stattgefunden, wäre sie als künstlerische Praxis anerkannt worden; in den öffentlichen Raum übertragen, ohne Rahmen und vorherige Erklärungen, wird sie als Anomalie oder Bedrohung gelesen.

“Ich wollte eine Reaktion, eine Emotion hervorrufen”, sagt die Künstlerin. Niemand ist an mich herangetreten, um zu fragen, ob es mir gut geht: Die Polizei wurde direkt gerufen. Das ist bezeichnend. Mein Bild war nicht als obszöne Geste gedacht. Warum erregt uns der Gedanke an eine Leiche am Strand so sehr, wenn unsere Gesellschaft bereits von Bildern des Todes durchdrungen ist? Es war keine Performance im spektakulären Sinne des Wortes, sondern ein menschlicher Akt".

Foto mit freundlicher Genehmigung: Andrea Patrizio
Der Künstler Nicolò am öffentlichen Strand des Lido von Venedig Foto mit freundlicher Genehmigung von Andrea Patrizio

Die Episode, so betonten die Organisatoren, verdeutlicht die Distanz zwischen direkter Erfahrung und der Fähigkeit zur Interpretation: Was nicht in bekannte Muster passt, wird tendenziell abgelehnt oder hervorgehoben. Die Geste zeigte auch, wie die Medien komplexe Ereignisse isolieren und neu kontextualisieren können, was zu einer partiellen oder verzerrten Lesart beiträgt. Nicolòs Aktion zielte darauf ab, eine Reflexion über die Beziehung zwischen unkonventionellen künstlerischen Praktiken und dem öffentlichen Kontext anzuregen.

Der Künstler definiert seine Präsenz am Ufer als “wie ein Stolperstein, eine Präsenz, die in der Lage ist, die Gleichgültigkeit zu unterbrechen und eine Reaktion auszulösen”. Nach dem Vorfall lädt Nicolò auch dazu ein, über die Bedingungen nachzudenken, die ihn möglich gemacht haben. Die journalistische Berichterstattung einiger Zeitungen hat nach Ansicht des Künstlers zu einer voreingenommenen Lesart beigetragen, bei der die Tat isoliert und auf eine vereinfachte Geschichte zurückgeführt wurde, ohne die Komplexität ihrer Absicht zu erfassen.

Die Veranstaltung machte auch deutlich, wie schwierig es ist, komplexe Inhalte im heutigen öffentlichen Raum zu vermitteln und zu rezipieren. Die Medien und die sozialen Netzwerke neigen zur Vereinfachung, während die digitalen Technologien den Abstand zwischen Realität und Darstellung verkleinern und die Möglichkeit der direkten Konfrontation mit unvermittelten Erfahrungen verringern. In diesem Sinne verdeutlichte die Aktion eine kollektive Einschränkung: die Unfähigkeit, sich mit einer völlig realen Erfahrung zu konfrontieren, die frei von Filtern oder Geräten ist, die ihre Wirkung abschwächen.

Nackt und am Strand des Lido von Venedig liegend: man hielt ihn für eine Leiche, dabei war er ein Künstler
Nackt und am Strand des Lido von Venedig liegend: man hielt ihn für eine Leiche, dabei war er ein Künstler



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