Die Vatikanischen Museen stellen ein Werk von El Greco wieder her


Aus der Restaurierung eines missverstandenen Werks, das für eine Fälschung gehalten wurde, geht ein echtes Gemälde von El Greco hervor: Das geschieht in den Vatikanischen Museen, die das Werk nun in Castel Gandolfo ausstellen.

Die Vatikanischen Museen geben bekannt, dass sie ein Werk von El Greco (Domínikos Theotokópoulos; Candia, 1541 - Toledo, 1614) gefunden haben, das bisher unbekannt war, weil es missverstanden wurde: Es handelt sich um einen Erlöser , der bis zum 30. Juni impäpstlichen Palast in Castel Gandolfo in einer Ausstellung anlässlich des 800. Todestages des Heiligen Franz von Assisi zu sehen ist: auf der einen Seite also das Antlitz des neu entdeckten Erlösers, auf der anderen ein Heiliger Franziskus, der die Stigmata empfängt. Zwei kleinformatige Gemälde, die beide für die private Andacht bestimmt sind und die Gelegenheit bieten, die künstlerische Genese von El Greco zu ergründen.

Der Erlöser, gemalt zwischen 1590 und 1595, stammt aus dem Botschafterzimmer des Vatikanischen Apostolischen Palastes. Das Werk, ein kleines Ölgemälde auf einer Tafel von 45 mal 29 Zentimetern, gehörte dem spanischen katholischen Intellektuellen und Politiker José Sánchez de Muniáin, der es 1967 Paul VI. schenkte. Das Vorhandensein von vier kleinen Löchern an den Rändern lässt darauf schließen, dass die Tafel in der Vergangenheit möglicherweise als tragbares Altarbild verwendet wurde. Lange Zeit blieb das Gemälde unverstanden, was zum Teil auf das Fehlen eingehender Studien und den schlechten Erhaltungszustand zurückzuführen war. Bereits in den 1960er Jahren war das Werk in schlechtem Zustand und wurde wahrscheinlich übermalt. In einer Zeit, in der die Wiederentdeckung von El Greco den Markt und die Verbreitung von Fälschungen ankurbelte, griff ein unbekannter Fälscher in die Tafel ein, indem er die ursprünglichen Entwürfe verdeckte und das Bild von Christus kurzerhand umzeichnete.

Die jüngste Restaurierungskampagne, die im Labor für Gemälde- und Holzrestaurierung der Vatikanischen Museen unter der Leitung des Meisterrestaurators Paolo Violini durchgeführt wurde, hat unser Wissen über das Werk völlig auf den Kopf gestellt. Der Eingriff, mit dem die Restauratorin Alessandra Zarelli betraut wurde und der von den wissenschaftlichen Analysen des Wissenschaftlichen Forschungskabinetts unter der Leitung von Fabio Morresi begleitet wurde, hat eine unerwartete Entdeckung ans Licht gebracht: Unter der sichtbaren Oberfläche befindet sich das, was der Vatikan als “bildliches Palimpsest” bezeichnet.

Von links nach rechts: das wiederentdeckte Gemälde, das Gemälde vor der Restaurierung, die Reflektographie, die die Figur des Heiligen Dominikus zeigt. Bilder: Vatikanische Museen
Von links nach rechts: das wiederentdeckte Gemälde, das Gemälde vor der Restaurierung, die Reflektographie, die die Figur des Heiligen Dominikus enthüllt. Bilder: Vatikanische Museen

Die Reinigung ermöglichte es, die ursprünglichen Schichten wiederherzustellen und nach und nach Elemente zu identifizieren, deren Vorhandensein nicht einmal vermutet wurde. Die Untersuchungen brachten nämlich zwei weitere, darunter liegende Entwürfe zum Vorschein, die auf ebenso viele Skizzen zu Werken von El Greco zurückgehen. Der Vergleich der Daten mit anderen Gemälden des Künstlers bestätigte die vollständige Urheberschaft der Tafel und verlieh ihr einen historischen und künstlerischen Wert von außerordentlicher Bedeutung.

Unter der Oberfläche des Erlösers identifizierte die Reflektographie die Figur einer Madonna mit Kind in der oberen linken Ecke, die Teil einer Studie für eine Erscheinung der Jungfrau Maria vor dem Heiligen Laurentius ist. Unter dem Antlitz Christi taucht jedoch, kaum angedeutet, die Figur des heiligen Dominikus in Anbetung des Kruzifixes auf, ein Thema, das El Greco um 1590 aufgriff. Das Gemälde erscheint somit als eine Art malerisches “Notizbuch” auf der Tafel, mit drei sich überschneidenden Bildern, die verschiedene Phasen des Schaffens des Künstlers dokumentieren.

Was lange Zeit fast für eine Kopie oder eine historische Fälschung gehalten wurde, entpuppte sich dank der Restaurierung als ein komplexes und authentisches Werk, das die Arbeitsweise und die kreative Methode von El Greco bezeugen kann. Ein Künstler, der als Ikonenmaler in der byzantinischen Tradition ausgebildet wurde und sich in eine originelle und visionäre Richtung entwickeln konnte, die spätere Bewegungen wie den Impressionismus und den Surrealismus tiefgreifend beeinflusst hat.

Die Ausstellung ermöglicht es dem Besucher, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen und der Restaurierung, die die Wahrnehmung des Werks des Erlösers verändert haben, aus nächster Nähe zu betrachten. Der Eingriff hat die Lesbarkeit der ursprünglichen Entwürfe wiederhergestellt und eine klare Unterscheidung zwischen den authentischen und den nachträglich hinzugefügten Teilen ermöglicht. Wie die beteiligten Wissenschaftler betonen, wurde das Gemälde vor der Restaurierung in der Form wahrgenommen, in der es in die Vatikanischen Museen gelangt war, gezeichnet von den Veränderungen der Zeit und späteren Eingriffen. Stattdessen haben die durchgeführten Arbeiten eine Reihe von Elementen ans Licht gebracht, die von der Komplexität des künstlerischen Werks erzählen und neue Perspektiven für die Untersuchung eröffnen.

Die Entdeckung der zugrundeliegenden Bilder, die teilweise sogar mit bloßem Auge sichtbar sind, verleiht dem Gemälde eine vielschichtige Dimension, die es nicht nur unter ästhetischen, sondern auch unter historischen und technischen Gesichtspunkten zu einem wertvollen Dokument macht. Es ist ein direktes Zeugnis des kreativen Prozesses, der bei antiken Werken selten so deutlich zutage tritt.

Die Vatikanischen Museen stellen ein Werk von El Greco wieder her
Die Vatikanischen Museen stellen ein Werk von El Greco wieder her



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