Arch Hades bringt „Return“ nach Venedig – eine Reise durch Poesie, Kunst und das menschliche Dasein


Vom 7. Mai bis zum 30. Oktober 2026 zeigt die Scoletta Battioro e Tiraoro in Venedig „Return | Ritorno“, eine große Einzelausstellung von Arch Hades. Monumentale Gemälde, immersive Skulpturen und Klanginstallationen bilden einen Parcours, der der Erinnerung, der Verletzlichkeit und der menschlichen Erfahrung gewidmet ist.

Bis zum 30. Oktober 2026 ist in Venedig die Einzelausstellung „Return | Ritorno“ der Künstlerin und Dichterin Arch Hades zu sehen. Die Ausstellung findet in den Räumlichkeiten der Scoletta Battioro e Tiraoro in Venedig statt, einem Gebäude mit Blick auf den Canal Grande, das ursprünglich für religiöse Zwecke genutzt wurde und heute als Ausstellungsort dient. Das von der Erarta Foundation unterstützte Projekt präsentiert eine Reihe neuer großformatiger Werke, die sich über die drei Etagen des Gebäudes erstrecken und einen Parcours zwischen Malerei, Skulptur, Klanginstallation und poetischem Wort bilden. Arch Hades setzt mit dieser Ausstellung eine Recherche fort, die verschiedene Ausdrucksformen miteinander verwebt und in den letzten Jahrenim Zusammentreffen von bildender Kunst und Spoken Word ihren eigenen unverwechselbaren Stil gefunden hat. Return | Ritorno stellt eine Weiterentwicklung dieses Weges dar und vertieft die Überlegungen, die bereits in der 2025 in London gezeigten Einzelausstellung zum Ausdruck kamen. Bei dieser Gelegenheit hatte der Künstler zum ersten Mal auf organische Weise mit der Kombination aus vorgetragener Poesie und visuellen Werken experimentiert, um synästhetische Wahrnehmungserlebnisse zu schaffen.

Das gesamte venezianische Projekt dreht sich um eine Reflexion über die conditio humana, die durch Bilder thematisiert wird, die zwischen Verletzlichkeit und Kontrolle, Zerbrechlichkeit und Widerstand schweben. Malerei, Skulptur und Klang verflechten sich, um innere Räume zu schaffen, die den Besucher dazu einladen, sich mit universellen Themen wie Erinnerung, Verlust, Zeit, Identität und der Suche nach Sinn auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Werk, das dem gesamten Projekt seinen Titel gibt: „Return“, entstanden im Jahr 2025. Es handelt sich um eine imposante malerische Komposition aus zweiundzwanzig Tafeln, die in ihrer Gesamtheit eine Länge von dreizehn Metern erreichen. Das Werk erstreckt sich über die Wände des Obergeschosses des Gebäudes und entfaltet sich wie eine Art große visuelle Erzählung, die aus dreiundsechzig lebensgroßen Figuren besteht.

Ausstellungsgestaltung
Ausstellungsgestaltung

Die Monumentalität des Werks soll ausdrücklich an die Tradition der griechisch-römischen Bildhauerei anknüpfen, der Hades durch eine sorgfältige anatomische Konstruktion und eine von Präzision geprägte formale Gestaltung Tribut zollt. Die Anordnung des Gemäldes auf drei verschiedenen Wänden knüpft zudem an die Struktur von Altartriptychen an und stellt einen direkten Dialog mit der religiösen Kunstgeschichte sowie mit der symbolischen Funktion des Ausstellungsraums her. Die dreiundsechzig von Hades dargestellten Figuren wirken gleichzeitig isoliert und miteinander verbunden. Jede zeigt einen eigenen emotionalen Zustand, doch alle scheinen von einem zentralen Punkt der Komposition angezogen zu sein, einer Art Abgrund, der als magnetische und symbolische Kraft wirkt. Das Werk versteht sich somit als eine große visuelle Meditation über das menschliche Leben, in der die Körper zu Trägern von Emotionen, Erinnerungen und inneren Wandlungen werden. Durch eine strenge Konstruktion und eine sorgfältig orchestrierte Komposition greift Hades Themen auf, die sein poetisches Schaffen seit seinen Anfängen durchziehen, und verwandelt sie in monumentale Bilder.

Neben der großen malerischen Installation findet Sphinx Platz, ein neues Werk aus dem Jahr 2026, das als immersive skulpturale Installation konzipiert ist. Das aus verspiegeltem Chrom gefertigte Werk nimmt einen der Haupträume der Ausstellung ein und präsentiert sich als eine Struktur, die gleichzeitig an die Welt der antiken Zivilisationen und an mögliche Zukunftsszenarien erinnert. Die Installation erinnert in der Tat sowohl an die Ruinen des alten Ägyptens als auch an Vorstellungswelten der zeitgenössischen Science-Fiction. Die reflektierenden Oberflächen verändern ständig die Wahrnehmung des Raumes und beziehen den Besucher direkt mit ein, der durch sein eigenes Spiegelbild zu einem integralen Bestandteil des Werks wird.

Eine zentrale Rolle innerhalb der Ausstellung kommt auch der Serie Confessions zu, die 2025 begonnen wurde und sich noch in der Entwicklung befindet. Die Werke dieses Zyklus entspringen einer privaten Praxis, die den Künstler seit seiner Kindheit begleitet: dem Schreiben persönlicher Tagebücher.

Im Laufe der Jahre hat Hades ein umfangreiches Archiv an Notizen, Reflexionen und autobiografischen Fragmenten angesammelt. Für diese Serie greift der Künstler Sätze aus längst aufgegebenen oder verworfenen Seiten wieder auf und verwandelt sie in großformatige visuelle Werke. Die Texte werden vergrößert und auf Oberflächen übertragen, die an Materialien wie Beton und Marmor erinnern, wodurch die Worte eine physische und monumentale Präsenz erhalten. Durch diesen Prozess wird die private Dimension des Schreibens öffentlich gemacht. Gedanken, die ursprünglich der Intimität vorbehalten waren, werden Teil einer kollektiven und geteilten Erfahrung. Nach Ansicht der Künstlerin trägt die Möglichkeit, Gefühle und Emotionen öffentlich zu machen, dazu bei, Verbindungen zwischen Menschen herzustellen und das Gefühl der individuellen Isolation zu verringern.

Die Serie stellt zudem eine bedeutende Neuerung innerhalb seines künstlerischen Schaffens dar. Zum ersten Mal dient der Text nicht nur als konzeptionelle Stütze für die Bilder, sondern nimmt eine zentrale Position innerhalb des Werks selbst ein. Die Worte werden zu visuellem Material, zu konkreten Objekten, die das Verhältnis zwischen Erinnerung, Bekenntnis und Beständigkeit hinterfragen.

Im Mittelpunkt von Arch Hades’ Forschung steht nach wie vor ein besonderes Augenmerk auf die Themen Verlust, Existentialismus und die Beziehung zwischen Individuum und digitaler Gesellschaft. Seine Werke hinterfragen die Art und Weise, wie Menschen ihre Identität in einem Kontext konstruieren, der zunehmend von sozialen Medien und permanenter Kommunikation geprägt ist.

In den letzten Jahren hat Arch Hades ihre Präsenz in der internationalen Kunstszene durch zahlreiche Einzelausstellungen gefestigt. Dazu gehören „Arch Hades , die 2024 in der Ladbroke Hall in London gezeigt wurde, und „We Are All Just Passing Through“, die 2025 im 8 Berkeley Square präsentiert wurde. Ebenfalls im Jahr 2025 gehörte die Künstlerin zu den 29 Protagonisten der von Christie’s in London organisierten Auktion „Post-War and Contemporary Art Day Sale“, deren Erlös der Great Ormond Street Hospital Charity zugutekam. Durch die Zusammenarbeit mit der Licht Feld Gallery nimmt sie zudem regelmäßig an bedeutenden internationalen Messen teil, darunter ZONAMACO, Art Miami, Art Dubai und LA Art Show.

Zu ihren Aktivitäten gehören auch Performances und öffentliche Interventionen. Zu den jüngsten Veranstaltungen zählen die Teilnahme an der Eröffnung des italienischen Pavillons auf der Architekturbiennale in Venedig und das Poesie-Symposium „re“, das 2025 in der Ladbroke Hall organisiert wurde.

Arch Hades bringt „Return“ nach Venedig – eine Reise durch Poesie, Kunst und das menschliche Dasein
Arch Hades bringt „Return“ nach Venedig – eine Reise durch Poesie, Kunst und das menschliche Dasein



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