Giancarlo Politi (1937-2026), Verleger, Dichter und Kunstkritiker, Gründer von Flash Art, einer der international einflussreichsten Zeitschriften für zeitgenössische Kunst, ist verstorben. Der 1937 in Trevi geborene Politi durchlief als Protagonist mehr als ein halbes Jahrhundert Kunstgeschichte und trug entscheidend zum Aufbau und zur Definition des zeitgenössischen Systems bei.
Flash Art wurde 1967 gegründet und war eine der ersten globalen Publikationsplattformen, die sich ausschließlich der zeitgenössischen Kunst widmete. Im Laufe der Jahrzehnte hat die Zeitschrift mit englischen, italienischen und tschechisch-slowakischen Ausgaben eine internationale Dimension angenommen und weitere Ausgaben auf Französisch, Polnisch, Chinesisch, Spanisch, Deutsch und Russisch entwickelt. Einige der zentralen Bewegungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, von derArte Povera bis zur Transavantgarde, haben auf den Seiten der Zeitschrift Platz und Anerkennung gefunden. Die Zeitschrift war auch ein Ort der Entdeckung und des Aufbruchs für Künstler, Kritiker und Kuratoren, die sich in der internationalen Szene einen Namen gemacht haben. Namen wie Maurizio Cattelan, Jeff Koons und Marina Abramović sind neben Persönlichkeiten wie Germano Celant, Massimiliano Gioni und Francesco Bonami durch die Seiten der Zeitschrift gegangen. Durch seine redaktionelle Linie hat Flash Art zur Ausbildung von Generationen von Akteuren im Kunstsystem beigetragen.
Neben Politi spielte Helena Kontova, Redakteurin und Lebensgefährtin, eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der internationalen Identität der Zeitschrift. Das redaktionelle Erbe wird heute von Gea Politi und Cristiano Seganfreddo zusammen mit dem kleinen Lev in einer Kontinuität fortgeführt, die im Laufe der Zeit die Züge einer echten Dynastie angenommen hat, die mit der zeitgenössischen Kunstwelt verbunden ist. Politi war auch der Schöpfer des ArtDiary, eines internationalen Leitfadens für das Kunstsystem, der von Andy Warhol als “Bibel der Kunst” bezeichnet wurde. Mit seinen Leserbriefen, die oft im Mittelpunkt von Debatten standen, und später mit “Amarcord” griff er immer wieder direkt in die kulturelle Debatte ein und forderte die zentrale Stellung der Kritik.
Als rastlose und ironische Figur, die manchmal zu Paradoxien neigte, war Politi im Laufe der Zeit in der künstlerischen Debatte stets präsent. Mit seinem Tod geht eine Epoche zu Ende, in der das Fachverlagswesen eines der wichtigsten Instrumente für die Konstruktion des zeitgenössischen Diskurses war und ein lebendiges Vermächtnis hinterließ: eine Art und Weise, Kunst als unvermeidliches Bedürfnis, als ständige Spannung und als eigentliche Dimension der Existenz zu erleben.
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| Abschied von Giancarlo Politi, dem Gründer von Flash Art und Protagonisten der zeitgenössischen Kunst |
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