Die achte Ausgabe von Hypermaremma beginnt am Samstag, den 4. April 2026, und eröffnet die neue Saison mit dem Projekt Osservatorio M1 von Luca Bertolo (Mailand, 1968). Der Termin ist für 11.30 Uhr am Strand von La Torba (auch bekannt als “Playa La Torba”) in Ansedonia an der Küste der Maremma angesetzt, in einem natürlichen Kontext, der durch Dünen, spontane Vegetation und archäologische Funde gekennzeichnet ist. Das von der Gemeinde Orbetello geförderte Projekt markiert den Beginn eines Ausstellungsweges, der bis zum 31. August 2026 über drei verschiedene Etappen führen wird: Playa La Torba in Ansedonia vom 4. April bis zum 31. Mai, die Tagliata Etrusca, ebenfalls in Ansedonia, im Juni und Juli und schließlich die Spiaggia della Puntata in Talamone im August. Eine Route, die das Werk in eine mobile Präsenz verwandelt, die in der Lage ist, die Landschaft zu durchqueren und mit weniger bekannten, aber bedeutenden Orten an der Küste in Dialog zu treten.
Das Osservatorio M1 präsentiert sich als eine wesentliche und zugleich suggestive Struktur: eine kleine Holzkonstruktion, die auf einer Düne inmitten von Helichrysum-, Baccherone- und Seerosenbüschen, typischen Pflanzen dieser Gegend, in der Nähe archäologischer Überreste steht. Die Form erinnert an eine Badehütte, die jedoch auf phantasievolle Weise neu interpretiert wurde, als hätte sie ein Kind oder ein Künstler des frühen 20. Jahrhunderts gezeichnet. Die Struktur ruht auf zwei Rädern und ist mit Streifen verziert, eine visuelle Erinnerung, die an historische Architektur und malerische Anregungen erinnert.
Neben dem Gebäude steht ein Fahnenmast mit einer weißen Flagge, während aus der Südwand ein kleines Teleskop, ähnlich einem Sucher, herausragt. Das Gerät ist über zwei Stufen erreichbar und ermöglicht dem Besucher die Beobachtung eines einzigen Punktes: des Horizonts. Der feststehende Sucher bietet keine Möglichkeit der Abweichung und zwingt zu einem konzentrierten und kontinuierlichen Blick auf die dünne Linie, die Himmel und Meer trennt.
Das Projekt entwickelt sich um eine Reflexion über das Thema des Horizonts, verstanden als Grenze und Möglichkeit. Der Blick in diese Richtung verweist symbolisch auf entscheidende Momente in der Geschichte, wie die Reise von Christoph Kolumbus, der am 12. Oktober 1492 die Aussicht auf eine “Neue Welt” auf dem offenen Meer erkannte. In dieser Perspektive wird der Horizont zu einem Projektionsraum, zu einem mentalen Ort, an dem man sich Zukunftsszenarien und mögliche Alternativen vorstellen kann.
Neben diesem Thema führt das Werk auch die Architektur der Zuflucht ein, ein grundlegendes Element der menschlichen Geschichte und der künstlerischen Tradition. Die von Bertolo entworfene Struktur ist als minimaler Unterschlupf konfiguriert, eine flüchtige und mobile Konstruktion, die sowohl zu einem physischen Raum als auch zu einem mentalen Gerät wird. Ein Beobachtungspunkt, der uns dazu einlädt, das Tempo zu drosseln und die Beziehung zwischen Mensch, Landschaft und Zeit zu überdenken.
Das Projekt eröffnet die Hypermaremma-Saison mit einem intimen und reflektierenden Ton, der mit Bertolos künstlerischer Praxis übereinstimmt, die seit Jahren die Beziehung zwischen Bild und Realität, zwischen Wahrnehmung und Materialität untersucht. Das Werk will einen mehrfachen Blick auf einen einzigen Punkt bieten und damit eine Reflexion über die Art und Weise anregen, wie wir die Welt beobachten, die oft durch die Notwendigkeit bedingt ist, sich auf präzise Ziele zu konzentrieren. Die Intervention soll auch eine Hommage an eine breitere künstlerische Tradition sein, die von der romantischen Malerei Caspar David Friedrichs über die metaphysischen Atmosphären von Giorgio De Chirico bis hin zu den idealen Architekturen von Aldo Rossi reicht. Es gibt auch Bezüge zu Carlo Carrà, Giovanni Anselmo und Alberto Garutti sowie einen möglichen Dialog mit den historischen Avantgarden, insbesondere Kazimir Malevičs Interpretation des Sieges über die Sonne. Auch die literarische Dimension ist in dem Projekt präsent, wie der Verweis auf Dino Buzzati und seinen Roman Die Wüste der Tataren nahelegt, der als Schlüssel zum Verständnis des Gefühls des Wartens und des Schwebens, das das Werk durchzieht, herangezogen wird.
Die Entscheidung, die Installation wandernd zu gestalten, entspricht dem Wunsch, eine sowohl reale als auch symbolische Route zu konstruieren. Die Bewegung zwischen den drei Orten an der Küste der Maremma stellt nicht nur einen Wechsel der Szenerie dar, sondern wird zu einem integralen Bestandteil des Projekts, das darauf abzielt, weniger ikonische Orte hervorzuheben und eine dynamische Beziehung zwischen dem Werk und dem Territorium herzustellen.
Luca Bertolo, 1968 in Mailand geboren, lebt und arbeitet in Seravezza und unterrichtet seit 2015 Malerei an der Akademie der Schönen Künste in Bologna. Seine Forschung konzentriert sich auf das Potenzial des Bildraums, der sowohl als physische Dimension als auch als konzeptioneller Bereich verstanden wird. In seiner Praxis verwandelt sich die Malerei in ein offenes Instrument, das mehrere Interpretationsebenen zulässt und mit verschiedenen Sphären, von der Philosophie bis zur Literatur, in Dialog tritt. Im Laufe seiner Karriere hat er in zahlreichen öffentlichen und privaten Institutionen ausgestellt, darunter das Mart in Rovereto, der Palazzo delle Esposizioni in Rom, das Italienische Kulturinstitut in Madrid, das Centre Européen d’Actions Artistiques Contemporaines in Straßburg, MAN in Nuoro, Arcade in London, Marc Foxx in Los Angeles, die Fondazione Prada in Mailand, das GAM in Turin, die Galleria Nazionale in Rom, der Palazzo Collicola in Spoleto, das Centro Pecci in Prato und das Macro in Rom.
Mit Osservatorio M1 eröffnet Bertolo die neue Saison von Hypermaremma, indem er ein Werk vorschlägt, das formale Einfachheit und konzeptionelle Tiefe vereint. Eine minimale Vorrichtung, die uns einlädt, in die Ferne zu blicken, aber auch uns selbst in der Gegenwart zu befragen, indem sie die Geste der Beobachtung in eine bewusste und gemeinsame Erfahrung verwandelt.
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| Eine metaphysische Hütte am Meer. Der Beitrag von Luca Bertolo für Hypermaremma |
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