Ancona Revisited ist der Titel der Ausstellung, die vom 18. April bis 14. Juni 2026 in der Mole Vanvitelliana in Ancona einen Vergleich zwischen den Fotografien von Massimo Baldini und den Versen von Franco Scataglini präsentiert. Das von der Gemeinde Ancona unterstützte Projekt schlägt eine Neuinterpretation der Stadt durch einen Dialog zwischen Bild und Wort vor, begleitet von unveröffentlichten Schriften von Franco Brevini und Marta Paraventi.
Der Titel erinnert an die Idee der Rückkehr als Instrument der Untersuchung. Der Begriff Revisited weist auf eine kritische Neubetrachtung eines vertrauten Ortes hin. Ancona wird als Schwellenstadt betrachtet, als realer und innerer Hafen, als ein Raum, der sich dem Blick nicht sofort erschließt, sondern Zeit und Aufmerksamkeit erfordert. In dieser Perspektive konstruiert die Ausstellung einen Rundgang, der analytische Strenge und ästhetische Sensibilität miteinander verbindet. Massimo Baldini, der in Ancona geboren und aufgewachsen ist, durchquert die Stadt als einen geschichteten Organismus. Seine Bilder vermeiden spektakuläre Effekte und bevorzugen eine schrittweise Enthüllung von Details: Treppen, die den städtischen Raum wie Intervalle in einer Partitur markieren, architektonische Fassaden, die von der Zeit gezeichnet sind, Einblicke, in denen antike Spuren im modernen Gewebe auftauchen. Die Monumentalität des Passetto misst sich mit dem Alltag, der sich am Fuße des Heiligtums abspielt; eine Kurve in Richtung Pier, eine isolierte Laterne, die unerwartete Farbe eines von Rost gezeichneten Kais nehmen den Wert diskreter Zeichen an. Das Thema der Grenze taucht immer wieder auf: die imposante Treppe, die Straße, die entlang des Hafens verläuft und zu einem auslaufenden Schiff führt, die schräge Linie, die Stadt und Meer trennt. Jedes Bild wird zu einer Gelegenheit, über einen Zwischenzustand zwischen hoch und niedrig, offen und geschlossen, erlebter Zeit und imaginierter Zeit nachzudenken.
In diesem Rahmen sind die Verse von Franco Scataglini zu sehen, einem 1930 in Ancona geborenen und 1994 in Numana verstorbenen Schriftsteller, einer zentralen Figur der neodialektalen Saison des 20. Jahrhunderts. Sein Dialekt weicht nur wenig vom Standarditalienischen ab, aber gerade in dieser Abweichung konzentriert sich eine präzise geografische und existenzielle Prägung. Die Beziehung zwischen den beiden Autoren beruht auf einer Ästhetik der Subtraktion: Reduktion von Worten und Strophen auf das Wesentliche beim Dichter, Wesentlichkeit der Rahmung beim Fotografen. Die Ausstellung vermeidet eine illustrative Beziehung. Weder übersetzen die Fotografien die poetischen Texte, noch nehmen die Verse die Form von Bildunterschriften an. Der Dialog verläuft über Resonanzen und Verwerfungen, über Annäherungen und Widersprüche. Baldini erfasst das sichtbare Datum, Scataglini deutet eine weitere Tiefe an. Der durch das Objektiv identifizierte Gegenstand findet in den Versen einen möglichen symbolischen Horizont.
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| Ancona Revisited: Die Fotos von Massimo Baldini und die Verse von Franco Scataglini lesen die Stadt in der Mole Vanvitelliana neu |
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