Zwei Ausstellungen in der Villa dei Cedri in Bellinzona: Haus und Natur im Mittelpunkt der Ausstellungssaison


Das Museo Villa dei Cedri in Bellinzona (Tessin, Schweiz) eröffnet seine Frühjahr-Sommer-Saison 2026 mit zwei Ausstellungen, die Zilla Leutenegger und Alex Hanimann gewidmet sind. Vom 14. März bis zum 2. August werden die häusliche und natürliche Umgebung zu Instrumenten der Reflexion über Erinnerung, Identität und die Beziehung zwischen Mensch und Raum.

Das Museum Villa dei Cedri in Bellinzona (Kanton Tessin, Schweiz) eröffnet die Ausstellungssaison Frühling-Sommer 2026 mit zwei Ausstellungen, die sich mit Persönlichkeiten der zeitgenössischen Schweizer Kunstszene befassen. Vom 14. März bis 2. August präsentiert die Institution die Ausstellungsprojekte Zilla Leutenegger. My Home und Alex Hanimann. Human Nature, zwei parallele Wege, die sich mit der Beziehung zwischen dem Individuum und der Umwelt befassen und sich auf die menschliche Erfahrung und die Art und Weise konzentrieren, wie die bewohnten oder beobachteten Räume zur Konstruktion von Erinnerung, Identität und Imagination beitragen.

Die beiden Ausstellungen reflektieren Bereiche, die zur Forschungstradition des Museums in Bellinzona gehören: den häuslichen Raum und die natürliche Landschaft. In den Räumen der Villa werden diese Dimensionen zu Orten der Projektion und Transformation, zu Kontexten, in denen die Besucherinnen und Besucher eingeladen sind, sich mit ihren eigenen Erfahrungen auseinanderzusetzen und das Verhältnis zwischen privater Erinnerung und kollektiver Erfahrung neu zu überdenken.

Das ProjektCasa mia von Zilla Leutenegger (Zürich, 1968) fügt sich direkt in die Räume des historischen Wohnhauses ein, in dem sich heute das Museum befindet. Im Laufe der Zeit hat die Villa dei Cedri mehrere Umgestaltungen erfahren, die mit den Wohnbedürfnissen der jeweiligen Besitzer zusammenhängen. Jeder Eingriff spiegelt die repräsentativen Bedürfnisse der jeweiligen Epoche wider und spiegelt die sozialen und kulturellen Veränderungen wider. Der Künstler konstruiert seine ortsspezifische Intervention genau aus dieser Schichtung heraus und knüpft an die ursprüngliche Funktion der Villa als Wohnraum an.

Durch eine Kombination von Wandzeichnungen, Videoprojektionen und modernistischem Mobiliar definiert Leutenegger die Räume des Museums neu, als wären sie noch Räume des Alltags. Der Ausstellungsparcours gibt die Struktur eines Hauses wieder, mit Räumen, die auf konkrete Funktionen verweisen: Bad, Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Wohnzimmer und Küche. Die Intervention erinnert an die Bilder und sozialen Modelle der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, die einen der zentralen Bezugspunkte der Ausstellung darstellen.

Zilla Leutenegger, Black Kitchen (2019; Öl auf Baumwollpapier (Monotypie)) © Courtesy of the artist & Galerie Peter Kilchmann, Zürich / Paris
Zilla Leutenegger, Black Kitchen (2019; Öl auf Baumwollpapier (Monotypie)) © Courtesy of the artist & Galerie Peter Kilchmann, Zürich / Paris

Der Eingang zu den Räumen führt das Publikum in ein vorwiegend weibliches Universum, das eine Zeitspanne von den 1950er Jahren bis zur Gegenwart umfasst. In diesem Kontext taucht die Figur der Hausherrin auf, eine Präsenz, die im Kontrast zu derjenigen von Arrigo Stoffel steht, dem Haushaltsvorstand, der an die Werte und sozialen Normen des späten 19. Der Dialog zwischen diesen beiden Symbolfiguren trägt dazu bei, eine Konfrontation zwischen verschiedenen Epochen und kulturellen Modellen zu skizzieren. Von der Wohnung des Familienoberhaupts Stoffel bis zur Neuinterpretation durch Leutenegger wird das Museumsgebäude so zum Spiegel der gesellschaftlichen Veränderungen, der Veränderungen in den familiären Beziehungen und der neuen Bestrebungen, die die Gesellschaft im Laufe der Zeit durchlaufen haben.

Das Projekt lädt auch dazu ein, die vielfältigen Möglichkeiten der Zeichnung zu betrachten, eine Technik, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Ausstellung zieht. Das grafische Zeichen erscheint in den Werken in verschiedenen Formen: direkt auf die Wände gezeichnet, durch Projektionen animiert oder in ein dreidimensionales Objekt verwandelt. Die Entscheidung, die Zeichnung als zentrales Element zu verwenden, entspricht nicht nur einer formalen Vorliebe. Vielmehr erlaubt die Zeichnung, wesentliche Umrisse zu skizzieren, und lässt dem Blick des Besuchers, der so in die Konstruktion der Bedeutung der Bilder einbezogen wird, Interpretationsräume offen.

Der ortsspezifische Ansatz ist eines der charakteristischen Elemente von Leuteneggers Praxis. Seine Installationen konstruieren schwebende Umgebungen, fast stille Räume, in denen die Werke als in der Zeit kristallisierte Bilder erscheinen. In diesen Kontexten ist jeder Besucher eingeladen, seine eigene Lesart zu entwickeln und sich eine mögliche Erzählung vorzustellen. Im Laufe der Jahre hat das Werk des Künstlers auch verschiedene Momente der Konfrontation mit dem italienischen Publikum erlebt. Zu den wichtigsten Erfahrungen gehören seine Teilnahme an der Ausstellung Visions of Paradise 2006 imIstituto Svizzero in Rom, die Einzelausstellung Ariel and His Cats, die 2021 in der Galleria Monica De Cardenas in Mailand gezeigt wurde, und seine Teilnahme an der sechsten Ausgabe des Ausstellungsprojekts 1+1+1 im Jahr 2022 in den Räumen von Assab One, wo er die Installation The Dncr.

Zilla Leutenegger, Vanity (2018; Installation bestehend aus einer Monotypie (Öl auf poliertem Chromstahl) und drei Objekten (hölzerner Frisiertisch, Flasche und Glasaschenbecher)) © Courtesy of the artist & Galerie Peter Kilchmann, Zürich / Paris
Zilla Leutenegger, Vanity (2018; Installation bestehend aus einer Monotypie (Öl auf poliertem Chromstahl) und drei Objekten (hölzerner Frisiertisch, Flasche und Glasaschenbecher)) © Courtesy of the artist & Galerie Peter Kilchmann, Zürich / Paris
Alex Hanimann, Ohne Titel [Wohngebäude 1, China] aus der Serie 'Driving as far as I can see' (S.d. C-Print, aufgetragen auf Dibond) © Courtesy of the artist & Skopia Art Contemporain / 2026, ProLitteris Zürich
Alex Hanimann, Untitled [Residential Building 1, China] aus der Serie Driving as far as I can see (S.d. C-Print, aufgetragen auf Dibond) © Courtesy of the artist & Skopia Art Contemporain / 2026, ProLitteris Zürich

Parallel zu diesem Projekt bietet die Ausstellung Human Nature von Alex Hanimann (Mörschwil, 1955) eine Reflexion über die Darstellung von Landschaft und die Beziehung zwischen Natur, Erinnerung und Bild. Der Künstler gehört einer Generation an, die eine Phase tiefgreifender Veränderungen in einem von zunehmendem Wandel und Komplexität geprägten gesellschaftlichen Kontext durchlaufen hat. In diesem Szenario haben sich künstlerische Sprachen und visuelle Technologien zunehmend miteinander verflochten, was zu ausdrucksstarken Formen geführt hat, die verschiedene Medien kombinieren und die traditionellen Grenzen zwischen Technik und Bedeutung in Frage stellen.

Das Ausstellungsprojekt konzentriert sich auf Schwarz-Weiß-Fotografie und beginnt mit Bildern von oft marginalen oder unwirtlichen natürlichen Umgebungen. Verschlungene Äste, Gestrüpp, Bäume und wilde Vegetation bilden die Hauptmotive der Arbeiten. Aus diesen Elementen konstruiert Hanimann Landschaften, die die Vorstellung einer unberührten, fast mythischen Natur hervorrufen. In den Bildern bleiben jedoch Spuren menschlicher Eingriffe sichtbar, Zeichen, die auf die Anwesenheit des Menschen auch in den scheinbar wildesten Zusammenhängen hinweisen.

Die Anordnung und Struktur der fotografierten Naturräume übernimmt eine symbolische Funktion, die den Besucher dazu anregt, persönliche Verbindungen zu den Bildern herzustellen. Die Ausstellung lädt dazu ein, die Fotografien mit dem eigenen Erinnerungs- und Erfahrungsschatz in Beziehung zu setzen und eröffnet so die Möglichkeit unterschiedlicher Interpretationen. Auf diese Weise wird Hanimanns Arbeit zu einer Reflexion über die Funktionsweise des Gedächtnisses und die Mechanismen, durch die Erfahrungen aufgezeichnet und verarbeitet werden. Die im Laufe des Lebens beobachteten Bilder werden ausgewählt, geordnet und neu zusammengesetzt durch Prozesse der Interpretation und Neubearbeitung, die das persönliche visuelle Erbe kontinuierlich verändern. Die in der Ausstellung präsentierten Fotografien spiegeln genau diesen Prozess der Transformation wider.

Alex Hanimann, Ohne Titel [Gebäude mit Landschaft] aus der Serie 'Driving as far as I can see' (s.d. C-Print, aufgetragen auf Dibond) © Courtesy of the artist & Skopia Art Contemporain / 2026, ProLitteris Zürich
Alex Hanimann, Ohne Titel [Gebäude mit Landschaft] aus der Serie Driving as far as I can see (s.d. C-Print, aufgetragen auf Dibond) © Courtesy of the artist & Skopia Art Contemporain / 2026, ProLitteris Zürich

Viele Bilder entstehen auf den Reisen des Künstlers und werden unterwegs in verschiedenen Verkehrsmitteln wie Auto, Zug, Bus oder Fahrrad aufgenommen. Dieser Umstand bringt ein Element der Zufälligkeit in die Fotografien ein, das die kompositorische Absicht ergänzt. Anschließend werden die Bilder einem Prozess der Überarbeitung unterzogen, der Ausschnitte, Subtraktionen und Neuzusammensetzungen umfasst. Durch diese Operationen konstruiert der Künstler Landschaften, die von einer starken Ambivalenz geprägt sind, ein Element, das einen der Interpretationsschlüssel für das gesamte Projekt darstellt.

Die ausgestellten Werke sind mit unterschiedlichen Werkzeugen entstanden. Einige Fotografien sind durch die Verwendung des Smartphones entstanden, ein Gerät, durch das der Blick des Fotografen mit den operativen Entscheidungen der Algorithmen in Beziehung tritt. Diese Dynamik ist besonders deutlich in der Serie Driving, soweit ich das sehen kann. Neben diesen Bildern sind Aufnahmen zu sehen, die mit einer professionellen Hochpräzisionskamera gemacht wurden und für das Diptychon aus der Serie Wilderness verwendet wurden, das die Ausstellung abschließt.

Zwei Ausstellungen in der Villa dei Cedri in Bellinzona: Haus und Natur im Mittelpunkt der Ausstellungssaison
Zwei Ausstellungen in der Villa dei Cedri in Bellinzona: Haus und Natur im Mittelpunkt der Ausstellungssaison



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