Florenz: Die „Madonna della Pura“ ist nach der Restaurierung in Santa Maria Novella wieder zu sehen


Die Restaurierung des Freskos der „Madonna della Pura“ in der Basilika Santa Maria Novella in Florenz ist abgeschlossen. Die von Friends of Florence unterstützten Arbeiten haben eines der bedeutendsten Marienverehrungsbilder der Florentiner Kirche wieder sichtbar gemacht.

In Florenz ist in der Basilika Santa Maria Novella wieder eines der bedeutendsten Bilder der florentinischen Marienverehrung in voller Pracht zu sehen. Heute wurde die Restaurierung des Freskos der „Madonna della Pura“ vorgestellt – eine Maßnahme, die einem Werk, das jahrhundertelang einen der wichtigsten spirituellen Bezugspunkte innerhalb des großen Dominikanerkomplexes in Florenz darstellte, wieder seine Lesbarkeit und wahrnehmbare Qualität zurückgegeben hat. Die Restaurierungsarbeiten wurden von Andrea Vigna von Habilis Srl in Zusammenarbeit mit Paola Viviani und Stefania Franceschini unter der obersten Aufsicht der Denkmalschutzbehörde für Archäologie, Bildende Künste und Landschaft der Metropolregion Florenz sowie der Provinzen Pistoia und Prato durchgeführt. Entscheidend war die Unterstützung durch Friends of Florence, die das Projekt dank der Großzügigkeit der Spender William und Jeanne Bice finanziert haben.

Die Restaurierung beschränkte sich nicht nur auf die materielle Erhaltung des Werks, sondern ermöglichte auch eine Vertiefung der Kenntnisse über die Ausführungstechniken und Arbeitsmethoden des Malers, der das Fresko schuf, und lieferte neue Erkenntnisse über seine Konservierungsgeschichte und seine komplexe Geschichte als Andachtsbild.

„Wir freuen uns besonders, die Restaurierung der Madonna della Pura unterstützt zu haben, eines Bildnisses, das tief in der Andachtsgeschichte von Santa Maria Novella und im Gedächtnis der Stadt Florenz verwurzelt ist“, erklärt Simonetta Brandolini d’Adda, Vorsitzende von Friends of Florence. „Diese Maßnahme hat es ermöglicht, die Lesbarkeit und Schönheit eines Werks wiederherzustellen, das über Jahrhunderte hinweg die Spiritualität von Generationen von Gläubigen und Besuchern begleitet hat. Wir danken der Soprintendenza per l’Alta Sorveglianza, den Dominikanerpatres für ihre Bereitschaft und den Restauratoren, die dieses wichtige Konservierungsprojekt ermöglicht haben. Unser tiefster Dank gilt den Spendern William und Jeanne Bice für ihre Unterstützung und ihre Leidenschaft für die Kunst in Florenz.“

Die „Madonna della Pura“ nach der Restaurierung. Foto: Ottaviano Caruso
Die „Madonna della Pura“ nach der Restaurierung. Foto: Ottaviano Caruso
Die „Madonna della Pura“ vor der Restaurierung. Foto: Ottaviano Caruso
Die „Madonna della Pura“ vor der Restaurierung. Foto: Ottaviano Caruso

Die Geschichte der „Madonna della Pura“ hat ihre Wurzeln im spätmittelalterlichen Florenz und ist eng mit dervom Dominikanerorden geförderten Verbreitung der Marienverehrung verflochten. Von Beginn ihrer pastoralen Tätigkeit an förderten die Mönche die Gründung von Laienbruderschaften, die der Jungfrau Maria gewidmet waren, bauten eine direkte Beziehung zur Stadtbevölkerung auf und nährten Formen der Volksfrömmigkeit, die das religiöse Leben der Stadt tief prägen sollten. Der Überlieferung zufolge befand sich das heute in der gleichnamigen Kapelle aufbewahrte Bildnis ursprünglich am Grund der Grabstätte der Familie Della Luna, die sich auf dem an die Basilika angrenzenden Friedhof an der Ostseite des Gebäudes befand. Ende des 14. Jahrhunderts war dort ein Fresko entstanden, das die Jungfrau mit dem Kind darstellte, begleitet von der Heiligen Katharina von Alexandrien und dem Auftraggeber.

Die Entstehung der Volksfrömmigkeit ist mit einer als wundersam geltenden Begebenheit verbunden. Der Überlieferung zufolge sollen einige Kinder, die in der Nähe des Grabes spielten, einer Erscheinung der Muttergottes beigewohnt haben. Die Jungfrau soll eines der Kinder gebeten haben, das Bildnis mit einem belaubten Schilfrohr von Staub und Spinnweben zu befreien. Diese Begebenheit trug zur raschen Verbreitung des Kultes um die sogenannte „Jungfrau Maria vom Friedhof“ bei und führte zu einer immer intensiveren Verehrung.

Die Bedeutung, die diesem Ereignis beigemessen wurde, zeigt sich in der Schnelligkeit, mit der sich der Kult entwickelte. Bereits innerhalb eines Jahres nach dem angeblichen Wunder wurde vor dem Bildnis ein erster Altar errichtet. Um die sogenannten „Kinder der Reinheit“ – so genannt in Anlehnung an die Reinheit, die die Marienfigur verkörpert – herum festigte sich eine solche Verehrung, dass die Dominikaner der Familie Ricasoli die Genehmigung zum Bau einer Kapelle erteilten, die das Fresko beherbergen und zur Geltung bringen sollte. Die neue Kapelle wurde 1476 fertiggestellt und stellte ein bedeutendes architektonisches und künstlerisches Werk dar. Das Bildnis wurde nämlich in einen raffinierten Altaraufsatz eingebettet, der von Giovanni di Bertino entworfen worden war, nach einer ausgefeilten perspektivischen Konzeption gestaltet war und sich durch Anlehnungen an die Architektur der klassischen Antike auszeichnete. Seitdem wurde die „Madonna della Pura“ zu einem der bedeutendsten marianischen Kultgegenstände in Santa Maria Novella und spielte über die Jahrhunderte hinweg eine zentrale Rolle in der Spiritualität des Dominikanerkomplexes.

Die lange Geschichte des Werks war auch von bedeutenden konservatorischen Maßnahmen geprägt. In den 1950er Jahren wurde das Fresko von seinem ursprünglichen Standort abgelöst und anschließend auf einen starren, dreischichtigen Masonit-Träger aufgebracht, gemäß einer damals weit verbreiteten Methode zur Konservierung abgelöster Wandmalereien.

Vor Beginn der jüngsten Restaurierung war der Träger im Wesentlichen stabil und wies keine strukturellen Probleme auf, die invasive Maßnahmen erforderlich gemacht hätten. Komplexer gestaltete sich hingegen die Situation der Malfläche, die von im Laufe der Zeit angesammelten Zersetzungserscheinungen betroffen war. Das Werk wies nämlich weit verbreitete Oberflächenablagerungen auf, sowohl lose als auch besonders fest haftende, die aus Staub und Partikeln aus der Umgebungsluft bestanden. Zudem waren Abriebspuren und Kratzer vorhanden, die die Kontinuität der Malschicht stellenweise unterbrachen und an einigen Stellen die Lesbarkeit des Bildes beeinträchtigten. Besonders auffällig waren die bei früheren Konservierungsmaßnahmen an den Hauttönen vorgenommenen Übermalungen. Diese mit organischen Materialien durchgeführten Ergänzungen hatten im Laufe der Zeit ihre Farbgebung verändert, wodurch das ursprüngliche Gleichgewicht der Komposition gestört und die authentische Wahrnehmung der Gesichter beeinträchtigt wurde. Hinzu kamen bei früheren Restaurierungen vorgenommene Spachtelarbeiten, die in mehreren Fällen über die Ränder der ursprünglichen Lücken hinausgingen, die korrekte Wahrnehmung des Werks beeinträchtigten und Elemente schufen, die visuell fremd im Gemälde wirkten.

Die Maßnahme wurde mit dem Ziel konzipiert, die Lesbarkeit des Freskos wiederherzustellen und seinen Erhaltungszustand unter vollständiger Berücksichtigung des Originalmaterials und seiner Geschichte zu verbessern. Die erste Phase der Arbeiten umfasste eine sorgfältige Trockenreinigung mit weichen Pinseln und einer kontrollierten Absaugung bei geringer Leistung. Dadurch konnten lose Ablagerungen entfernt werden, ohne die Malfläche potenziell schädlichen Belastungen auszusetzen. Anschließend erfolgte eine Nassreinigung unter Verwendung von Naturschwämmen, die leicht mit entmineralisiertem Wasser angefeuchtet wurden. Durch diese Behandlung konnten die festhaftenden Schmutzrückstände entfernt und die Bilddeutung wieder deutlicher gemacht werden. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Übermalungen auf den Hautpartien gewidmet. Die Restauratoren brachten punktuell Kompressen aus japanischem Papier auf, die mit einer Ammoniumcarbonat-Lösung getränkt waren. Durch diese Behandlung konnten die überlagerten organischen Materialien aufgeweicht und wieder aufgequollen werden, woraufhin sie mit mit entmineralisiertem Wasser getränkten Wattepads entfernt wurden.

Die „Madonna della Pura“ nach der Restaurierung. Foto: Ottaviano Caruso
Die „Madonna della Pura“ nach der Restaurierung. Foto: Ottaviano Caruso
Die „Madonna della Pura“ nach der Restaurierung. Foto: Ottaviano Caruso
Die „Madonna della Pura“ nach der Restaurierung. Foto: Ottaviano Caruso

Der nächste Schritt betraf die unpassenden Spachtelstellen. Die überstehenden oder nicht mehr mit dem Werk vereinbaren Stellen wurden mithilfe von Skalpellen und Mikromeißeln reduziert oder entfernt. Die Lücken und Materialunterbrechungen wurden anschließend mit einem Mörtel aus gereiftem Kalkputz und sorgfältig ausgewähltem Quarzsand aufgefüllt. Die neuen Ergänzungen wurden unter strikter Einhaltung der Lückenränder und der Höhe der umgebenden Oberfläche nachbearbeitet.

Zum Abschluss der Restaurierung erfolgte die malerische Wiederherstellung der Abriebstellen und Fehlstellen mit Aquarellfarben. Dabei wurde das Kriterium der Farbtönungsabsenkung und der Farbauswahl angewandt – eine Methode, die es ermöglicht, die visuelle Wirkung der Lücken abzuschwächen, ohne die moderne Restaurierung mit dem Originalmaterial zu vermischen, unter vollständiger Einhaltung der Prinzipien der Erkennbarkeit und Reversibilität, die die zeitgenössische Restaurierung leiten.

Die Ergebnisse der Restaurierung haben zu einer authentischeren Wahrnehmung des Freskos geführt. Durch die Entfernung der Übermalungen aus dem 20. Jahrhundert konnte das richtige farbliche Gleichgewicht der Hauttöne wiederhergestellt und malerische Details freigelegt werden, die durch im Laufe der Zeit entstandene Veränderungen und Ablagerungen verdeckt waren. Die Reinigung hat zudem die handwerkliche Qualität des Werks hervorgehoben und ermöglicht nun ein klareres Verständnis der technischen und stilistischen Entscheidungen des Künstlers. Gleichzeitig hat die Restaurierung die devotionale Funktion des Bildes gestärkt und den Gläubigen und Besuchern ein Werk zurückgegeben, das seine spirituelle Bedeutung nun wieder wirkungsvoller zum Ausdruck bringt.

Die „Madonna della Pura“ ist nämlich weit mehr als nur ein bedeutendes Kunstwerk. Ihre Geschichte zeugt von der tiefen Verflechtung zwischen Kunst, Religion und städtischem Leben, die die Geschichte von Florenz über Jahrhunderte hinweg geprägt hat. Durch die konservatorische Restaurierung des Freskos wird der Gemeinschaft heute ein bedeutendes Zeugnis der florentinischen Andachtskultur zurückgegeben, das von einer Tradition erzählt, die sich über mehr als sechs Jahrhunderte Geschichte erstreckt. Dank der von Friends of Florence unterstützten Maßnahme nimmt das Bildnis somit wieder die Rolle ein, die ihm in der Basilika Santa Maria Novella zusteht: die einer vertrauten und wiedererkennbaren Präsenz, einer Hüterin der Erinnerung, der Spiritualität und der kulturellen Identität, die nun wieder in ihrer vollen historischen Lesbarkeit zugänglich ist.

Florenz: Die „Madonna della Pura“ ist nach der Restaurierung in Santa Maria Novella wieder zu sehen
Florenz: Die „Madonna della Pura“ ist nach der Restaurierung in Santa Maria Novella wieder zu sehen



Achtung: Die Übersetzung des italienischen Originalartikels ins Deutsche wurde mit Hilfe automatischer Tools erstellt. Wir verpflichten uns, alle Artikel zu überprüfen, aber wir garantieren nicht die völlige Abwesenheit von Ungenauigkeiten in der Übersetzung aufgrund des Programms. Sie können das Original finden, indem Sie auf die ITA-Schaltfläche klicken. Wenn Sie einen Fehler finden, kontaktieren Sie uns bitte.