Bei den Bauarbeiten für einen Windpark in der Nähe von Wolfenbüttel in Niedersachsen (Deutschland) wurde ein umfangreicher archäologischer Fundkomplex freigelegt, der einen zeitlichen Bogen von der Vorgeschichte bis in die Spätantike spannt, wobei ein besonders wichtiger Fund aus derBronzezeit stammt. Dies teilte das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege mit.
Das Projekt betrifft Flächen in den Ortschaften Ahlum und Dettum, auf denen die Firma SAB WindTeam GmbH 19 Windenergieanlagen errichtet hat. Die zuständigen Behörden hatten im Rahmen der Vorprüfung auf eine hohe Wahrscheinlichkeit hingewiesen, unbekannte archäologische Zusammenhänge zu erfassen, obwohl in der unmittelbaren Umgebung der Baustelle keine registrierten Fundstellen vorhanden sind. Aus diesem Grund veranlasste die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Wolfenbüttel in Abstimmung mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege eine kontinuierliche archäologische Überwachung der Ausgrabungsarbeiten. Mit der Durchführung der Überwachung wurde die Arcontor Projekt GmbH in Braunschweig betraut. Zwischen August 2024 und September 2025 wurden insgesamt 92.780 Quadratmeter Fläche archäologisch untersucht, die nach und nach in den Baustellenplan aufgenommen wurden.
Im Verlauf der Untersuchungen wurden 412 archäologische Kontexte dokumentiert, die ein stratifiziertes Bild der Vor- und Frühgeschichte des Braunschweiger Landes bieten. Zu den ältesten Funden gehören zwei Gebäudefundamente, die in die bandkeramische Kultur, die erste in Niedersachsen nachgewiesene Agrarkultur, zurückgeführt werden können. Die zugehörigen Materialien und die Beprobung der Ablagerungen erlauben es, die Siedlungsdynamik des Gebietes ab der Mitte des 6. Jahrtausends v. Chr. zu untersuchen.
Es wurden auch mehrere Siedlungsplätze aus den Jahrhunderten nach Christi Geburt identifiziert. In einigen Fällen enthalten diese Strukturen komplexe Ablagerungen, die aus Überresten von Hunden, römischer Imitationskeramik und Metallgegenständen bestehen. Unter den Funden ist ein so genannter dreilagiger Kamm aus dem 4. und 5. Jahrhundert n. Chr. hervorzuheben, der mit konzentrischen Kreisösen und Bronzenieten verziert ist. Dieser Typ wird im Allgemeinen mit persönlichen Gegenständen in Verbindung gebracht und ist hauptsächlich aus Brandbestattungen bekannt, wo er im Allgemeinen nur in winzigen Fragmenten erhalten ist. Bei den Ausgrabungen für eine der Windkraftanlagen wurde ein isolierter Komplex von besonderer Bedeutung abgefangen. Bereits beim ersten mechanischen Durchgang kamen Bronze- und Bernsteinobjekte zum Vorschein, die auf eine kleine Fläche konzentriert waren. Daher wurde das Restaurierungsteam des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege hinzugezogen, das eine Massenentnahme der Ablagerung einschließlich des umgebenden Bodens koordinierte, um eine spätere Untersuchung im Labor zu ermöglichen.
Es stellte sich heraus, dass die Assemblage aus Schmuckelementen von mindestens drei weiblichen Individuen bestand, darunter verzierte Kragen, Armspulen, Metallfolien, Kleidungsstücke und mindestens zwei scheibenförmige Anstecker. Die Datierung des Fundes liegt zwischen 1500 und 1300 v. Chr. Besonders wichtig ist eine Reihe von mehr als 156 Bernsteinperlen, die den wichtigsten Kern des Komplexes darstellt.
Laut einer 2025 veröffentlichten Studie der Universität Aarhus spielte Bernstein eine zentrale Rolle in den Fernhandelsnetzen der mittleren und jüngeren Bronzezeit, deren Verbindungen von Südskandinavien bis zum Assurgebiet reichten. In diesem Interpretationsrahmen wird das Vorkommen auf eine mögliche rituelle Ablagerung zurückgeführt, die mit lokalen Elitegruppen in Verbindung steht. Der Fund wird als die größte bisher in Niedersachsen dokumentierte bronzezeitliche Bernsteinansammlung bezeichnet. Für den nördlichen Nordharz ist es die erste seit 1967 bekannte bronzezeitliche Lagerstätte und die einzige, die mit modernen archäologischen Methoden ausgegraben wurde. Die Untersuchung und Restaurierung des Materials befindet sich in einem frühen Stadium. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Clausthal sind weitere archäometrische und materialanalytische Untersuchungen geplant, um die Zusammensetzung und Bearbeitungstechniken der geborgenen Objekte zu bestimmen.
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| Deutschland, bronzezeitliche Lagerstätte in einem Windpark entdeckt |
Der Autor dieses Artikels: Noemi Capoccia
Originaria di Lecce, classe 1995, ha conseguito la laurea presso l'Accademia di Belle Arti di Carrara nel 2021. Le sue passioni sono l'arte antica e l'archeologia. Dal 2024 lavora in Finestre sull'Arte.Achtung: Die Übersetzung des italienischen Originalartikels ins Deutsche wurde mit Hilfe automatischer Tools erstellt. Wir verpflichten uns, alle Artikel zu überprüfen, aber wir garantieren nicht die völlige Abwesenheit von Ungenauigkeiten in der Übersetzung aufgrund des Programms. Sie können das Original finden, indem Sie auf die ITA-Schaltfläche klicken. Wenn Sie einen Fehler finden, kontaktieren Sie uns bitte.