Vom 1. Februar bis zum 26. Juli 2026 findet in den Hallen des IKS Photo Düsseldorf, der Kunsthalle Darmstadt, des SCHAUWERKSindelfingen und der Sammlung Draiflessen in Mettingen die erste große Retrospektive statt, die der italienischen Fotografie von den 1980er Jahren bis heute gewidmet ist:No Place Like Home / Nessun posto come casa. Die Ausstellung wird von Ralph Goertz, Direktor der IKS Photo Düsseldorf, kuratiert und wurde in Zusammenarbeit mit den Partnerinstitutionen konzipiert. Die Ausstellung versammelt rund 300 Werke von 42 Fotografen und bietet einen umfassenden Blick auf die visuelle Entwicklung des Landes, vom Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit bis hin zu den neuen Sensibilitäten der zeitgenössischen Fotografie.
Die Ausstellung untersucht die Entstehung einer eigenständigen italienischen Fotosprache, die in der Lage ist, das Alltagsleben, die sozialen Beziehungen, die politischen Spannungen und das historische Erbe des Landes zu erzählen und dabei die Klischees von Dolce Vita und Bella Italia zu vermeiden. Die Ausstellung beleuchtet die wechselseitigen Einflüsse, die die italienische Fotografie seit den 1980er Jahren geprägt haben: einerseits das Erbe derArte Povera und des Neorealismus, andererseits die Reflexionen der amerikanischen New Colour Photography und der deutschen Schulen, darunter die Lehren von Otto Steinert an der Folkwangschule in Essen und Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie in Düsseldorf. Unter den historischen Stücken befinden sich alte Drucke und seltene Werke aus den frühen 1980er Jahren, darunter Arbeiten von Guido Guidi, Gabriele Basilico, Luigi Ghirri und Marina Ballo Charmet, die die visuelle Identität des Landes zu dieser Zeit mitbestimmten.
Die Ausstellung umfasst Porträts, konzeptionelle und serielle Arbeiten, Fotografien mit einer starken sozialen und politischen Konnotation sowie Landschaften, die in der italienischen Fotografie eine wichtige Rolle gespielt haben. Insbesondere die so genannte Ortsfotografie , die in den 1980er Jahren aufkam, beschäftigte sich mit der kollektiven Identität und ermöglichte es den Autoren, ihre künstlerische Autonomie durch eine sorgfältige Beobachtung des Territoriums zu behaupten. In den 1990er Jahren lenkten die wirtschaftliche Entwicklung und die ersten Auswirkungen der Globalisierung die Aufmerksamkeit von Fotografen wie Ballo Charmet, Paola De Pietri, William Guerrieri und Paola Di Bello auf urbane Räume, den Verlust der Identität von Orten und aufkommende soziale Fragen.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends regten die verschiedenen sozialen und politischen Krisen neue fotografische Strategien und künstlerische Ansätze an. Die Themen soziale Ungerechtigkeit, Gleichstellung der Geschlechter und Migration bildeten einen kulturellen Kontext, der eine neue Generation von Autoren hervorbrachte, darunter Marcello Galvani, Francesco Neri, Luca Nostri, Allegra Martin und Cesare Fabbri, Schüler und Mitarbeiter von Guido Guidi. Diese Fotografen setzten ihre Erkundung des städtischen Raums in der Provinz fort und etablierten sich als Erben einer gefestigten Tradition. Parallel dazu entwickelten andere Künstler neue narrative Methoden, die an die Reportagefotografie der 1970er Jahre anknüpften: Die sozialkritischen Arbeiten von Michela Palermo, Nicola Lo Calzo, Giulia Iacolutti, Davide Degano, Michele Borzoni und Simone Donati zeigen Verwandtschaften mit Vertretern der Folkwangschule wie Joachim Brohm, Wendelin Bottländer und Petra Wittmar.
Andere Autoren, darunter Andrea Botto, Maurizio Montagna und Alessandro Ruzzier, bauen ihre Werke auf realen oder erfundenen Momenten auf und folgen dabei den Prinzipien der Postmoderne und der objektiven Fotografie der Kunstakademie Düsseldorf, vertreten durch Thomas Ruff, Thomas Struth, Candida Höfer und Axel Hütte. In der zeitgenössischen italienischen Fotografie verlagern jüngere Autoren wie Francesca Iovene, Carmen Colombo, Matteo Di Giovanni, Tomaso Clavarino, Giulia Agostini, Federico Clavarino und Iacopo Pasqui ihren Fokus vom öffentlichen Raum auf freiere Untersuchungen von Erzählung, Individualität und Gemeinschaft. Ihre oft biografischen Serien bevorzugen die Gegenüberstellung von figurativen Elementen, die mit symbolischen Werten aufgeladen sind, und untersuchen das Konzept der Heimat und der eigenen Ursprünge. Zur Ausstellung erscheint ein illustrierter Katalog im Verlag Walther und Franz König mit Vorworten von León Krempel, Svenja Frank, Corinna Otto und Ralph Goertz sowie Texten von Nicoletta Leonardi und Goertz selbst.
Zu den anwesenden Künstlern gehören Giulia Agostini, Marina Ballo Charmet, Olivo Barbieri, Fabio Barile, Gabriele Basilico, Michele Borzoni, Andrea Botto, Michele Buda, Michele Cera, Federico Clavarino, Tomaso Clavarino, Carmen Colombo, Mario Cresci, Paola De Pietri, Davide Degano, Paola Di Bello, Matteo Di Giovanni, Simone Donati, Alessandra Dragoni, Cesare Fabbri, Marcello Galvani, Luigi Ghirri, William Guerrieri, Guido Guidi, Giulia Iacolutti, Francesca Iovene, Armin Linke, Nicola Lo Calzo, Sara Lorusso, Rachele Maistrello, Allegra Martin, Marco Marzocchi, Sofia Masini, Maurizio Montagna, Francesco Neri, Walter Niedermayr, Luca Nostri, Michela Palermo, Sara Palmieri, Iacopo Pasqui, Piero Percoco und Alessandro Ruzzier.
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| Kein Ort wie die Heimat: Ausstellung über italienische Fotografie seit den 1980er Jahren in Deutschland |
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