Die Altenberger Madonna kommt ins Städel Museum: ein historischer Erwerb für das Museum


Die mit Unterstützung bedeutender deutscher Stiftungen erworbene Altenberger Madonna, eine gotische Skulptur aus dem 14. Jahrhundert, sicherte die Wiederaufstellung des Altenberger Altars im Frankfurter Städel Museum und wurde damit zu einer der bedeutendsten Erwerbungen in der Geschichte des Hauses.

Einer der wichtigsten Ankäufe in der Geschichte des Städel Museums in Frankfurt, ein Wendepunkt in der Kenntnis und dem Genuss dermittelalterlichen Kunst in Deutschland: So wurde heute Vormittag der Erwerb der Thronenden Madonna mit Kind , besser bekannt als Altenberger Madonna, vorgestellt, einer Skulptur aus der Zeit um 1320-1330, die das deutsche Museum dank der gemeinsamen Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung, des Städelschen Museums-Vereins und der Kulturstiftung der Länder erwerben konnte. Das Werk, das als einer der absoluten Höhepunkte der deutschen gotischen Bildhauerkunst gilt und eines der ältesten Beispiele der Kölner Produktion des 14. Jahrhunderts ist, steht im Verzeichnis der Kulturgüter von nationaler Bedeutung und ist daher durch Ausfuhrbeschränkungen geschützt.

Die Altenberger Madonna gehörte ursprünglich zumAltenberger Altarkomplex, der für die Abteikirche der Prämonstratenserabtei Altenberg an der Lahn bei Wetzlar in Hessen geschaffen wurde. Seit über hundert Jahren bewahrt das Städel Museum die bemalten Flügel dieses außergewöhnlichen Polyptychons auf, die das älteste Zeugnis deutscher Malerei in den Sammlungen des Museums darstellen. Mit dem Erwerb der Madonna, die einst im Zentrum des Polyptychons stand, kann der Altar nun endlich wieder vollständig zusammengesetzt und der Öffentlichkeit dauerhaft präsentiert werden.

Unsere Liebe Frau von Altenberg
Deutscher Künstler, Altenberger Madonna (um 1320-1330; bemaltes Holz, 132 x 60 x 33 cm; Frankfurt, Städel Museum). Foto: Norbert Miguletz / Städel Museum
Unsere Liebe Frau von Altenberg
Deutscher Künstler, Altenberger Madonna (um 1320-1330; bemaltes Holz, 132 x 60 x 33 cm; Frankfurt, Städel Museum). Foto: Norbert Miguletz / Städel Museum

Die jüngere Geschichte der Skulptur ist geprägt von einem langen Aufenthalt in privater Hand. Seit Ende der 1920er Jahre befindet sich die Altenberger Madonna in Süddeutschland und seit 1981 als Dauerleihgabe im Bayerischen Nationalmuseum in München. Ihr Einzug in die Sammlungen des Städel stellt somit nicht nur eine außergewöhnliche Sammlungsbereicherung dar, sondern auch eine symbolische und historische Rückkehr des Werkes in den künstlerischen und erzählerischen Kontext, für den es konzipiert wurde. Der Altenberger Altar nimmt in der Tat einen herausragenden Platz in der Geschichte der europäischen Sakralkunst ein. Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts wurden figürliche Altarbilder zu zentralen Elementen in den Kirchen des lateinischen Europas und gaben Anlass zu einer immer engeren Zusammenarbeit zwischen Malern und Bildhauern. In diesem Zusammenhang etablierte sich vor allem nördlich der Alpen ein Altartypus mit beweglichen Türen, der an die unterschiedlichen liturgischen Bedürfnisse der Wochentage, Sonntage und Festtage angepasst werden konnte. Der um 1330 entstandene Altenberger Altar ist eines der ältesten erhaltenen Beispiele für diese Innovation.

Die Wochentagsseite des Altars zeigte Szenen aus der Passion Christi auf dunklem Hintergrund, während der Mechanismus der schrittweisen Öffnung die schrittweise Enthüllung des zentralen Sarges ermöglichte, in dem sich die Madonna von Altenberg befand, umgeben von den Reliquien der Abtei. Die sonntägliche Teilöffnung zeigte die Jungfrau Maria, flankiert von Episoden aus ihrem Leben. Das ikonographische Programm spiegelte die zentrale Rolle Marias als Patronin der Kirche und des Klosters sowie die Bedeutung des Marienkults im geistigen und politischen Kontext der Region wider.

Das Kloster Altenberg war seit dem 13. Jahrhundert eng mit der Familie der Landgrafen von Hessen und Thüringen verbunden. Jahrhundert eng mit der Familie der Landgrafen von Hessen und Thüringen verbunden. Nach dem Tod Ludwigs IV. von Thüringen übertrug Elisabeth von Thüringen ihrer jüngsten Tochter Gertrud die Obhut der Abtei. Gertrude, die Äbtissin wurde, bestimmte jahrzehntelang die Geschicke des Klosters, während die Anwesenheit der Reliquien der Heiligen Elisabeth Altenberg zusammen mit Marburg zu einem der wichtigsten Zentren der Heiligenverehrung machte .

Altenberger Altar (um 1330; Mischtechnik, 153,7 x 243,8 x 6,3 cm). Foto: Norbert Miguletz / Städel Museum
Altenberger Altar (um 1330; Mischtechnik, 153,7 x 243,8 x 6,3 cm). Foto: Norbert Miguletz / Städel Museum
Unsere Liebe Frau von Altenberg riunita al polittico
Die Altenberger Madonna wieder vereint mit dem Polyptychon. Foto: Norbert Miguletz / Städel Museum
Unsere Liebe Frau von Altenberg riunita al polittico
Die Altenberger Madonna wieder vereint mit dem Polyptychon. Foto: Norbert Miguletz / Städel Museum

Künstlerisch gesehen gehört die Altenberger Madonna zu dem weit verbreiteten und berühmten Typus der thronenden Madonnen mit stehendem Kind, der in Köln nach französischen Vorbildern entwickelt wurde. Beispiele dieses Typs werden heute in zahlreichen Museumssammlungen aufbewahrt, wie ähnliche Werke in der Liebieghaus Skulpturensammlung in Frankfurt belegen. Die Altenberger Madonna zeichnet sich jedoch durch die außergewöhnliche Qualität der Ausführung und den für Holzskulpturen dieser Zeit seltenen Erhaltungszustand der Originalpolychromie aus.

Die Madonna ist als junge Frau mit lebhaftem Lächeln dargestellt, die auf einem Thron mit einem dünnen Kissen und einer hohen Rückenlehne sitzt, die von einem verzierten Spitzgiebel abgeschlossen wird. Ihre Füße ruhen auf einem mit Maßwerk verzierten polygonalen Sockel. In ihrer rechten Hand hält Maria die Reste einer Lilie, ein Symbol ihrer Jungfräulichkeit und eine Erinnerung an das Zepter der Himmelskönigin, während sie mit der linken Hand das Kind hält, das mit einem Fuß auf dem Schenkel seiner Mutter und mit dem anderen auf dem Sitz des Throns steht. Die Geste des Kindes, das seinen Arm nach der verlorenen Lilie ausstreckt und mit der anderen Hand einen Vogel umklammert, der schmerzhaft an seinem Finger pickt, spielt symbolisch auf die zukünftige Passion Christi an. Die formale Opulenz der Skulptur wird durch die vergoldete Kleidung der Jungfrau und des Kindes, die mit Glaseinsätzen, die Edelsteine simulieren, verziert ist, und durch das ursprüngliche Vorhandensein einer Krone noch verstärkt. Der goldene, mit Hermelin gefütterte Mantel Marias betonte ihre Rolle als Himmelskönigin, während der reich verzierte und vergoldete Thron die königliche und sakrale Dimension der Darstellung hervorhob.

Die Altenberger Madonna und der Altar, zu dem sie gehörte, sind auch ein exemplarisches Zeugnis für die weibliche Klosterkultur des Mittelalters, die sich in einem stark von männlichen Hierarchien geprägten gesellschaftlichen Kontext entwickelte. Den Prämonstratenserinnen von Altenberg gelang es, ein hohes künstlerisches und spirituelles Umfeld zu schaffen, das Ausdruck einer verfeinerten theologischen und kulturellen Vision war.

Die Herkunft des Werkes ist detailliert dokumentiert. Nach der Aufhebung der Abtei im Jahr 1803 ging die Skulptur an die Fürsten von Solms-Braunfels über, die sie 1916 an den Münchner Kunsthändler A. S. Drey verkauften. Ende der 1920er Jahre gelangte sie in die Sammlung von Julius Böhler und blieb bis zum Erwerb durch das Städel Museum in Familienbesitz.

Unsere Liebe Frau von Altenberg riunita al polittico
Die Altenberger Madonna wieder vereint mit dem Polyptychon. Foto: Norbert Miguletz / Städel Museum
Unsere Liebe Frau von Altenberg riunita al polittico
Die Altenberger Madonna wieder vereint mit dem Polyptychon. Foto: Norbert Miguletz / Städel Museum

Statements

“Nach 100 Jahren”, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, "ist die berühmte Altenberger Madonna an ihren Platz auf dem Altar zurückgekehrt - ein denkwürdiges Ereignis in der Geschichte des Städel Museums! Dass es uns gelungen ist, dieses außergewöhnliche Kunstwerk zu erwerben, verdanken wir der Weitsicht der Eigentümer und dem Engagement unserer Sponsoren. Der Ernst von Siemens Stiftung, dem Vorstand und allen Mitgliedern unseres Fördervereins sowie der Kulturstiftung der Länder möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen.

Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung, zum Engagement der Stiftung: “Die Ernst von Siemens Kunststiftung setzt sich dafür ein, wichtige Zeugnisse der Kunst- und Kulturgeschichte heute und in Zukunft zu bewahren. Die Altenberger Madonna ist ein bezauberndes und außerordentlich frühes Beispiel der mittelalterlichen Kölner Skulptur. Von Köln über Altenberg kommt sie nun nach Frankfurt am Main. Für unseren Stifter, den Unternehmer und Mäzen Ernst von Siemens, war es immer wichtig, Kunstwerke an den richtigen Ort zu bringen, um sie einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Das Städel Museum ist nicht nur eine logische, sondern auch eine hervorragende Wahl”.

“Die Altenberger Madonna”, betont Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, "ist zweifelsohne ein Kulturgut von nationaler Bedeutung und aufgrund des hervorragenden Erhaltungszustandes eines der bedeutendsten Beispiele mittelalterlicher Kunst in Deutschland. Das Werk gehört zum Städel Museum, wo es als Teil des Altenberger Altars dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Daher war es für uns von großer Bedeutung und Freude, diesen Erwerb zu unterstützen.

Sylvia von Metzler, Präsidentin des Städelschen Museums-Vereins, sagt: “Seit mehr als 125 Jahren engagieren sich die Mitglieder des Städelschen Museums-Vereins für das Städel Museum. Neben Sonderausstellungen und Restaurierungsprojekten liegen uns seit jeher die Ankäufe am Herzen. Die großzügige Unterstützung des Städel Museums bei der Erweiterung seiner Sammlung ist Ausdruck unserer tiefen Verbundenheit. Der Altenberger Altar ist das älteste deutsche Kunstwerk im Städel, und dass er nun dauerhaft durch die Madonna ergänzt werden kann, erfüllt uns mit außerordentlicher Freude”.

Die Altenberger Madonna kommt ins Städel Museum: ein historischer Erwerb für das Museum
Die Altenberger Madonna kommt ins Städel Museum: ein historischer Erwerb für das Museum



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