Die National Gallery of Art in Washington hat den Erwerb der Magdalena in Ekstase bekannt gegeben, eines seltenen Gemäldes, das um 1625 von Artemisia Gentileschi (Rom, 1593 - Neapel, nach 1654) geschaffen wurde. Das Werk, das von der Wissenschaft als einer der Höhepunkte im Schaffen des Malers angesehen wird, ist die erste große Erwerbung der National Gallery, die ausschließlich Artemisia Gentileschi gewidmet ist, und stellt eine bedeutende Ergänzung der Sammlung italienischer Malerei der Neuzeit dar.
Das Gemälde wird ab Ende Februar in der Galerie 29 im Hauptgeschoss des Westgebäudes der National Gallery zu sehen sein. Der Erwerb wurde durch eine Schenkung von Nina J. Cohen zu Ehren ihres Vaters Emanuel Cohen und des Patrons’ Permanent Fund ermöglicht. Damit wird das Werk zum ersten Mal in eine öffentliche Sammlung aufgenommen, was einen grundlegenden Schritt in der Geschichte seiner Erhaltung darstellt.
Die Magdalena in Ekstase gilt als eines der raffiniertesten und kraftvollsten Gemälde, die Artemisia Gentileschi je geschaffen hat. Seine Bedeutung wurde durch eine lange Reihe von Studien, Veröffentlichungen und Ausstellungen seit seiner Wiederentdeckung im Jahr 2011 bekräftigt. Jahrhundertelang befand sich das Werk in einer Privatsammlung und war aus der historischen Dokumentation verschwunden. Zu Beginn des zweiten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts tauchte das Gemälde in Südfrankreich wieder auf und wurde 2014 bei einer Auktion von Sotheby’s von einer Privatsammlung erworben.
Kunsthistoriker datieren das Gemälde auf die Zeit um 1625, als Artemisia Gentileschi zum zweiten Mal in Rom war. Dies ist eine entscheidende Phase ihrer Karriere, die oft als der Moment ihrer größten künstlerischen Reife bezeichnet wird, in der die Malerin ein außergewöhnliches Gleichgewicht zwischen erzählerischer Kraft, emotionaler Intensität und technischer Raffinesse erreichte. In diesen Jahren zeichnen sich ihre Werke durch die Verwendung gesättigter Farben und ausdrucksstarker Figuren aus, die den Betrachter zutiefst zu fesseln vermögen.
Der Erwerb wurde von der Museumsleitung als großes Ereignis begrüßt. "Es ist ein bedeutendes Ereignis, Maria Magdalena in Ekstase als erstes bemerkenswertes Beispiel für das außergewöhnliche Werk von Artemisia Gentileschi in die Sammlung der National Gallery zu bringen", sagte Kaywin Feldman, Direktor der National Gallery of Art, und fügte hinzu: “Dieser Erwerb stellt eine wichtige Ergänzung unserer Bestände dar und ist ein Beweis für unser fortwährendes Engagement, unsere Sammlung zu vertiefen und damit den Zugang der Öffentlichkeit zu großen Kunstwerken zu erweitern. Wir freuen uns darauf, dieses bahnbrechende Gemälde in den kommenden Jahren mit den Besuchern der National Gallery zu teilen, da es zum ersten Mal in eine öffentliche Sammlung aufgenommen wird”.
Auch aus kuratorischer Sicht ist das Werk von zentralem Wert. E. Carmen Ramos, Kuratorin des Museums, sagte: “Wir freuen uns sehr über den Erwerb von Artemisia Gentileschi, einer der bedeutendsten Künstlerinnen des 17. Jahrhunderts. Ihr malerischer Ansatz prägte die Entwicklung der modernen und barocken Kunst. Die Erwerbung, eine Darstellung der Magdalena, ist einzigartig in ihrer Komposition und ihrer engen Konzentration auf die Figur, die die erzählerische Kraft von Artemisia Gentileschis Werk auf dem Höhepunkt ihrer Karriere hervorhebt. Die National Gallery fühlt sich geehrt, dieses Meisterwerk zu besitzen und den Zugang zu ihrem genreprägenden künstlerischen Schaffen zu erweitern”.
Magdalena in Ekstase stellt die Heilige in einem Zustand intensiver spiritueller Transformation dar. Die Komposition weicht sowohl von den traditionellen Darstellungen der Magdalena als auch von den früheren Interpretationen des gleichen Themas durch die Malerin deutlich ab. Artemisia Gentileschi verzichtet nämlich auf die üblichen ikonografischen Attribute wie den Schädel, das Kreuz oder den Salbentopf und konzentriert sich ausschließlich auf die Figur und ihr inneres Erleben. Diese Wahl unterstreicht die emotionale und psychologische Dimension der Szene und macht die Bekehrung der Heiligen zu einem unmittelbaren und greifbaren Ereignis für den Betrachter.
Das Werk steht in idealer Weise im Dialog mit einer verlorenen Darstellung der Maria Magdalena von Caravaggio aus dem Jahr 1606, von der es die Idee einer Figur zu übernehmen scheint, die sich in einem Moment intensiver spiritueller Introspektion befindet. Artemisia Gentileschi überarbeitet dieses Modell jedoch auf ganz persönliche Weise, indem sie Magdalena näher an den Betrachter heranführt und die emotionale Beteiligung verstärkt. Die Umwandlung vom weltlichen zum religiösen Leben findet vor den Augen des Betrachters statt und verwandelt das Gemälde gleichzeitig in eine visuelle und spirituelle Erfahrung.
Aus historischer Sicht stellt die Magdalena in Ekstase ein seltenes Beispiel für die Darstellung einer Frau dar, die sich in einem so direkten und unmittelbaren Prozess der emotionalen und psychologischen Transformation befindet. Dieser Aspekt spiegelt das im 17. Jahrhundert weit verbreitete Interesse an der konkreten und wahrnehmbaren Darstellung religiöser Erfahrungen in der Kunst wider, gewinnt aber im Kontext der Produktion von Artemisia Gentileschi, einer Künstlerin, die häufig starke und komplexe Frauenfiguren in den Mittelpunkt ihrer Werke stellte, besondere Bedeutung.
Die Aufnahme der Magdalena in Ekstase in die Sammlungen der Nationalgalerie markiert auch einen bedeutenden Moment für die Repräsentation von Künstlerinnen in den italienischen Kunstsammlungen des frühen 17. Das Werk ist Teil einer Erweiterung und Vertiefung der Sammlungen, die der Barockkunst gewidmet sind, und trägt zu einem vollständigeren und klareren Bild der künstlerischen Produktion dieser Zeit bei. Die National Gallery of Art, die jedes Jahr Millionen von Besuchern aus aller Welt empfängt, verfügt über eine Sammlung von mehr als 160.000 Werken, die von der Antike bis zur zeitgenössischen Kunst reichen. Die Aufnahme dieses Meisterwerks von Artemisia Gentileschi stärkt die Rolle des Museums als führende Institution für das Studium und die Verbreitung der Kunstgeschichte und bietet der Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich direkt mit einem der intensivsten und bedeutendsten Werke des italienischen Barock zu beschäftigen.
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| Die National Gallery in Washington erwirbt die Magdalena von Artemisia Gentileschi |
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