Das Museum des Palazzo Grimani, das zu den Archäologischen Nationalmuseen von Venedig und der Lagune gehört, wird vom 6. Mai bis zum 22. November 2026 die erste Einzelausstellung von Amoako Boafo in Italien zeigen. Die Ausstellung, die von Gagosian produziert und in Zusammenarbeit mit dem venezianischen Museum organisiert wird, ist Teil des Programms der 61. Kunstbiennale von Venedig und stellt ein neues Kapitel im Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und historischem Erbe dar, den die Institution seit mehreren Jahren führt.
Der Palazzo Grimani ist eines der bedeutendsten Beispiele toskanisch-römischer Renaissance-Architektur in Venedig. Im Laufe der Zeit hat das Museum seine Sammlung klassischer und moderner Werke durch eine Reihe von Interventionen und Projekten ergänzt, die der zeitgenössischen Kunst gewidmet sind und eine direkte Konfrontation zwischen aktuellen Praktiken und der Geschichte des Ortes schaffen. Die Ausstellung von Amoako Boafo reiht sich in diese Entwicklung ein und stellt einen Dialog zwischen der Forschung des Künstlers und dem architektonischen und kulturellen Kontext des Gebäudes her.
Das Werk von Amoako Boafo konzentriert sich auf das Genre des Porträts, das die Künstlerin durch eine Reflexion über die Themen Identität, Stil und Repräsentation überarbeitet. In ihren Gemälden stehen die Individualität und die Präsenz der Porträtierten im Vordergrund, Elemente, die auch durch die direkte Beziehung zum Blick des Betrachters zum Vorschein kommen. Die oft frontal aufgenommenen Figuren bekräftigen eine aktive und bewusste Dimension, die weit von traditionellen beschreibenden oder erzählenden Ansätzen entfernt ist. Ein zentrales Merkmal von Boafos Praxis betrifft den Malprozess. Der Künstler trägt die Farbe direkt mit den Fingern auf und ersetzt den Pinsel durch einen Körperkontakt, der die Geste zu einem sichtbaren Teil des Werks macht. Die Farboberfläche behält so die Spuren des Vorgangs bei und verwandelt die Behandlung des Pigments in ein strukturelles Element des Bildes.
Der 1984 in Accra, Ghana, geborene Boafo lebt und arbeitet zwischen seinem Heimatland und Europa. Im Jahr 2013 zog er nach Wien, wo er gemeinsam mit der Künstlerin und Kuratorin Sunanda Mesquita WE DEY gründete, ein Zentrum für Ausstellungen, Workshops und Gemeinschaftsprogramme. Das Zentrum wurde mit dem Ziel gegründet, den Forderungen schwarzer und LGBTQ+-KünstlerInnen in einem kulturellen Kontext, in dem diese Stimmen weitgehend marginalisiert wurden, Sichtbarkeit und Unterstützung zu bieten. Angesichts der Marginalisierung der schwarzen Gemeinschaft in der globalen zeitgenössischen Kunstszene konzentriert sich Boafo in seiner Arbeit auf die Darstellung schwarzer Subjekte. Seine Selbstporträts haben autobiografischen Charakter und befassen sich mit Fragen der Verletzlichkeit, der Kreativität und der Identitätskonstruktion, wobei sie etablierte Erzählungen von Männlichkeit in Frage stellen. Daneben fertigt der Künstler Porträts von Männern, Frauen und Paaren an, oft von Freunden oder geschätzten Personen, die er aufgrund ihres persönlichen und relationalen Wertes auswählt.
Die venezianische Ausstellung lässt sich von der Renaissance-Atmosphäre des Palazzo Grimani und der Porträttradition der Stadt inspirieren. Boafo bezieht sich mit einer Reihe von neuen, speziell für diesen Anlass geschaffenen Werken direkt auf den historischen Kontext und die Architektur des Palastes. Die Werke werden im zweiten Stock des Gebäudes installiert und schaffen eine Konfrontation zwischen der zeitgenössischen Darstellung schwarzer Menschen und dem visuellen Erbe der Meisterwerke der venezianischen Kunst.
Amoako Boafo wurde 1984 in Accra (Ghana) geboren, wo er lebt und arbeitet. Er war zunächst Autodidakt und näherte sich dem Zeichnen und der Malerei schon in jungen Jahren. Bevor er eine feste künstlerische Laufbahn einschlug, übte er verschiedene Tätigkeiten aus, unter anderem die eines semiprofessionellen Tennisspielers. Er schloss 2008 sein Studium am Ghanatta College of Art and Design in Accra ab und erhielt im selben Jahr den Preis der Hochschule für den besten Porträtmaler. 2013 zog sie nach Wien, wo sie gemeinsam mit der Künstlerin und Kuratorin Sunanda Mesquita WE DEY gründete, einen Raum, der sich Ausstellungen, Workshops und Community-Programmen zur Unterstützung von Künstlern of Color und LGBTQ+-Stimmen widmet. 2017 wurde er mit dem Walter Koschatzky Kunstpreis und 2019 mit dem STRABAG Artaward International ausgezeichnet; im selben Jahr erhielt er einen MFA von der Akademie der bildenden Künste Wien und war Artist-in-Residence am Rubell Museum in Miami, das eine Ausstellung der während der Residency entstandenen Arbeiten präsentiert.
Zwischen 2021 und 2022 organisierte das Museum of the African Diaspora in San Francisco die Wanderausstellung Soul of Black Folks, die über dreißig Porträts umfasst. Gleichzeitig entwickelte Boafo Kooperationen in außerkünstlerischen Bereichen, darunter eine mit Kim Jones für die Frühjahr/Sommer 2021 Herrenkollektion von Dior, die sich durch die ausschließliche Verwendung schwarzer Models auszeichnete. Im August 2021 realisierte er das Projekt Suborbital Triptych, ein Projekt für das Programm Art × Space von Uplift Aerospace, bei dem drei Gemälde auf die Fallschirmpaneele einer Blue Origin-Rakete aufgebracht wurden. Im Jahr 2022 eröffnete er dot.ateliers in Accra, einen von David Adjaye entworfenen Raum, der der kulturellen Produktion und dem Experimentieren gewidmet ist und 2024 um dot.ateliers | Ogbojo, ein Residenzprogramm für Schriftsteller und Kuratoren, erweitert wurde. Im selben Jahr präsentiert das Belvedere in Wien Proper Love, die erste umfassende europäische Museumsausstellung, die seinem Werk gewidmet ist.
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| Amoako Boafo im Palazzo Grimani: die erste Einzelausstellung in Italien während der Biennale |
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