Auf der 61. Internationalen Kunstausstellung - La Biennale di Venezia präsentiert die Republik Slowenien Soundtrack for an Invisible House, ein Installationsprojekt, das von der Gruppe Nonument entwickelt und von Nataša Petrešin-Bachelez unter wissenschaftlicher Beratung von Anja Zalta kuratiert wurde. Das Werk wird in den Ausstellungsräumen des Arsenale installiert und kann vom 9. Mai bis zum 22. November 2026 besichtigt werden; die Eröffnungstage sind für den 6., 7. und 8. Mai vorgesehen. Auftraggeberin des Pavillons ist Martina Vovk von der Moderna galerija in Ljubljana.
Das Projekt basiert auf einer wenig bekannten Episode in der europäischen Geschichte des Ersten Weltkriegs: dem Bau einer provisorischen Holzmoschee im Jahr 1917 in Log pod Mangartom, nahe der nordwestlichen Grenze Sloweniens. Das Bauwerk wurde von der österreichisch-ungarischen Armee errichtet, um die religiösen Bedürfnisse der bosnisch-muslimischen Soldaten zu befriedigen, die an der Isonzofront eingesetzt waren. Eingebettet in die kaiserliche Militärinfrastruktur war die Moschee ein emblematischer Fall für den Einsatz von Religion als funktionales Instrument für Politik, Propaganda und Truppenkontrolle.
Nach dem Ende des Konflikts wurde die Moschee abgerissen und verschwand aus der Landschaft, wobei nur einige wenige Archivfotos als Zeugnisse zurückblieben. Jahrzehntelang wies die Stätte keine sichtbaren Spuren ihrer Existenz auf, bis bei jüngsten archäologischen Ausgrabungen ihre Überreste entdeckt wurden. Im Jahr 2025 wurde das Gebiet offiziell als Kulturerbe anerkannt, was den symbolischen Übergang von einer militärischen Infrastruktur zu einem Ort des Gedenkens markiert. Heute wird die Moschee von Log pod Mangartom als “non-mumento” bezeichnet, ein Begriff für einen Ort, dessen Bedeutung sich infolge des politischen und sozialen Wandels radikal verändert hat und dessen physische Abwesenheit zum Träger einer komplexen historischen Erzählung wird.
Auf dieser Abwesenheit baut Soundtrack for an Invisible House seinen konzeptionellen Rahmen auf. Die Gruppe Nonument, bestehend aus Neja Tomšič, Martin Bricelj Baraga, Nika Grabar und Miloš Kosec, verwandelt eine vergessene architektonische Spur in einen Resonanzraum, der als Umgebung für das Zuhören, die Reflexion und die kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit konzipiert ist. Die Installation rekonstruiert die Moschee nicht in materieller Form, sondern evoziert ihre Präsenz durch Klang und sensorische Erfahrung und verlagert den Schwerpunkt von der Sichtbarkeit auf die Wahrnehmung.
Darüber hinaus untersucht das Projekt die Rolle der Religion in Konfliktkontexten und zeigt auf, wie sie in der Vergangenheit im Dienste von Krieg und Macht mobilisiert wurde und wie sie dies in unterschiedlichen Formen auch in der Gegenwart tut. Ausgehend vom konkreten Fall der österreichisch-ungarischen Militärmoschee zeichnet die Arbeit die Veränderungen der Identitätsdynamik muslimischer Gemeinschaften in Europa im 20. und 21. Jahrhundert nach und beleuchtet die Verflechtung von religiöser Zugehörigkeit, politischen Strategien und territorialen Konstruktionen.
Die Gruppe Nonument, bestehend aus Neja Tomšič, Martin Bricelj Baraga, Nika Grabar und Miloš Kosec, arbeitet an der Schnittstelle zwischen künstlerischer Praxis und theoretischer Forschung und konzentriert sich auf verschwundene, marginalisierte oder vergessene Architekturen und öffentliche Räume, deren symbolischer Wert sich infolge politischer und sozialer Veränderungen verändert hat. Das Kollektiv entwickelt seine Arbeit in Zusammenarbeit mit Institutionen und unabhängigen Forschern, indem es sich mit der Kartierung und Archivierung so genannter Nicht-Erinnerungen auf internationaler Ebene befasst und künstlerische Interventionen als Mittel einsetzt, um deren Erinnerungen zu reaktivieren und die latenten Spannungen im Zusammenhang mit ihrer Wiederentdeckung ans Licht zu bringen.
Die Gruppe hat ihre Projekte in zahlreichen Ausstellungen und institutionellen Kontexten präsentiert, darunter Creative Time in New York, ISEA in Durban, das Dnipro Cultural Center, das Museum für zeitgenössische Kunst Metelkova (MSUM), das Museum für Architektur und Design (MAO), die 35. Grafikbiennale von Ljubljana, das historische Atrium des Rathauses von Ljubljana und die U3-Triennale für zeitgenössische slowenische Kunst in Ljubljana, die Koroška Gallery of Fine Arts und die Cité internationale des arts in Paris, um nur einige zu nennen. Im Jahr 2021 erhielt er die Plečnik-Medaille für seinen Beitrag zur Architekturkultur in Slowenien.
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| Eine verschwundene Moschee wird zum Klang: der slowenische Pavillon auf der Biennale Venedig 2026 |
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