Das neue Jahr beginnt mit einem Projekt von großem symbolischen und kulturellen Wert für den Sudan und die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft. Am 1. Januar 2026 wurde offiziell der Online-Start des Sudan Virtual Museum angekündigt, einer digitalen Plattform, die der Kenntnis, der Wertschätzung und dem Schutz des archäologischen und musealen Erbes des Sudan gewidmet ist. Die Ankündigung erfolgte zu einem besonders bedeutsamen Zeitpunkt, denn sie fiel mit dem Jahresbeginn und der Feier des sudanesischen Nationalfeiertags zusammen, einem Anlass, bei dem den sudanesischen Mitbürgern gute Wünsche und Botschaften der Verbundenheit übermittelt wurden, mit dem Wunsch nach einer von Sicherheit, Frieden und Stabilität geprägten Zukunft, während der Bürgerkrieg, der im Frühjahr 2023 begann, noch immer andauert.
Das Projekt wird von der Nationalen Gesellschaft für Altertümer und Museen (NCAM) und der Section française de la direction des antiquités du Soudan (SFDAS) gefördert, die gemeinsam den Online-Start des virtuellen Museums präsentierten, das über das Portal archeologie.culture.gouv.fr zugänglich ist. Das virtuelle Museum des Sudan soll ein Referenzinstrument für die Verbreitung von Wissen über das kulturelle Erbe des Sudan sein und bietet einen virtuellen Rundgang durch die Sammlungen des sudanesischen Nationalmuseums sowie eine breite Palette von Inhalten zu den wichtigsten archäologischen Stätten des Landes.
Die Initiative ist Teil der digitalen Sammlung “Grands sites archéologiques” des französischen Kulturministeriums, die auf der Plattform archeologie.culture.gouv.fr gehostet wird und aktiv zur Aufwertung und Verbreitung des Wissens über archäologische Stätten, Denkmäler, Sammlungen und Archive in Frankreich und international beiträgt. Die wissenschaftliche Verantwortung und die Koordinierung des Projekts liegen beim Museum für Nationale Archäologie - Domaine du Château de Saint-Germain-en-Laye, während die technische Infrastruktur der Plattform vom digitalen Dienst des französischen Kulturministeriums verwaltet wird.
Das Virtuelle Museum des Sudan wurde mit dem Ziel gegründet, das kulturelle Erbe eines Landes zu erschließen, in dem der direkte Zugang zu seinen Museen und archäologischen Stätten aufgrund des anhaltenden Konflikts und der schwierigen Sicherheitslage stark eingeschränkt ist. Die virtuelle Dimension wird somit zu einem wesentlichen Instrument, um die Kontinuität des Wissens, der Forschung und der Weitergabe des historischen Gedächtnisses zu gewährleisten und physische und geopolitische Barrieren zu überwinden.
Der derzeit verfügbare virtuelle Rundgang ermöglicht es den Besuchern, Galerien zu erkunden, die einen chronologischen Bogen von der Vorgeschichte bis zum Königreich von Napata, einer der grundlegenden Phasen in der Geschichte des alten Sudan, spannen. Es ist bereits geplant, das digitale Museum im Jahr 2026 um Sammlungen zum Königreich Meroe und zum Mittelalter zu erweitern, was den Wunsch nach einem sich ständig weiterentwickelnden Projekt bestätigt, das die Komplexität und den Reichtum der sudanesischen Geschichte vermitteln kann. Über die Plattform ist es möglich, sich durch die Räume des Museums zu bewegen, als ob man es physisch besuchen würde.
Der Weg, den das virtuelle Museum vorschlägt, zeichnet auch die grundlegenden Etappen der Entstehung und Entwicklung des Nationalmuseums des Sudan nach. Von der großen Zeit der Erhaltung der nubischen Denkmäler zwischen 1960 und 1980, die mit dem Bau des Assuan-Staudamms verbunden war, gelangen wir zur Gründung des Nationalmuseums und seines Gartens im Jahr 1971, einem Schlüsselmoment für die Erhaltung und Präsentation der archäologischen Zeugnisse des Landes. Das digitale Projekt entgeht nicht den Schwierigkeiten der jüngeren Vergangenheit und erinnert auch an die noch nicht abgeschlossene Sanierungsphase des Museums zwischen 2019 und 2023, die durch einen zunehmend instabilen politischen und militärischen Kontext unterbrochen wird.
Einer der zentralen Aspekte des Virtuellen Sudan-Museums ist das Nachdenken über die Frage der Zugänglichkeit des kulturellen Erbes in Konfliktzeiten. In einem Kontext, der von Zerstörung, Plünderung und konkreten Gefahren für das Überleben des kulturellen Erbes geprägt ist, wird die digitale Dimension zu einer Form des Schutzes, der Dokumentation und der gemeinsamen Nutzung. Das virtuelle Museum ermöglicht es, Bilder, Daten und Wissen zu bewahren, die andernfalls verloren zu gehen drohten (wie ein Großteil der während des Bürgerkriegs geplünderten Museumsbestände) oder auf einen kleinen Kreis von Spezialisten beschränkt blieben.
Das Projekt zeichnet sich auch durch eine große Offenheit für internationale Zusammenarbeit aus. So wurde ein Aufruf an die weltweite wissenschaftliche Gemeinschaft gerichtet, der Wissenschaftler und Institutionen dazu aufforderte, Fotos von Objekten und Materialien mit Bezug zu den sudanesischen Sammlungen zur Verfügung zu stellen, um die Präsentation des digitalen Museums weiter zu bereichern. Diese Aufforderung unterstreicht den partizipativen Charakter des Projekts und den Wunsch, ein gemeinsames Archiv aufzubauen, das die geografische Verteilung vieler sudanesischer Artefakte widerspiegelt, die heute in Museen auf der ganzen Welt aufbewahrt werden.
Neben den Meisterwerken des Nationalmuseums bietet die Website Raum für ausführliche Informationen über die Regionalmuseen, über die großen Jahrtausende alten Stätten des sudanesischen Territoriums und über die wichtigsten historischen Phasen des Landes, die einen Überblick von den Anfängen der Zivilisation bis zum Mittelalter bieten. Außerdem wird die Geschichte der archäologischen Erkundung und Forschung rekonstruiert, von den Entdeckern des 19. Jahrhunderts bis zu den Archäologen von heute, wobei die Entwicklung der Studien und der Schutzpraktiken aufgezeigt wird.
In einer Zeit, in der das materielle Erbe des Sudan ernsthaft bedroht ist, bekräftigt die Schaffung eines für alle zugänglichen digitalen Raums das Recht auf Erinnerung, Wissen und Kultur. Das Projekt zeigt, wie internationale Zusammenarbeit und digitale Technologien konkrete Instrumente für den Schutz des Kulturerbes bieten und die Aufmerksamkeit für eine Jahrtausende alte Geschichte wachhalten können, die auch über einen Bildschirm weiterhin zur Welt spricht.
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| Das virtuelle Museum des Sudan ist geboren, kulturelles Erbe trotz des Krieges online |
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